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Borussia Dortmund verkaufen


07.08.2007
GSC Research

Düsseldorf (aktiencheck.de AG) - Der Analyst von GSC Research, Klaus Kränzle, rät unverändert zum Verkauf der Borussia Dortmund-Aktie (ISIN DE0005493092 / WKN 549309).

Aufgrund der verbesserten sportlichen und wirtschaftlichen Perspektiven des Vereins hätten die Analysten ihre Umsatzschätzungen der neuen Entwicklung angepasst und stark nach oben korrigiert. Berücksichtigt hätten sie hierin einerseits die Rekordzahl von 50.549 (Vj. 45.000) verkauften Dauerkarten für die Saison 2007/08, andererseits deutlich höhere Fernseh- und Sponsorenerlöse, da diese zu großen Teilen an die Platzierung der Vereine gebunden seien. Bei ihren Schätzungen für 2007/08 würden sie von einer Platzierung zwischen Tabellenplatz drei und sechs ausgehen.

Nachdem Premiere bei der letzten Vergabe der Live-Rechte für die Bundesliga außen vor geblieben sei, habe das Untenehmen bei der Vergabe der Rechte für die Spielzeiten 2009 bis 2012 wieder bessere Karten. Die Analysten würden gegenüber dem bisherigen Vertrag (ARD, ZDF, DSF, Arena und Premiere) mit einer Steigerung von etwa 15 Prozent auf circa 480 (2006 bis 2009: 420) Mio. Euro rechnen, die Premiere durch einen höheren Exklusivitätsgrad aufbringen dürfte.

Eine Abschaffung der Sportschau würden sie auf Grund des massiven Interesses der Sponsoren und damit letztendlich der Vereine an einer Präsenz im freien Fernsehen für nicht realistisch halten. Die Bundesligavereine würden hier nach Meinung der Analysten einen Kompromiss anstreben. Für den BVB würden die Analysten vor diesem Hintergrund jährliche Einnahmen von 20 bis 24 Mio. für realistisch halten.


Der von den Analysten kalkulierte dritte bis sechste Tabellenplatz in der aktuellen Saison würde zu einer Teilnahme am europäischen Geschäft in 2008/09 berechtigen. Mögliche zusätzliche Einnahmen aus Champions-League oder Uefa-Cup hätten sie aus zwei Gründen dennoch noch nicht berücksichtigt: Zum einen stünden organisatorische Veränderungen bezüglich der Teilnahmeberechtigung bei diesen Wettbewerben an, zum anderen seien die Analysten aufgrund der begrenzten Planbarkeit sportlicher Erfolge nach den Erfahrungen der letzten Jahre bewusst vorsichtig.

Sobald sich beim Eintreffen ihrer prognostizierten sportlichen Entwicklung eine Teilnahme an einem europäischen Wettbewerb für die Saison 2008/09 konkreter abzeichne, würden die Analysten ihre Schätzungen nach oben anpassen. Bei einer Teilnahme am internationalen Geschäft seien je nach Wettbewerb und Weiterkommen nach ihrer Einschätzung zusätzliche Umsätze in einer Größenordnung von 10 bis 30 Mio. Euro pro Jahr möglich.

Auf der anderen Seite hätten die Analysten auch ihre Schätzungen für die Kostenseite deutlich nach oben korrigiert. Insbesondere beim wichtigsten Ausgabenblock Personal (Lizenzspieler und "reguläres" Personal) würden die Analysten einem Anstieg um ein Fünftel auf circa 42,6 Mio. Euro prognostizieren (2006/07e: 35,0 Mio. Euro). Bei den sonstigen Aufwandspositionen würden sie lediglich mit einem unterproportionalen Anstieg kalkulieren.

Vor dem Hintergrund eines leicht verschlechterten Finanzergebnisses und einer leicht erhöhten Steuerquote würden die Analysten per Saldo mit einem marginal zurückgehenden Jahresüberschuss nach Steuern und einem nahezu unveränderten Gewinn je Aktie rechnen. Nach den finanziellen Problemen der letzten Jahre würden die Analysten diese Entwicklung für eine beachtliche Leistung des Managements halten.

Vor dem Hintergrund der Übernahme-Fantasie englischer Fußballaktien ist der BVB-Kurs deutlich über seinen fundamentalen Wert hinausgeschossen, so dass die Analysten von GSC Research trotz der verbesserten wirtschaftlichen und damit einhergehenden sportlichen Perspektiven an ihrer Verkaufsempfehlung für die Borussia Dortmund-Aktie festhalten. Den verbesserten Rahmenbedingungen würden die Analysten durch die Anhebung ihres Kursziels von 1,60 Euro auf 1,92 Euro Rechung tragen. (Analyse vom 07.08.2007) (07.08.2007/ac/a/nw)




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