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28,90 € |
-0,15 € |
-0,52 % |
24.04/17:35 |
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| ISIN |
WKN |
Jahreshoch |
Jahrestief |
| DE0006200108 |
620010 |
- € |
- € |
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INDUS Holding kaufen 02.02.2007
Bankhaus Lampe
Düsseldorf (aktiencheck.de AG) - Roland Könen, Analyst vom Bankhaus Lampe, bekräftigt sein "kaufen"-Votum für die Aktie der INDUS Holding (ISIN DE0006200108 / WKN 620010).
INDUS habe Mitte dieser Woche überraschend vorläufige Zahlen zum Geschäftsjahr 2006 genannt und zugleich publiziert, dass aufgrund des ausgeweiteten Margendrucks in der Automobilindustrie Abschreibungen auf das Finanzanlagevermögen von über 80 Mio. Euro vorgenommen werden müssten.
Für die operative Entwicklung avisiere das Management erwartungsgemäß eine über den Vorjahreszahlen liegende Entwicklung. Mit über 820 Mio. Euro Konzernumsatz habe INDUS etwas mehr als von den Analysten zuletzt erwartet (805 Mio. Euro) erlöst. Das EBITDA erwarte der Vorstand über dem Vorjahreswert von 122 Mio. Euro (die Erwartung der Analysten: 136 Mio. Euro).
Angesichts des operativ planmäßig verlaufenen Geschäftsjahres 2006 sowie der Tatsache, dass die a.o. Abschreibungen nicht liquiditätswirksam seien, bestätige INDUS die Kontinuität der Dividendenpolitik und avisiere einen Ausschüttungsbetrag je Aktie von 1,20 Euro (aktuelle Rendite: 4,0%).
Die genannten außerordentlichen Abschreibungen würden zum Großteil den Automotive-Bereich betreffen, in dem der Preisdruck, insbesondere der Tier 1-Zulieferer (Continental, Bosch, etc.), mit 3,5% bis nahezu 10% über den jährlich ohnehin schon vorhandenen 3% - 4% sich noch deutlich verstärkt habe. Während die kleineren Beteiligungsunternehmen hiervon angabegemäß nicht sonderlich betroffen seien, sei die operative Entwicklung gerade bei den größeren Zulieferunternehmen des INDUS-Portfolios wie Selzer, S.M.A, Wiesauplast oder Aurora rückläufig.
Zu beachten sei, dass das Abschreibungsvolumen von über 80 Mio. Euro in der AG-Bilanz anfalle, die nach HGB aufgestellt sei. In den vorangegangenen Jahren habe INDUS Abschreibungen auf einzelne Beteiligungsansätze (jährlich ca. 2,5% - 3,0% auf rund 600 Mio. Euro) mit Zuschreibungen bei anderen Finanzanlagen wieder ausgleichen können. Diese Möglichkeit bestehe nach Aussagen der Gesellschaft seit 2006 nach HGB nicht mehr, so dass positive Wertentwicklungen zu nicht hebbaren (außer bei Verkauf, was jedoch gegen die INDUS-Philosophie sei) stillen Reserven führen würden und Wertminderungen direkt ergebniswirksam abgeschrieben werden müssten.
Dass die Auswirkungen auf die Konzernbilanz mit einer a.o. Afa von knapp 14 Mio. Euro deutlich geringer ausfallen würden als in der AG-Bilanz, liege angabegemäß an den konservativen Wertansätzen, die INDUS bei der Umstellung der Konzern- Rechnungslegung auf IFRS vorgenommen habe. Dies habe im letzten Jahr noch zu Enttäuschungen bei vielen Marktteilnehmern geführt, die bei der Umstellung von einer deutlichen Angleichung des IFRS-Ergebnisses an das AG-Ergebnis ausgegangen seien.
Aufgrund des oben Beschriebenen werde das AG-Ergebnis in 2006 mit rund -30 Mio. Euro negativ ausfallen, während das Management für das Konzernergebnis eine Größenordnung von über +20 Mio. Euro avisiere. Weiterhin lege das Management Wert darauf, dass auch nach der Verarbeitung der Abschreibungen, die die Bewertungsrisiken der nächsten Jahre enthalten sollten, die Eigenkapitalquote in der AG bei über 50% liege und sich die Liquidität im Konzern bei ca. 85 Mio. Euro befinde.
Für 2007 erwarte der Vorstand eine weitere Steigerung des Umsatzes (ohne Akquisitionen) auf rund 880 Mio. Euro und eine verbesserte Ertragslage, bei welcher der Anleger das um die Goodwill-Afa bereinigte Jahresergebnis 2006 heranziehen müsse, das die Analysten bei etwa 34 Mio. Euro prognostizieren würden.
Mit Blick auf die Entwicklung des Automotive-Bereichs in den vergangenen Quartalen sowie die allgemeinen Brancheninformationen könnten Abschreibungen auf Wertansätze aufgrund von erodierenden Margen dagegen nicht verwundern. Angesichts der Höhe der jetzt genannten Abschreibungen, die die Analysten in dieser Form sehr überrascht habe, würden sie analog den Aussagen des Managements glauben, dass hier schon Vorsorgebedarf für die kommenden Jahre getätigt worden sei. Positiv würden die Analysten in diesem Zusammenhang bewerten, dass in den anderen Segmenten die Entwicklung mindestens planmäßig (Maschinenbau und Konsum) bzw. deutlich und vor allem auch nachhaltig über den unternehmenseigenen Prognosen (Bau) verlaufe.
Entsprechend den Aussagen des Managements hätten die Analysten ihre Planungsrechnung für 2006 angepasst. Für 2007 und 2008 hätten die Analysten nur leichte Adjustierungen vorgenommen, die insbesondere die Umsatzseite (880 Mio. Euro nach 865 Mio. Euro) betroffen hätten. Das von den Analysten erwartete EBIT verändere sich trotz der höheren Umsatzschätzung nicht sonderlich (98 Mio. Euro nach 96 Mio. Euro), was auf die von ihnen nun schwächer als bislang erwartete Performance des Automotive-Bereichs zurückzuführen sei.
Trotz der leichten Kurssteigerungen seit dem letzten Update der Analysten vom Bankhaus Lampe sowie den Enttäuschungen angesichts der jetzt gemeldeten Abschreibungen behalten sie ihre Empfehlung für den Wert von INDUS Holding mit "kaufen" bei. Angesichts der nahezu unveränderten Gewinnreihe für 2007 und 2008 würden die Analysten ihr Kursziel mit 33,00 Euro beibehalten. Die Analysten würden die INDUS-Aktie, die dem Anleger am Aktienmarkt die Möglichkeit biete, in mittelständische Firmen zu investieren, unverändert langfristig für ein attraktives, dividendenstarkes Investment halten. (02.02.2007/ac/a/nw)
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