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Datum/Zeit |
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8,25 € |
+0,45 € |
+5,45 % |
21.04/17:35 |
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| ISIN |
WKN |
Jahreshoch |
Jahrestief |
| DE0005895403 |
589540 |
- € |
- € |
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Grammer kaufen 25.10.2007
Aktienservice Research
Bad Nauheim (aktiencheck.de AG) - Die Experten von "Aktienservice Research" empfehlen die Aktie von Grammer (ISIN DE0005895403 / WKN 589540) zu kaufen.
In der zweiten und dritten Reihe der deutschen Aktienlandschaft würden sich trotz der guten Performance der heimischen Nebenwerte unverändert aussichtsreiche Aktien befinden, bei denen langfristige Käufe infrage kommen könnten. Dazu gehöre der Automobilzulieferer Grammer. Er besteche durch eine günstige Bewertung sowie eine verlockende Dividendenrendite und biete damit ein attraktives Chance/Risiko-Verhältnis.
Grammer gehöre heute zu den weltweit führenden Herstellern von Pkw-Innenausstattungen. Das mehr als 100 Jahre alte Unternehmen gehe auf die 1880 von Willibald Grammer gegründete Sattlerei zurück. Sein Enkel Georg Grammer sei 1954 mit dem "Betrieb zur Fabrikation von Sitzkissen" gestartet. Gute zehn Jahre später seien dann die ersten gefederten Fahrersitze in Produktion gegangen - ein Geschäftsbereich, der bis heute einen großen Stellenwert habe.
Im zweitgrößten Konzernsegment (Umsatzanteil rund 31%) produziere das Unternehmen Sitzsysteme für die Bahn, Lkws, Busse sowie Bau- und Landmaschinen. Etwa 65% der Einnahmen generiere das größte Geschäftsfeld Automotive. Hier liefere der Konzern Kopfstützen, Armlehnen, Mittelkonsolen und integrierte Kindersitze an namhafte Pkw-Hersteller und Systemlieferanten der Fahrzeugindustrie. Das kleinste Segment sei die Sparte Passagiersitze, in dem Sitze für Bahnen und Busse hergestellt würden.
Die Geschäfte würden gut laufen, auch wenn das Unternehmen bei Vorlage der Halbjahresbilanz im August gegenüber dem Vorjahreszeitraum leichte Gewinnrückgänge zu verzeichnen gehabt habe. So habe sich der Nachsteuergewinn von 12,9 auf 12,7 Mio. Euro verringert. Und auch das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) sei von 24,5 auf 24,3 Mio. Euro etwas gesunken. Allerdings sei dies auf das schwächere Ergebnis im ersten Quartal zurückzuführen, in dem das EBIT von 12,5 auf 10,1 Mio. Euro geschrumpft sei. Ursache seien Produktaus- und Neuanläufe.
Im zweiten Quartal hätten diese Auswirkungen trotz negativer Wechselkurseffekte aber bereits nahezu vollständig kompensiert werden können. Das EBIT sei im Zeitraum von Juli bis September von zwölf auf 14,2 Mio. Euro gestiegen. Und auch die Umsatzentwicklung sei sehr ordentlich gewesen: Im zweiten Quartal hätten sich die Einnahmen um 12,7% auf 254,2 Mio. Euro verbessert. In den ersten sechs Monaten habe der Konzern ein Umsatzplus von 9,8% auf 491,9 Mio. Euro verbucht. Dabei hätten alle drei Sparten Zuwächse verbuchen können.
Bei Vorlage der Bilanz habe sich Grammer zudem optimistisch für den weiteren Jahresverlauf gezeigt, auch wenn steigende Preise für Stahl und mineralölbasierte Produkte sowie ungünstige Währungskursentwicklungen das Ergebnis beeinträchtigen könnten. Insgesamt solle der Umsatz 2007 den Vorjahreswert um 7% übersteigen. Und auch beim EBIT rechne der Konzern mit einem stabilen Wachstum. Trotz des schwächeren Jahreseinstiegs dürfte es über dem Wert des Vorjahres liegen.
Um seine Ziele zu erreichen, sei das Unternehmen Grammer sehr konsequent. Der Konzern optimiere stetig seine Prozesse und versuche, Kosten zu senken, beispielsweise durch Materialeinsparungen oder die Modularisierung der Produkte. Um nachhaltig Wachstumspotenziale zu erschließen, wolle die Gesellschaft zudem international weiter expandieren und das Kundenportfolio vergrößern. In der Halbjahresbilanz sei von einer Forcierung der Offroad-Geschäftstätigkeit in den USA sowie der asiatischen Aktivitäten in den Segmenten Automotive und Fahrersitze die Rede gewesen.
Konsequent sei der Konzern auch beim Management. Nachdem bekannt geworden sei, dass es wohl unterschiedliche Auffassungen in der mittelfristigen Geschäftsausrichtung gebe, habe sich das Unternehmen Ende September mit sofortiger Wirkung von seinem Vorstandsmitglied Uwe Wöhner getrennt, der für den Produktbereich Automotive verantwortlich gewesen sei. Und auch bei der Belegschaft wolle Grammer offenbar weiter handeln. Einem jüngst veröffentlichten Zeitungsbericht zufolge wolle der Konzern vor allem im Ausland Stellen streichen, um so seinem Ziel näher zu kommen, bis 2009 bei einem Umsatz von einer Milliarde Euro eine Gewinnmarge von mehr als 5% zu erwirtschaften.
Der seit August amtierende neue Firmenchef Rolf-Dieter Kempis setze somit weiter auf Effizienzverbesserungen. Die bereits im letzten Jahr mit Betriebsrat und Mitarbeitern vereinbarten Kostenreduzierungen im Personalbereich dürften laut Analysten bis 2010 Einsparungen von insgesamt 40 Mio. Euro bringen. Trotz der nach Meinung die Experten guten fundamentalen Verfassung sei der Kurs in den vergangenen Monaten etwas unter die Räder gekommen. Seit dem Mehrjahreshoch im Dezember 2006 sei es bis August 2007 kontinuierlich abwärts gegangen. Es sei eine kräftige Erholung bis Anfang Oktober gefolgt, der sich erneut eine Korrektur angeschlossen habe.
Angesichts eines günstigen KGVs (2008e) von neun sowie einer ordentlichen Dividendenrendite von rund 5% ergebe sich auf dem aktuellen Niveau aber ein interessantes Chance/Risiko-Verhältnis.
Entsprechend könnten derzeit langfristige Käufe der Grammer-Aktie in Erwägung gezogen werden, selbst wenn in der aktuellen Marktlage weitere Rücksetzer nicht auszuschließen sind, so die Experten von "Aktienservice Research". Der Stopp-Loss sollte bei 18,00 Euro platziert werden. (Aktien Ausgabe 438 vom 24.10.2007) (25.10.2007/ac/a/nw)
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