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IKB kein Kauf


04.08.2008
Geldanlage-Report

Gerbrunn (aktiencheck.de AG) - Die Experten vom "Geldanlage-Report" empfehlen Anlegern keinesfalls Geld in die Aktie der IKB (ISIN DE0008063306 / WKN 806330) zu investieren.

Der Financial Times zufolge müsse die KfW-Bankengruppe der IKB erneut eine Liquiditätslinie in Höhe von 1,5 Milliarden Euro zur Verfügung stellen. Die geplante Kapitalerhöhung werde sich verzögern, heiße es in der Begründung.

FDP-Finanzexperte Frank Schäffler habe das ehemalige Aushängeschild der deutschen Kreditbanken und den wichtigsten Kapitalgeber des deutschen Mittelstands zu Recht als "Fass ohne Boden" bezeichnet.

Schäffler habe die Finanzhilfen addiert: Insgesamt hätten KfW, Bund und Bankenwirtschaft bislang 9,8 Milliarden Euro an Risiken abdecken müssen.

Die Summe, die die US-Notenbank zur Rettung der beiden größten und staatlich geschützten Immobilienfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac vor Kurzem habe lockermachen müssen, habe 25 Milliarden US-Dollar betragen, was umgerechnet ca. 18 Milliarden Euro entspreche.


Das sei also nicht einmal das Doppelte dessen, was bisher für die IKB habe aufgewendet werden müssen. Dabei sei die IKB im Vergleich zu den beiden US-Riesen ein absoluter Zwerg. Fannie Mae und Freddie Mac hätten vor einem Jahr Marktkapitalisierungen von zusammen rund 100 Milliarden US-Dollar aufgewiesen. Die der IKB habe bei gut zwei Milliarden US-Dollar gelegen, also ungefähr zwei Prozent dessen.

Das passe irgendwie nicht richtig zusammen. Eigentlich könne es nur zwei Erklärungsansätze geben: Entweder sei die IKB im Verhältnis zu ihrer Größe schier unglaubliche Risiken eingegangen und habe dabei völlig den Überblick verloren. Oder die US-Notenbank staple bei der Kredithilfe für seine großen Immobilienfinanzierer bewusst tief und müsse ebenfalls immer weiter nachlegen. Es stelle sich die Frage, ob die ganze Wahrheit also ähnlich wie bei der IKB nur scheibchenweise an die Öffentlichkeit komme.

Sollte Letzteres zutreffen, müsse man sich unter Umständen noch auf einige weitere Hiobsbotschaften aus den USA gefasst machen. Treffe dagegen die erste Vermutung zu, könne man nur noch verständnislos mit dem Kopf schütteln, dass keiner der ehemaligen Manager zur Verantwortung gezogen werden könne.

Im Gegenteil: Ex-IKB-Chef Stefan Ortseifen habe bekanntlich im Geschäftsjahr 2006/2007 noch Erfolgs-Bonuszahlungen in Höhe von einer Million Euro erhalten. Schadensersatzansprüche könnten an die Ex-Manager ebenfalls nicht gestellt werden. Die Bank habe eine Manager-Haftpflichtversicherung für die Führungsebene abgeschlossen. Ein angemessener Selbstbehalt wie ihn die Regierungskommission für gute Unternehmensführung (Corporate Governance) vorschlage, sei nicht vertraglich vereinbart worden.

Bei der IKB hätten sich die Verantwortlichen für eine Versicherung ohne Eigenbehalt entschieden, habe bereits Ende letzten Jahres die Zeitschrift "Die Zeit" berichtet. Klar, ohne eigenes Risiko lasse sich doch bedeutend unbeschwerter für die Kunden mit High-Risk-Papieren zocken. Nach dem Motto: Klappe es, gebe es fette Bonuszahlungen, wenn nicht sei es auch nicht weiter schlimm!

Klappe die erhoffte Kapitalerhöhung nicht (entsprechende Genehmigungen durch die EU-Kommission stünden noch aus) sei sofort Schicht im Schacht. Dann könne sich die Bank nicht mehr ausreichend finanzieren, um das eigene Geschäft wieder aufzunehmen.

Die Experten vom "Geldanlage-Report" raten Anlegern, keinesfalls Geld in die Aktie der IKB zu investieren. Die Analysten von UniCredit würden das Kursziel bei 20 Cent sehen. Das Fortbestehen der Bank sei akut gefährdet. (Analyse vom 04.08.2008) (04.08.2008/ac/a/nw)



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