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Deutsche Wohnen verkaufen


28.11.2007
Bankhaus Lampe

Düsseldorf (aktiencheck.de AG) - Der Analyst vom Bankhaus Lampe, Frank Neumann, empfiehlt unverändert die Aktie der Deutschen Wohnen AG (ISIN DE0006283302 / WKN 628330) zu verkaufen.

Die Deutsche Wohnen habe gestern die ersten Quartalszahlen nach der erfolgten Übernahme der Gehag im August diesen Jahres veröffentlicht. Die Gehag sei für zwei Monate mit in die Berechnung einbezogen worden (at cost-Konzernabschluss). Die Zahlen für das dritte Quartal 2007 würden sich wie folgt zusammenfassen lassen: Umsatz 63,6 Mio. EUR, Ergebnis aus der Wohnungsprivatisierung 8,7 Mio. EUR, EBIT 9,3 Mio. EUR, Erträge aus dem Unternehmenszusammenschluss 57,9 Mio. EUR, EBT 48,4, Mio. EUR, Periodenüberschuss 38,8 Mio. EUR, NAV/Aktie 39,00 EUR (Pro-Forma) und FFO/Aktie (in den ersten neun Monaten 2007) 0,17 EUR.

Das gute Ergebnis im dritten Quartal verdanke die Gesellschaft vor allem den nicht Cash-flow relevanten Erträgen aus dem Unternehmenszusammenschluss mit der Gehag. Ohne diese einmaligen Gewinne habe die Gesellschaft einen Periodenüberschuss von -9,5 Mio. EUR für das Quartal ausgewiesen. Die FFO (funds from operations) hätten sich nach Gesellschaftsangaben auf 4,4 Mio. EUR für die ersten neun Monate 2007 belaufen. Dies entspreche einem Wert von 0,17 EUR je Aktie.


Die Dividendenpolitik sollte sich an dieser Kenngröße widerspiegeln, denn einerseits könnten Auszahlungen an die Aktionäre sowie Investitionen in neue Projekte durch die FFO finanziert werden. Das Unternehmen habe bisher eine Dividende von 1,75 EUR je Aktie für 2007 in Aussicht gestellt. Bei der gestrigen Telefonkonferenz sei dies jedoch deutlich in Frage gestellt worden. Eine definitive Mitteilung über die angestrebte Dividendenhöhe solle es Anfang 2008 geben. Sollten die Zahlungen bei 1,75 EUR beibehalten werden, würden die Dividendenzahlungen aus dem jetzigen Werten der Gesellschaft bezahlt werden. Diese Konstellation werde sich nach Erachten der Analysten auch in den nächsten Jahren nicht ändern - wenn man von einmaligen Verkaufserlösen von Randaktivitäten bzw. dem Blockverkauf von bis zu 5.000 Wohnungen absehe. Deutsche Wohnen würde also bei einem Beibehalten der hohen Auszahlungen deutlich an Substanz verlieren.

Interessant bleibe, wie das Quartalsergebnis ausfalle, wenn die Gehag ein komplettes Quartal in die Gewinn- und Verlustrechnung der Deutsche Wohnen einfließe. Insgesamt würden die Analysten aktuell keinen Grund sehen in diesen Wert investiert zu sein. Die Analysten würden nach der Aktualisierung ihres Modells ihr Urteil "verkaufen" beibehalten und würden einen fairen Wert der Aktie bei 24,00 EUR sehen. Als Basis für ihr Modell würde ihnen ihr Peer-Group Modell sowie ihr Discounted-Dividend-Modell dienen.

Der Rückgang des Zielkurses durch die Analysten gehe darauf zurück, dass die Gesellschaft ihre zukünftigen Dividendenzahlungen wahrscheinlich nach unten anpassen werde. Bis die Gesellschaft definitive Angaben über die Dividendenzahlungen mache, würden die Analysten nicht mehr Dividenden in Höhe von 1,75 EUR für 2007 und 2008 erwarten, sondern würden den Wert in der Nähe der erwirtschafteten FFO sehen. Dies bedeute für 2007 eine Dividende von 0,40 EUR und 2008 von 0,80 EUR. Weiterhin sei die Peer Group des Unternehmens in den letzten Wochen unter Druck gekommen, was auch zu der Rücknahme des fairen Wertes beigetragen habe. Das Kursziel der Analysten entspreche damit einem Discount von ca. 38% gegenüber den NAV, den die Gesellschaft in den Neun-Monats-Zahlen 2007 bekannt gegeben habe.

Die Analysten vom Bankhaus Lampe raten die Aktie der Deutschen Wohnen AG zu verkaufen. (Analyse vom 28.11.2007) (28.11.2007/ac/a/nw)




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