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Datum/Zeit |
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29,84 € |
-0,40 € |
-1,34 % |
20.04/17:35 |
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| ISIN |
WKN |
Jahreshoch |
Jahrestief |
| DE0006219934 |
621993 |
- € |
- € |
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Jungheinrich VZ kaufen 18.08.2009
SRH AlsterResearch
Hamburg (aktiencheck.de AG) - Der Analyst von SRH AlsterResearch, Claudius Schmidt, stuft die Jungheinrich-Aktie (ISIN DE0006219934 / WKN 621993, VZ) weiterhin mit "kaufen" ein.
Nach Jahren stürmischen Wachstums zeige sich Jungheinrich, ein Vorzeigeunternehmen des deutschen Maschinenbaus und die Nr. 3 auf dem Weltmarkt für Flurförderzeuge, deutlich von der tief greifenden Krise dieser Branche betroffen. Die Entwicklung des ersten Halbjahrs bei Aufträgen, Umsätzen und Produktion spreche Bände: Auftragseingang 27% auf 819 Mio. EUR, Auftragsbestand 42% auf 223 Mio. EUR, Produktion 43% auf 24.100 Stück, Umsätze 20% auf 830 Mio. EUR. Die ehedem starke Umsatzrendite von 6,1% sei auf -1,8% gefallen. Der Weltmarkt für Flurförderzeuge sei um 49% auf 253 Tsd. Stück eingebrochen. Darüber sollte aber das Positive nicht vergessen werden.
Jungheinrich besitze ein voll integriertes Geschäftsmodell. Den Hamburgern gelinge es im schwierigen Umfeld, eigene Akzente zu setzen und sich für die für die zweite Jahreshälfte 2010 erwartete Geschäftsbelebung in eine gute Ausgangsposition zu bugsieren. Der Cash Flow aus der laufenden Geschäftstätigkeit sei gegenüber dem ersten Halbjahr 2008 auf 111 Mio. EUR verfünffacht worden, die Liquidität habe sich um über 20% auf 330 Mio. EUR erhöht, der Weltmarktanteil sei in einem schrumpfenden Markt um 4% gesteigert worden, und das EBITDA sei auch im ersten Halbjahr positiv geblieben - all das sei keineswegs selbstverständlich.
Wenn sich dennoch der Verlust nach Steuern von 3,6 Mio. EUR in Q1 auf 12 Mio. EUR in Q2 signifikant erhöht habe, so liege das im Wesentlichen an einmaligen außerplanmäßigen Abschreibungen auf Beteiligungen und auf aktivierte Entwicklungskosten, die zusammen mit 12 Mio. EUR zu Buche schlagen würden. Auch das zweite Halbjahr werde von Einmalaufwendungen zur Bewältigung des sich krisenhaft zugespitzten Umsatzeinbruchs geprägt sein, weil im Zuge von Kapazitätsanpassungen der Abbau von 500 weiteren Arbeitsplätzen an deutschen Produktionsstandorten (also etwa jeder zehnten Stelle) notwendig sei. Zudem würden im Auslandsvertrieb noch einmal etwa 150 Stellen wegfallen.
Entgegen der im Juni erklärten Absicht werde ein negatives EBIT im hohen zweistelligen Millionenbereich unvermeidbar sein. Beeinträchtigt werde das diesjährige Ergebnis bei Jungheinrich auch vom stark gestiegenen Anteil kleinerer, weniger margenträchtiger Fahrzeuge am Gesamtabsatz.
Im schwierigen Markt Nordamerika überrasche Jungheinrich mit einem Taktikwechsel, der auch in der Krise eine Vorwärtsstrategie und aktive Marktbearbeitung erkennen lasse. Dort verabschiede man sich vom Prinzip des Direktvertriebs. Stattdessen würden die Produkte ab 2010 über die Mitsubishi Caterpillar Forklift America Inc. (MCFA) an den Mann gebracht, die auch für den kleineren Konkurrenten Mitsubishi Heavy Industries Ltd. tätig sei.
Überdies sehe die mit MCFA getroffene Vereinbarung vor, dass von Jungheinrich in Houston (Texas) bisher für den nordamerikanischen Markt (USA, Kanada, Mexiko) entwickelte lagertechnische Geräte fortan von MCFA produziert würden. Jungheinrich sei 2008 in den USA mit einem Jahresumsatz von etwa 20 Mio. USD auf einen Marktanteil von 1,2% gekommen, MCFA sei auf über 10% gekommen. Für MCFA bedeute die Vertriebsvereinbarung eine Abrundung des Sortiments.
Jungheinrich reduziere auf diese Weise die Fixkosten und könne womöglich auch in Nordamerika in der Krise Marktanteile hinzugewinnen, nicht zuletzt mit zwei speziell für den US-Markt entwickelten Fahrzeugen. Bislang habe Jungheinrich auf Made in Germany gebaut und sei außerhalb Deutschlands lediglich in der VR China mit einer kleineren Produktionsstätte vertreten gewesen.
Der Aufbau neuer Produktionsstätten, der in den letzten ein bis zwei Jahren vor dem Hintergrund der starken Konjunktur ins Auge gefasst worden sei und sich nun in der Realisierungsphase befinde, habe im ersten Halbjahr zu einer Ausweitung der Kapazitäten geführt, die auf einen deutlich geschrumpften Markt getroffen gewesen sei. Bei Jungheinrich sei das Werk in Landsberg (bei Halle) mit einer Jahreskapazität für die Entwicklung und Produktion von 30.000 Elektroniederhubwagen planmäßig realisiert worden.
Die gesamte Branche der Hersteller von Flurförderzeugen stehe vor beispiellosen Herausforderungen. Angesichts der derzeit schwierigen Ertragslage der gesamten Branche sei die Wahrscheinlichkeit groß, dass es in der Krise nicht nur zu Kapazitätsanpassungen komme, sondern dass die Notlage für einzelne Mitbewerber, die sich seit Jahren mit mühevollen Restrukturierungen und nicht auskömmlichen Margen plagen würden, das Aus bedeuten werde. Jungheinrich werde vermutlich gestärkt aus dieser Entwicklung hervorgehen. Dafür würden die aktive Marktbearbeitung, die starke Bilanz, hohe freie Kreditlinien und die verhältnismäßig geringe Fertigungstiefe sprechen.
Für Jungheinrich würden die Analysten 2009 einen Umsatzrückgang von mehr als 20% auf unter 1,7 Mrd. EUR unterstellen. Den Verlust schätze man nunmehr auf 1,27 EUR je Aktie. Für das kommende Geschäftsjahr prognostiziere man Umsatzstagnation, auf Ergebnisebene jedoch wieder durchgängig schwarze Zahlen. 2010 sollten sich die Kostensenkungsmaßnahmen auszahlen, deshalb würden die Analysten ihre Ergebnisprognose 2010 moderat auf 0,86 EUR je Aktie anheben.
Auf Basis des Zielkurswertes von 12,00 EUR sehe der KGV-Multiplikator von 14 (2010) zunächst ambitioniert aus, wenn die inzwischen üblichen Maßstäbe angesetzt würden. Dieser Eindruck relativiere sich bei Betrachtung anderer Multiplikatoren. Für das EV/EBITDA 2010 ergebe sich ein sehr einladender Wert von 2,5. Das KUV stelle sich auf gut 0,24.
Das Anlageurteil der Analysten von SRH AlsterResearch für die Jungheinrich-Aktie verbleibt auf "kaufen". Das Kursziel werde von 11,80 EUR auf 12,00 EUR erhöht. (Analyse vom 18.08.2009) (18.08.2009/ac/a/nw)
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