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Datum/Zeit |
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29,08 € |
+0,76 € |
+2,61 % |
17.04/17:35 |
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| ISIN |
WKN |
Jahreshoch |
Jahrestief |
| DE0006219934 |
621993 |
- € |
- € |
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Jungheinrich VZ kaufen 13.11.2009
SRH AlsterResearch
Hamburg (aktiencheck.de AG) - Der Analyst von SRH AlsterResearch, Claudius Schmidt, stuft die Jungheinrich-Vorzugsaktie (ISIN DE0006219934 / WKN 621993) weiterhin mit "kaufen" ein.
Das dritte Quartal habe dem bedeutendsten deutschen Hersteller von Flurförderzeugen (Nummer drei in der Welt) erneut einen Umsatzrückgang gegenüber dem Vorjahresquartal und einen Verlust beschert. Das Umsatzniveau und die Bruttomarge seien noch geringer ausgefallen als in den ersten beiden Quartalen, allerdings sollten beide nun ihren Boden gefunden haben. Zudem würden die Reduzierung der Verluste und der leicht belebte Auftragseingang Anlass zur Hoffnung auf eine bevorstehende Trendwende geben. Mit einer gegenüber dem Vorjahr rund 7% verringerten Belegschaft sei in Q3 ein um 25% niedrigerer Umsatz erzielt worden. Anders als bei der Mehrheit der deutschen Maschinenbauer habe sich die Auslandsquote dabei reduziert.
Die Maßnahmen zur Kostenanpassung hätten inzwischen aber Früchte getragen: Umsatzkosten, Vertriebs- und Entwicklungskosten seien auf den niedrigsten Stand seit zwei Jahren abgesenkt worden. EBITDA, EBIT und Nettoergebnis würden sich verbessert zeigen. Unter dem Strich habe sich der Quartalsverlust je Aktie auf 0,15 EUR reduziert (nach 0,35 EUR im zweiten Quartal).
Das Neugeschäft habe um 34% geringere Erlöse verzeichnet, das Miet- und Gebrauchtgerätegeschäft sich um 9%, der Service um 5% verringert. Im kleinen, traditionell margenschwachen Segment Finanzdienstleistungen hätten die Umsätze sogar vermocht, um 4% zuzulegen. Kurzarbeit habe sowohl in Moosburg angestanden, wo die Gegengewichtsstapler sich besonders betroffen zeigen würden, als auch in Norderstedt, von wo heraus ein Teil der Produktion in das neue Werk in Landsberg verlagert worden sei.
Das Vorzeigeunternehmen des deutschen Maschinenbaus könne sich der tief greifenden Krise dieser Branche nicht entziehen. Jungheinrich habe sich bis 2008 durch eine überdurchschnittliche EBIT-Marge von 5,5% ausgezeichnet, diese sei in der Krise auf minus 1% gefallen. Während sich das Working Capital stark vermindert habe, habe sich naturgemäß der operative Cash-flow innerhalb des ersten dreiviertel Jahres beinahe verdreifacht (169 Mio. EUR, nach 60 Mio. EUR in Q1 bis Q3 2008). Obwohl kaum präsent auf dem großen chinesischen Markt, der im laufenden Jahr um 11% und damit stark unterdurchschnittlich schrumpfe, habe Jungheinrich seinen Anteil am Weltmarkt ausbauen können. Das spreche für eine gute Aufstellung.
Alle Hersteller von Flurförderzeugen stünden vor beispiellosen Herausforderungen. Nach wie vor halte man es für wahrscheinlich, dass es in der Krise nicht bloß zu Kapazitätsanpassungen komme, sondern dass die Notlage für einzelne Mitbewerber, die sich seit Jahren mit mühevollen Restrukturierungen und nicht auskömmlichen Margen plagen würden, das Aus bedeuten werde. Man gehe davon aus, dass Jungheinrich gestärkt aus dieser Entwicklung hervorgehe. Dafür würden die aktive Marktbearbeitung (Neuaufstellung des US-Vertriebs), die gute Bilanz, hohe freie Kreditlinien und die verhältnismäßig geringe Fertigungstiefe sprechen.
Trotz dieser Pluspunkte müsse man für das laufende Jahr bei einem geschätzten Umsatz von 1,67 Mrd. EUR von einem Verlust ausgehen. Dieser Verlust werde mit 0,72 EUR je Aktie gleichwohl geringer ausfallen als die Analysten bisher hätten annehmen müssen. Für das kommende Geschäftsjahr prognostiziere man Umsatzstagnation, auf Ergebnisebene jedoch wieder durchgängig schwarze Zahlen. 2010 sollten sich die Kostensenkungsmaßnahmen auszahlen. Da sich das Geschäft aber langsamer als erwartet erhole, laute die EPS-Prognose der Analysten für 2010 nunmehr nur noch 0,33 EUR.
Auf Basis ihres Zielkurswertes von 14,50 EUR (alt: 12,00 EUR) sehe der KGV-Multiplikator von 44 (2010) zunächst abenteuerlich aus, wenn die inzwischen üblichen Maßstäbe angesetzt würden. Dieser Eindruck relativiere sich bei Betrachtung anderer Multiplikatoren. Für das EV/EBITDA 2010 ergebe sich bei ihrem Zielkursniveau ein sehr neutraler Wert von 3,2. Das KUV stelle sich auf gut 0,32.
Das Anlageurteil der Analysten von SRH AlsterResearch für die Jungheinrich-Vorzugsaktie verbleibt auf "kaufen". (Analyse vom 13.11.2009) (13.11.2009/ac/a/nw)
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