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HanseYachts kaufen 25.03.2008
SES Research
Hamburg (aktiencheck.de AG) - Marc Osigus, Analyst von SES Research, bewertet die Aktie von HanseYachts (ISIN DE000A0KF6M8 / WKN A0KF6M) nach wie vor mit "kaufen".
Trotz des anhaltend dynamischen Umsatzwachstums von 35% auf ca. EUR 50 Mio. im ersten Halbjahr 2007/2008 werde HanseYachts die eigene Ergebniserwartung für das laufende Geschäftsjahr verfehlen. Anstelle einer EBIT-Marge von ca. 10% bei einem Umsatz von EUR 135 bis 145 Mio. werde nunmehr eine EBIT-Marge von ca. 5% erwartet. Der Umsatz sollte ca. EUR 135 Mio. betragen.
Dieses Scheitern bei der Transformation der hohen Nachfrage nach allen Hanse-Produkten (Segelyachten und Motorboote) in eine zufriedenstellende operative Profitabilität dürfte der Grund für die Trennung vom bisherigen Finanzvorstand Frank Domeyer sein. Wesentliche Aufgaben des neuen CFO Udo Potthast, bisher Partner einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, würden die Etablierung einer Management- und Organisationsstruktur, die Reduzierung der operativen Aufwendungen (insbesondere Einkaufs- und Personalkosten je Schiff) sowie die Schaffung einer transparenten Zahlenwelt sein.
Konkret zu begründen sei die Gewinnwarnung mit diversen Sondereffekten, aufgrund derer das operative Ergebnis im ersten Halbjahr 2007/2008 um ca. EUR 3 bis 4 Mio. unter den Erwartungen liege: Der Umzug in Polen: Der Umzug in eine neue, modernere und effizientere Produktionsanlage in Polen habe zu Kapazitätsengpässen geführt. Mehrarbeit im Standort Greifswald sowie das Ausweichen auf andere Zulieferer dürfte den Materialaufwand um deutlich mehr als EUR 1 Mio. belastet haben. Der Umzug und damit auch der negative Sondereffekt würden im April abgeschlossen sein.
Die Veränderung des Produktmixes: Der Anstieg der Anzahl der produzierten Schiffe dürfte mit mehr als 20% deutlich unter dem Umsatzanstieg gelegen haben. Dieser Trend zu größeren Schiffen, der aus den geringeren Bestelleingängen für kleinere Yachten (Hanse 430e) und der weiterhin schnell wachsenden Nachfrage nach großen Yachten und Motorbooten resultiere, sei grundsätzlich positiv für die Profitabilität.
Aufgrund des unerwartet abrupten Nachfrageumschwungs sei aber aktuell die Produktionslinie für kleinere Yachten unterausgelastet und die für größere Yachten voll ausgelastet, was zu einem Nichtausschöpfen des Umsatzpotenzials und einer geschätzten Ergebnisbelastung von mehr als EUR 0,75 Mio. geführt haben dürfte. Mit der Fertigstellung der neuen Produktionshalle für große Boote im Mai 2008 sollte die Produktion erheblich flexibler und leistungsfähiger werden.
Schneller Ausbau des F&E-Bereiches: Der Börsengang und die dadurch steigende Bekanntheit hätten HanseYachts den Ausbau des F&E-Bereiches erheblich erleichtert. Die Kosten dürfte dies im ersten Halbjahr 2007/2008 um cirka EUR 0,5 Mio. belastet haben.
Der Anstieg der Vorräte: Während im zweiten Quartal des Vorjahres (bis Dezember 2006) aufgrund der Mehrwertsteuererhöhung in Deutschland die Kunden ihre Schiffe noch vor dem Jahresende hätten erhalten wollen, habe sich diese Situation im zweiten Quartal 2007/2008 normalisiert. Die erwartete Auslieferung der meisten Boote im März/April habe für einen Anstieg des Bestandes an Schiffen von ca. EUR 5 Mio. gesorgt und damit zu einer Ergebnisbelastung von geschätzten EUR 0,75 Mio. geführt. Dieser Effekt werde sich im laufenden Quartal normalisieren.
Zudem - und dies dürfte auch im zweiten Halbjahr 2007/2008 die operative Profitabilität noch belasten - führe die beschriebene bedingte schwächere Nachfrage nach kleineren Yachten zu einem intensiveren Wettbewerb in diesem Segment. Zwar gewinne Hanse aufgrund der überlegenen Produkte, d.h. mehr Raumangebot und exklusivere Ausstattung nach wie vor substanziell Marktanteile - die operative Marge bei diesen Produkten sei aber aufgrund der fehlenden Preissetzungsmacht aktuell sehr gering.
Ohne eine verbesserte konjunkturelle Situation und ohne weitere Konsolidierung der Branche sollte sich die operative Marge nicht nachhaltig verbessern. Dies gelte insbesondere deshalb, weil der Wettbewerber Bavaria mit Umsatzeinbrüchen zu kämpfen habe, Dufour bestenfalls stagniere und auch Beneteau hier wachstumsschwach sei.
Die Nachfrage nach großen Hanse-Segelyachten, Fjord-Motorbooten und Moody-Segelyachten sei unverändert schnell wachsend, so dass nicht nur im zweiten Halbjahr, sondern auch im Folgejahr ein Umsatzwachstum von 20 bis 30% absehbar sei. Die deutlich reduzierten Schätzungen würden jedoch ebenso reflektieren, dass der Absatz der kleineren Yachten in Kombination mit einem Preiskampf in diesem Segment noch bis in das folgende Geschäftsjahr anhalte. Die Materialaufwandsquote sollte also unter Druck bleiben und sich erst im nächsten Jahr mit einem höheren Produktionspotenzial für größere Yachten und geringeren Einkaufskosten erholen.
Ähnlich sei es bei der Personalaufwandsquote: Ein höherer Umsatz dürfte hier aufgrund erheblich effizienterer Produktionsprozesse in 2008/09 ohne neue Mitarbeiter möglich sein.
Der Newsflow dürfte sich künftig verbessern: Das nachfrageseitig positive thematische Umfeld aus hervorragendem Feedback zur neuen Produktlinie Moody sowie die zahlreichen Auszeichnungen für die erste Motoryacht Fjord Open sollten sich in weiterhin dynamischen Umsatzwachstum widerspiegeln. Mit neuem Finanzvorstand und Etablierung einer bislang kaum vorhandenen Struktur im Finanzbereich sollte die operative Profitabilität nach dem Erreichen des Tiefpunktes im aktuellen Jahr künftig überproportional steigen.
Auf Basis der neuen Schätzungen würden FCF-Yield 2008/2009e und DCF-Modell zu einem neuen Kursziel von EUR 36 nach vorher EUR 45,50 führen.
Die Empfehlung der Analysten von SES Research lautet für die Aktie von HanseYachts unverändert "kaufen". (Analyse vom 25.03.2008) (25.03.2008/ac/a/nw)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
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