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Constantin Medien kaufen 09.09.2009
TradeCentre.de
Lichtenstein (aktiencheck.de AG) - Die Experten von "TradeCentre.de" empfehlen die Aktie von Constantin Medien (ISIN DE0009147207 / WKN 914720) weiterhin zu kaufen.
Die Halbjahreszahlen des Medienunternehmens seien erwartungsgemäß eine Enttäuschung gewesen. Ein negatives EBIT von 9,2 Millionen Euro sei alles andere als zufriedenstellend. Im Ergebnis seien allerdings auch Kaufpreisallokationen (ppa) auf den Erwerb der Highlight-Anteile in Höhe von rund zwölf Millionen Euro enthalten. Ohne diesen Effekt wäre das EBIT leicht positiv ausgefallen. Der Effekt sei nicht cashwirksam und werde sich im Gesamtjahr auf rund 23 Millionen Euro belaufen. Wie Vorstandschef Bernhard Burgener den Experten im Hintergrundgespräch erläutere, würden diese ppa-Abschreibungen ab 2010 deutlich abfallen.
Eingetrübt habe das Zahlenwerk der Sportsender DSF und das Internetportal Sport1. Beide Segmente würden massiv unter der Werbeflaute leiden. Die Belastungen würden sich auf einen zweistelligen Millionenbetrag belaufen. "Es wird zu Veränderungen kommen. Die Rahmenbedingungen sind eine Herausforderung. Die Segmente stehen auf dem Prüfstand und sollen neu ausgerichtet werden", sage Burgener. Ziel sei, diesen Prozess bis Jahresende abzuschließen und zumindest die finanzielle Restrukturierung in 2009 zu beenden. Nach der Einschätzung der Experten dürfte der Sender und das Portal zu einer Einheit vereint werden. Das mache viel Sinn und dürfte rasch Kosten einsparen.
Offen sei was mit Plazamedia passiere. Der TV-Produktionsdienstleister sei vergleichbar mit der Constantin Entertainment, die ebenfalls für TV-Sender produziere und zur Constantin Film gehöre. Burgener könnte den Konzern verschlanken und Einheiten kombinieren. Fakt sei: Es bleibe kein Stein auf dem anderen stehen. Der gebürtige Schweizer räume auf, um schnellstmöglich solide Gewinne zu erwirtschaften. Burgener habe die Einschätzungen der Experten zur weiteren Strategie des Segments indes nicht kommentieren wollen. Ein zügiger Verkauf des Senders oder des Portals dürfte ihres Erachtens jedoch nicht auf der Agenda des Firmenchefs stehen. In der jetzigen Marktphase sei sicherlich kein guter Preis zu erzielen. Burgener habe nichts zu verschenken. Bei Constantin Film und Highlight würden die Geschäfte hingegen wie geplant laufen.
An der Jahresprognose für dieses Jahr, einen Nettogewinn im unteren einstelligen Millionenbereich zu erzielen, bekräftige Burgener trotz der operativen Ergebnisbelastungen. Ausgeglichen würden die Verluste durch einen außerordentlichen Zufluss eines Teilvergleichs von brutto 30 Millionen Euro bezüglich der Organhaftungsklagen gegen das frühere Management und deren Aufseher. Die Erstversicherung habe dieses Angebot schon unterschrieben.
Für diesen Fall müsse Burgener erneut eine Hauptversammlung einberufen und dort die Zustimmung der Anteilseigner einholen. Das sei Formsache. Burgener und andere Großaktionäre würden circa 30 Prozent des Unternehmens kontrollieren. Wie der CEO den Experten erläutere, sei ein allfälliger Vergleich mit der zweiten D&O Versicherung noch offen. Positiv wäre natürlich, wenn auch mit dieser Versicherung rasch ein Teilvergleich geschlossen werden könnte und Burgener auch diesen der außerordentlichen Hauptversammlung vorlegen könnte.
Würden die Experten einen Mittelzufluss von rund 50 Millionen Euro unterstellen, könne Constantin Medien die direkten Bankschulden von rund 40 Millionen Euro nahezu komplett zurückführen. Übrig bleiben würden Schulden von circa 65 Millionen Euro , die aus einem Wandler resultieren würden, der im Mai 2011 fällig werde. Sofern die Aktie bis dahin nicht über 5,85 Euro steige, sei eine Zahlung in bar fällig. Die Constantin Medien AG habe bereits rund fünf Millionen Anteile zurückgekauft. Der Wandler notiere aktuell bei über vier Euro. Sofern der Kurs wieder deutlich absacke, dürfte Burgener weitere Bonds zurückkaufen.
Investoren der Constantin Medien könnten das Jahr 2009 getrost abhaken. Im Jahr 2010 stehe die Gesellschaft vor einem Comeback. Alle schlechten Nachrichten dürften im Aktienpreis längst enthalten sein. Nachrichten über Mittelzuflüsse aus den Organhaftungsklagen könnten das Papier sogar beflügeln. Zudem würden sich im kommenden Jahr die satten Verluste der Einheit Sport nicht wiederholen. Zudem würden sich die erwähnten Abschreibungen verringern, die den Gewinn treiben würden.
Der Börsenwert von knapp 160 Millionen Euro sei alles andere als ambitioniert. Vor dem Hintergrund der Bewertungen von Sky Deutschland und ProSiebenSat1 sogar eher ein Schnäppchen. Beide Gesellschaften hätten angesichts satter Verluste horrende Bewertungen. Letztere sei zudem noch haushoch verschuldet.
Constantin Medien jetzt zum Verkauf zu empfehlen, mache nur Sinn, wenn man nicht daran glaube, dass Burgener die Firma drehe. Da der CEO jedoch jeden Euro zweimal umdrehe, bevor er ihn ausgebe, schweizerisch sparsam sei und seit über 20 Jahren im Medienbereich als Unternehmer erfolgreich unterwegs sei, sollte es ihm auch gelingen, Constantin Medien auf solide Beine zu stellen.
Die Experten von "TradeCentre.de" raten unverändert zum Kauf der Constantin Medien-Aktie. (Analyse vom 09.09.2009) (09.09.2009/ac/a/nw)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
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