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Villeroy & Boch reduzieren 22.08.2001
Sparkasse Aurich-Norden
Die Experten der Gatrixx NetSolutions GmbH stufen in einer Auftragsstudie der Sparkasse Aurich-Norden die Aktie der Villeroy & Boch AG (WKN 765723) auf "reduzieren".
Der Keramikhersteller mit Tradition sei überwiegend im gehobenen und mittleren Preissegment aktiv. Latent noch abhängig von der Bau-Industrie, wolle sich die Gesellschaft zu einem kompletten Anbieter von Innenhaus-Produkten entwickeln. Villeroy & Boch produziere überwiegend keramische Artikel. Die Hauptgeschäftsfelder würden sich auf die Bereiche Fliesen, Bad und Küche, Wellness und Tischkultur teilen.
Neben der Erweiterung des Produktportfolios treibe die Gesellschaft die Internationalisierung voran. Der Auslandsanteil am Gesamtumsatz habe 2000 rund 62 Prozent betragen. Ziel sei, die führende Lifestyle-Marke in der Innenausstattung zu werden. Architekten und Endkunden sollten unter dem internationalen Marketing-Begriff "The House of Villeroy & Boch" Komplettlösungen für den Einrichtungs- und Ausstattungs-Bedarf bekommen.
Nach gutem Start in das Geschäftsjahr 2001 habe sich der positive Trend im zweiten Quartal nicht fortsetzen können. Das Ergebnis vor Steuern (EBT) sei von 10,1 Millionen Euro im ersten Quartal 2001 auf 6,6 Millionen Euro zurück gegangen. Das Halbjahres-EBT von 16,7 Millionen Euro sei damit gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum (17 Millionen Euro) gesunken. Positive Ergebnisbeiträge der Töchter seien durch Vorlaufkosten für neue Produkte und Reorganisationskosten im US-Fliesengeschäft aufgezehrt worden. Der Halbjahres-Überschuss sei unverändert bei 11 Millionen Euro geblieben.
Der Umsatzerlös im zweiten Quartal sei leicht auf 247,1 Millionen Euro- gegenüber 245,3 Millionen Euro im ersten Quartal gestiegen. Damit sei der Halbjahresumsatz im Vergleich zu den ersten sechs Monaten 2000 um 6,6 Prozent auf 492,4 Millionen Euro gestiegen. Hierzu hätten insbesondere die neu akquirierten Tochter-Gesellschaften wie Socatra (Frankreich), Svenska Badkar (Schweden) oder die tschechische Vagnerplast beigetragen. Ohne diese wäre der Umsatz um 2,3 Prozent abgesunken.
Für die zweite Hälfte 2001 gehe die Gesellschaft nicht von einer spürbaren Belebung des Konsums aus. Wachstum solle durch neue Produkte und die neuen Konzerngesellschaften insbesondere im Ausland generiert werden. Nach Angaben des Unternehmens würden zur Zeit Akquisitionsgespräche mit mehreren ausländischen Firmen laufen. Die Verhandlungen zur Übernahme der Kunststoff-Sparte von der Düker AG seien ergebnislos geblieben. Hauptkriterium bei einer Übernahme sei die Profitabilität der Firma und eine nachhaltige Wertsteigerung für den Gesamtkonzern.
Kreativität und Innovationskraft habe sich das Unternehmen zum Ziel gesetzt. Diese würden auch nötig sein, um zum Beispiel das defizitäre US-Geschäft im Bereich Fliesen zu reorganisieren oder den leichten Umsatzrückgang im Segment Tischkultur auszugleichen.
Im gegenwärtig schwachen Marktumfeld senke Villeroy & Boch für das Gesamtjahr 2001 die Ausweitung des Umsatzes gegenüber dem Vorjahr von 6,4 Prozent auf rund 4 Prozent. Damit werde die angestrebte Marke von 1 Milliarde Euro Umsatz verfehlt. Beim operativen Ergebnis 2001 erwarte die Gesellschaft einen leichten Anstieg gegenüber dem Vorjahr.
Betrachte man das Geschäftsjahr 2000, habe der Konzern seine 1998 begonnene und durch Akquisitionen vorangetriebene Neuausrichtung umsetzen können. Er habe seinen Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 12,6 Prozent auf 939,6 Millionen Euro gesteigert. Das EBT sei um 39,6 Prozent auf 36,3 Millionen Euro geklettert. Der Jahresüberschuss habe mit 24,8 Millionen Euro rund 1,6 Prozent über dem Vorjahres-Ergebnis gelegen. Grund für den vergleichsweise geringen Anstieg seien deutlich höhere Steuer-Aufwendungen gewesen.
Die strategische Ausrichtung, weg von der unmittelbaren Abhängigkeit vom Bauwesen hin zu einem international ausgerichteten Komplettanbieter von Innenausstattungs-Produkten, mache Sinn. Die Gesellschaft erwirtschafte Gewinn und halte sich im schwierigen Marktumfeld relativ gut. Bei einem 2002er-KGV von 11 seien die flauen Konjunkturaussichten jedoch nur anteilig enthalten. Auch der Chartverlauf der Aktie prophezeie nichts Gutes. Der langfristige Aufwärtstrend sei nach Bekantgabe der Halbjahreszahlen 2001 nach unten durchbrochen worden.
Konservativen Anlegern raten die Experten der Gatrixx NetSolutions GmbH in einer Auftragsstudie der Sparkasse Aurich-Norden zur Zeit von einem Engagement in Villeroy & Boch-Papiere ab. Wer bereits Aktien halte, sollte sie reduzieren.
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