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Funkwerk halten 19.07.2006
Bankhaus Lampe
Düsseldorf (aktiencheck.de AG) - Roland Könen, Analyst vom Bankhaus Lampe, stuft die Aktie von Funkwerk (ISIN DE0005753149 / WKN 575314) von "kaufen" auf "halten" zurück.
Funkwerk habe gestern eine Gewinnwarnung für das laufende Geschäftsjahr 2006 abgegeben, nachdem bereits in 2005 zweimal die ursprüngliche Guidance nach unten habe angepasst werden müssen.
Nach vorläufigen Zahlen habe die Gesellschaft im zweiten Quartal 2006 einen Umsatz von rund 58 Mio. EUR und ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) von rund 1 Mio. EUR erzielt und damit die eigenen Planungen angabegemäß deutlich verfehlt. Ursächlich dafür seien nach Aussage der Gesellschaft im Wesentlichen geringer als erwartete Auftragsvergaben im zweiten Quartal und erhöhte Aufwendungen für Projekte im Geschäftsfeld Traffic & Control Communication sowie ein sich weiter abschwächendes Nachrüstgeschäft für Freisprechanlagen im Bereich Automotive Communication gewesen.
Im ersten Halbjahr 2006 werde Funkwerk somit statt wie geplant rund 120 Mio. EUR nur gut 110 Mio. EUR erlösen. Das EBIT habe sich in diesem Zeitraum auf 1,4 Mio. EUR belaufen, geplant seien etwa 6 Mio. EUR gewesen. Angabegemäß könnten diese negativen Entwicklungen im ersten Halbjahr voraussichtlich nicht durch die für das zweite Halbjahr 2006 erwarteten Umsatz- und Ergebnissteigerungen wettgemacht werden. Darüber hinaus habe sich die Wahrscheinlichkeit für die Realisierung eines größeren Auftrags aus einem außereuropäischen Infrastrukturprojekt noch im laufenden Jahr soweit verringert, dass die Jahresplanung auch um diesen Faktor korrigiert werden müsse.
Daraus folge, dass die Gesellschaft die Umsatzerwartung für 2006 aktuell auf 250 Mio. EUR (bislang 270 Mio. EUR) reduziere und die EBIT-Prognose auf 10 Mio. EUR (bislang 22 Mio. EUR) zurücknehme. Die endgültigen Zahlen für das erste Halbjahr 2006 sowie den vollständigen Halbjahresbericht werde Funkwerk am 9. August 2006 veröffentlichen.
Bereits nach den Zahlen zum ersten Quartal 2006 habe das Management angedeutet, dass die Erzielung der ursprünglichen Gesamtjahresguidance ambitioniert sei. Die Analysten seien bereits damals bezüglich eines möglichen Übertreffens der Jahresguidance skeptisch gewesen und hätten folglich ihre Schätzungen unterhalb der unternehmenseigenen Planung aufgesetzt. Die jetzt avisierte deutliche Verfehlung überrasche die Analysten insbesondere in dieser Dimension, zumal aktuelle Gespräche mit der Gesellschaft nicht auf eine derart desolate Geschäftsentwicklung hingedeutet hätten.
Nachdem das Unternehmen bereits in 2005 zweimal die ausgegebene Guidance habe zurücknehmen müssen, stelle sich aktuell die Frage, inwieweit die Gesellschaft aus den operativen und kommunikativen Fehlern der Vergangenheit gelernt habe. Statt nach dem verfehlten Earnings-Management im Vorjahr eine sichere, konservative Gesamtjahresplanung zu veröffentlichen und z.B. Aufträge tatsächlich erst nach erfolgter Unterschrift fest einzuplanen, habe Funkwerk eine - zum damaligen Zeitpunkt - angabegemäß realistische Guidance ausgegeben, in der u.a. auch wahrscheinlich zu erwartende Aufträge berücksichtigt worden seien.
Die Analysten hätten ihre Gewinnschätzungen für 2006 im Rahmen der Gewinnwarnung entsprechend reduziert und würden für das laufende Geschäftsjahr nun nur noch mit einem Ergebnis je Aktie von 0,88 EUR planen (zuvor: 1,84 EUR). Für 2007 habe das Management im Rahmen der Telefonkonferenz zu der aktuellen Ad-hoc ein Umsatzvolumen von rund 280 Mio. EUR mit einer operativen Marge von 8 bis 9% in Aussicht gestellt.
Zuletzt habe die mittelfristige Planung für 2007 noch ein Umsatzvolumen von 310 Mio. EUR beinhaltet. Angesichts des verlorenen Vertrauens würden die Analysten auch für 2007 mit einem Umsatz von 275 Mio. EUR und einer Marge von 7,4% davon ausgehen, dass Funkwerk dann ebenfalls hinter den eigenen Planungen zurückbleiben werde. Die Gewinnschätzung je Aktie reduziere sich dementsprechend von 2,33 EUR auf 1,75 EUR.
Auch die Bewertungsergebnisse der Analysten für die Aktie hätten sich angesichts der Gewinnreduktion verringert. Das Multiplikatormodell der Analysten errechne einen fairen Wert je Aktie von etwa 21 EUR (zuletzt: rund 28 EUR), was einem KGV für 2007 von 12 entspreche. In ihrem DCF-Modell hätten die Analysten angesichts der gestiegenen Unsicherheit die Parameter wie das Beta erhöht, so dass das WACC von 7,3% auf 8,0% angestiegen sei. Zusammen mit den zurückgenommenen Ergebnisschätzungen sinke auch hier der faire Wert von zuletzt 28,50 EUR auf 21,40 EUR. Auf den Durchschnitt der beiden Bewertungsergebnisse von rund 21 EUR nehme man einen Managementabschlag von 30% vor, so dass das neue Kursziel für den Wert bei 15,00 EUR liege.
Die Empfehlung zu der Aktie von Funkwerk reduzieren die Analysten vom Bankhaus Lampe entsprechend von zuvor "kaufen" auf "halten". Aus fundamentalen Aspekten heraus sollten auf dem erniedrigten Kursniveau nach Erachten der Analysten keine Verkäufe mehr vorgenommen werden, da das Unternehmen über solide Bilanzkennzahlen (u.a. EK-Quote: größer als 65%, Nettoguthaben: mehr als 30 Mio. EUR, etc.) verfüge und operativ auf Konzernebene auch in der aktuell schwierigen Phase keine Verluste generiere. (19.07.2006/ac/a/nw)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
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