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VERBIO spekulativ kaufen 19.10.2009
TradeCentre.de
Lichtenstein (aktiencheck.de AG) - Die Experten von "TradeCentre.de" empfehlen die Aktie von VERBIO (ISIN DE000A0JL9W6 / WKN A0JL9W) spekulativ zu kaufen.
Die EU habe eine "Erneuerbare-Energien-Richtlinie" verabschiedet. Damit sei eine verbindliche Rechtsgrundlage zur Förderung und Nutzung von Biokraftstoffen im Verkehrssektor geschaffen. In Kraft getreten sei die umfassende Richtlinie im Juni dieses Jahres und müsse von den entsprechenden Mitgliedsstaaten bis Ende 2010 in nationales Recht umgesetzt werden. Bis Ende Juni kommenden Jahres müssten die Regierungen einen Aktionsplan zur Förderung der Nutzung von erneuerbaren Energien vorlegen. Aus diesem Plan müsse ersichtlich sein, wie die vorgegebene Richtlinie umgesetzt werden solle. Eine Forderung der EU sei, dass im Verkehrssektor ein verbindlicher Anteil von zehn Prozent erneuerbarer Energien im Mobilitätssektor für das Jahr 2020 sichergestellt werde.
Daneben sei durch diese Vorgabe der CO2-Ausstoß bis zum Jahr 2020 insgesamt um 20 Prozent zu reduzieren. "Auf diese Richtlinie haben wir gewartet. Wir benötigen verbindliche Festlegungen zu diesem Thema", sage den Experten VERBIO-Vorstandschef Claus Sauter im Hintergrundgespräch. Jetzt liege es an der neuen Regierung die Ziele umzusetzen. Sauter erwarte von der neuen Regierung "nichts". "Wir wurden in der Vergangenheit von der Politik mehrfach enttäuscht, weshalb ich keine hohe Erwartungen habe, aber wir geben der neuen Regierung die Chance uns positiv zu überraschen", so Sauter.
Die Bundesregierung habe im Bereich Biokraftstoff und in der Landwirtschaft einen "Scherbenhaufen" hinterlassen, in dem sie auf vermeintliche Experten gehört habe. Einer von diesen "Experten" sei Professor Tangermann gewesen, "einer der fähigsten Köpfe dieses Landes", der mit der Aussage "Biokraftstoff ist ein Verbrechen an der Landwirtschaft" Schlagzeilen gemacht habe. Tatsache sei, dass die Experten falsch gelegen hätten und die gegenwärtigen Probleme in der Landwirtschaft mit dem Preisverfall ein unmittelbares Ergebnis einer verfehlten Biokraftstoffpolitik seien.
Der Preisverfall bei Milch hänge damit zusammen, dass Milch, dort wo es möglich sei, durch Pflanzenfett aus Rapsöl ersetzt werde. Aus dem Rapsöl sollte eigentlich Biodiesel produziert werden, aber dieser Absatzmarkt sei von der Politik zerstört worden. Die eigentlich Leidtragenden seien die Landwirte, die im Vertrauen auf eine nachhaltige Biokraftstoffpolitik mehr produziert hätten und jetzt aufgrund des Preisverfalls um ihr Überleben kämpfen würden. Die Landwirtschaft zu retten, werde den Europäischen Steuerzahler Milliarden kosten.
Im schlimmsten Fall könnte die Politik Maßnahmen erst 2019 in Kraft treten lassen, um 2020 die Vorgaben zu erreichen. "Für diesen Fall müssen wir neben jeden unserer Produktionsstandorte Braunkohlekraftkraftwerke bauen, um billige Energie zu haben und wettbewerbsfähig produzieren zu können. Denn eine dementsprechende Entscheidung der Bundesregierung ließe darauf schließen, dass CO2-effiziente Biokraftstoffe wohl offensichtlich nicht gefragt sind." Soweit dürfte es nicht kommen. Ende Juni 2010 müsse die Regierung ihren Plan zur Zielumsetzung vorlegen. Es liege nahe, dass die EU-Richtlinie stufenweise umgesetzt werde. Immerhin habe die CDU das Thema Biokraftstoffe in ihrem Wahlprogramm aufgeführt.
Von der Umsetzung der EU-Richtlinie sollte die VERBIO Vereinigte BioEnergie AG erheblich profitieren. "Zur CO2-Reduktion leisten unsere Biokraftstoffe einen großen Beitrag", so der CEO.
Einerseits produziere die VERBIO Biodiesel mit einer Nominalkapazität von 450.000 Tonnen und andererseits Bioethanol mit einer Nominalkapazität von 300.000 Tonnen. Laut Sauter seien beide Kraftstoffe im geplanten Volumen für dieses Jahr verkauft. Für 2010 würden vielversprechende Gespräche laufen. Dennoch sei der Firmenchef mit dem Bereich Biodiesel alles andere als zufrieden. "Biodiesel durchlebte eine schwere Konsolidierung, die sich dem Ende naht. Viele Firmen sind pleite. Unsere Marge ist im Keller". Die Konsolidierung dürfte sich demnach für die verbleibenden Biodieselhersteller als positiv erweisen.
Noch besser seien die Aussichten für Bioethanol. Künftig werde aus dem bei der Ethanolproduktion anfallenden Abfallprodukt "Schlempe", für die bisher bei voller Produktion circa zehn Millionen Euro Entsorgungskosten angefallen seien, Biogas produziert werden. Damit hätte man günstige Einstandspreise für die Biogasproduktion. Netter Nebeneffekt: Sauter habe in 2007 den Bereich Bioethanol komplett abgeschrieben in den Büchern, weshalb es nunmehr nichts mehr abzuschreiben gebe, was den Gewinn drücke.
Neben Biodiesel und Bioethanol setze die VERBIO also künftig auf Biogas. Ziel sei im ersten Schritt eine Kapazität von 60 Megawatt. Hierfür würde die Hälfe des Rohstoffes, der bei Bioethanolproduktion anfalle, eingesetzt werden können. Später solle die Schlagzahl auf 125 Megawatt erhöht werden. "Ende dieses Jahres startet die Produktion. Die ersten Mengen werden wir als Prozessenergie einsetzen. Wir beginnen mit der Einspeisung von Biogas ins Netz in Q3/2010." Ziel sei in zwei bis drei Jahren mit diesem Segment 60 bis 80 Millionen Euro Umsatz zu stemmen. Die EBIT-Marge sollte im zweistelligen Bereich liegen.
Die Kapazitäten bei Biogas sollten zügig verkauft werden. "Wir führen schon jetzt konkrete Gespräche mit den großen Energieversorgern, um unser Biogas zu verkaufen. Das Interesse ist groß". Das Vorhaben koste laut Sauter in der ersten Ausbaustufe rund 50 Millionen Euro. Verhandlungen für die Finanzierung seien auf gutem Wege. "Es wird eine Mischung aus Eigen- und Fremdkapital sein. Eine Kapitalerhöhung steht hierfür nicht an."
Nach einer schwierigen Phase sei es den Großaktionären und Gründern gelungen, das Unternehmen zu stabilisieren. Im zweiten Quartal sei ein leicht positives EBIT erwirtschaftet worden. "Wir waren in Q2 stabil. Ich erwarte sowohl für das dritte und vierte Quartal stabile Ergebnisse", so der 43-jährige Manager. Da das Erstquartal eine Katastrophe gewesen sei, werde die VERBIO das Gesamtjahr 2009 in "rot" verabschieden. Das zweite Halbjahr könnte jedoch wenigstens auf Basis EBIT profitabel verlaufen. Für das Jahr 2010 habe der Konzernchef noch keine Prognose preisgeben wollen. Ziel sei es natürlich Gewinne zu schreiben. "Ich bin zuversichtlich. Aber ich will mich heute noch nicht zu weit aus dem Fenster lehnen."
Bilanziell stehe VERBIO mit einem Eigenkapital von mehr als 300 Millionen Euro auf gesunden Beinen. Man schließe am Jahresende Abschreibungen auf Firmenwerte nicht aus. Der Goodwill belaufe sich auf 155 Millionen Euro und entfalle komplett auf den Bereich Biodiesel. Mit rund 50 Millionen Euro seien ausreichend liquide Mittel vorhanden. Bankschulden von 25 Millionen Euro seien überschaubar und kein Grund zur Sorge.
An der Börse werde die VERBIO lediglich mit 86 Millionen Euro kapitalisiert. Selbst wenn man den kompletten Goodwill abziehe, liege der Wert immer noch deutlich unter dem Buchwert. Man sehe die Aktie auf eine Wette für die Zukunft im Bereich Biokraftstoffe. Dreh- und Angelpunkt seien dennoch politische Entscheidungen. Wer sich darauf verlasse, sei meist verlassen. Manchmal komme es aber anders.
Die Experten von "TradeCentre.de" raten spekulativ zum Kauf der Aktie von VERBIO. (Analyse vom 17.10.2009) (19.10.2009/ac/a/nw)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
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