Nvidia trotzt geopolitischem Gegenwind: Stifel-Analyst sieht Kursziel bei
180 Dollar
Von Redaktion, aktiencheck.de
Wenn es einen Namen gibt, der den aktuellen KI-Boom verkörpert,
dann ist es Nvidia. Die kalifornische Chip-Schmiede hat sich zur zentralen
Infrastruktur der künstlichen Intelligenz entwickelt – eine Art "digitale Goldader" für
Rechenleistung. Doch angesichts wachsender geopolitischer Spannungen,
Exportkontrollen und Margendruck stellt sich die Frage: Ist der Höhenflug noch
berechtigt?
Ja, sagt Ruben Roy, Analyst bei Stifel Nicolaus – und
bleibt am 23. Mai 2025 bei seiner optimistischen Einschätzung. Sein Kursziel:
180 US-Dollar. Die Kaufempfehlung bleibt bestehen.
H200 im Vormarsch, GB200 steht bereit – Nvidia bleibt der
Taktgeber
Ruben Roy verweist auf die anhaltend starke Nachfrage nach Nvidias
H200-GPUs, die vor allem von Hyperscalern wie Microsoft,
Amazon und Google geordert werden. Zwar belasten Exportbeschränkungen
nach China den Absatz der speziell für diesen Markt entwickelten H20-Chips,
doch Roy ist überzeugt: Der negative Effekt wird überkompensiert – und zwar
durch die nächste Generation.
Der GB200, Nvidias kommender KI-Superchip, steht
bereits in den Startlöchern. Erste Kunden sollen ihn bereits 2025/26 produktiv
einsetzen. Roy sieht hier einen potenziellen Umsatztreiber, der nicht nur das
Wachstum stützt, sondern auch Marktanteile gegenüber AMD und Intel weiter
ausbauen dürfte.
Expansion in den Nahen Osten: Milliardenmarkt am Persischen
Golf
Neben den klassischen Märkten in den USA und Asien wagt sich Nvidia
nun in neue Territorien vor: Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen
Emirate und weitere Golfstaaten investieren massiv in Rechenzentren
und KI-Ökosysteme – und setzen dabei auf Nvidia-Technologie.
Laut Roy könnte allein diese Expansion Umsätze im Volumen
von bis zu 1 Milliarde US-Dollar generieren. "Diese Märkte werden in
den nächsten fünf Jahren zu strategischen Säulen für Nvidia", so der Analyst.
Risiken nicht zu unterschätzen – aber kalkulierbar
Natürlich nennt Roy auch Schwächen: Der Start der
GB200/GB300-Serie könnte kurzfristig auf die Margen drücken
– allein wegen hoher Anlaufkosten und Investitionen in Kapazitäten. Zudem seien
einige Hyperscaler in ihren Investitionszyklen aktuell vorsichtig, was sich auf
kurzfristige Volumina auswirken könnte.
Doch Roy bleibt gelassen: "Die strukturelle Nachfrage nach KI-
Infrastruktur ist intakt. Nvidia profitiert hier doppelt – durch Produktführerschaft
und hohe Eintrittsbarrieren für Wettbewerber."
Fazit: Nvidia bleibt das Powerhouse der KI-Ökonomie
Roy positioniert Nvidia als "Kronjuwel der KI-
Infrastruktur". Trotz geopolitischer Herausforderungen und zyklischer
Risiken sei die Aktie attraktiv bewertet – vor allem mit Blick auf die kommenden
12 bis 24 Monate. Das Kursziel von 180 US-Dollar spiegle konservatives
Wachstum wider, so der Analyst – größere Überraschungen nach oben seien
möglich, wenn sich der GB200 schneller am Markt etabliere als derzeit
prognostiziert.
Nvidia ist längst mehr als ein Chiphersteller – es ist das
Betriebssystem des KI-Zeitalters. Wer an die Zukunft der Technologie glaubt,
kommt an diesem Unternehmen nicht vorbei.

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