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Fortsetzung der expansiven FED-Geldpolitik scheint nach Wiederwahl Obamas gesichert


12.11.2012
Union Investment

Frankfurt (www.aktiencheck.de) - Gebannt hatten nicht nur die Kapitalmärkte auf die US-Präsidentschaftswahl gewartet, so die Experten von Union Investment.

Seit vergangenen Dienstag sei es amtlich: Barack Obama werde auch künftig die größte Volkswirtschaft der Welt führen. Nachdem mit Verspätung nun auch die Stimmen im Bundesstaat Florida ausgezählt seien, stehe das Endergebnis fest. Danach könne Obama mit 332 der insgesamt 538 Wahlmännerstimmen rechnen. Allen Zweifeln über seine bisherigen Leistungen zum Trotz sei der Wahlsieg des alten und gleichzeitig neuen Präsidenten damit deutlich ausgefallen. Die Amtseinführung sei für den 20. Januar 2013 vorgesehen.


Auch bei den gleichzeitig abgehaltenen Kongresswahlen hätten sich die US-Bürger für die Beibehaltung des Status Quo entschieden. So hätten die Demokraten ihre Mehrheit im Senat verteidigen können, während die Republikaner im Repräsentantenhaus tonangebend bleiben würden. Die US-Politik sei damit auch künftig von einer parlamentarischen Pattsituation zwischen den beiden großen Parteien gekennzeichnet.

An den Aktienmärkten sei es im Nachgang zur Bekanntgabe des Wahlergebnisses zu Kursrückgängen gekommen. Der Dow Jones Industrial Average (ISIN US2605661048 / WKN 969420) habe auf Wochensicht 2,1 Prozent verloren, an der Technologiebörse NASDAQ (ISIN XC0009694271 / WKN 969427) hätten sich die Abschläge auf 2,6 Prozent summiert. Viele Marktteilnehmer hätten auf einen Wahlsieg Romneys gesetzt, da sie sich von ihm eine wirtschaftsfreundlichere Ausrichtung der US-Politik erhofft hätten. Am Anleihemarkt hätten die Renditen zehnjähriger US-Staatspapiere leicht auf 1,6 Prozent nachgegeben. In der Vorwoche habe der Wert noch bei 1,7 Prozent gelegen.

Kaum wiedergewählt, stehe Obama vor enormen Herausforderungen. Und: Die Zeit dränge. Besonders das "fiscal cliff" bedarf einer Lösung. Bei dieser "Fiskalklippe" handle es sich um Steuererhöhungen und Ausgabenkürzungen, die zum Jahreswechsel gleichzeitig in Kraft treten würden. So würden Ende 2012 Steuersenkungen auslaufen, die noch aus der Präsidentschaft von George W. Bush stammen würden. Zudem würden Programme zur Ausgabenkürzung greifen. Verabredet habe man diese automatischen Einschnitte bereits Mitte 2011, sollte man sich bis Anfang 2013 nicht auf eine Haushaltskonsolidierung einigen. Insgesamt würden sich die Maßnahmen auf ein Volumen von rund 590 Milliarden US-Dollar summieren. Dies entpreche einem Anteil von etwa vier Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Ohne eine Einigung zwischen den Parteien drohe der US-Konjunktur damit ein massiver Bremseffekt.

Zwar gehe die Mehrheit der Beobachter nicht von einer vollständigen Umsetzung aus, zumal die politischen Entscheidungsträger im Bewusstsein ihrer Verantwortung Verhandlungsbereitschaft signalisiert hätten. Eine gewisse Konjunkturbelastung habe jedoch bereits stattgefunden, unabhängig vom tatsächlichen Eintreten der befürchteten Ausgabenkürzungen und Steuererhöhungen. Während sich die auf den privaten Verbrauch abzielenden Frühindikatoren (wie jüngst das von der Universität von Michigan ermittelte Konsumentenvertrauen) positiv entwickeln würden, sei die Investitionstätigkeit die Achillesferse der US-Wirtschaft. Die Unternehmen würden in Erwartung künftiger Belastungen derzeit vorsichtiger agieren und weniger investieren. Unterstützung dürfte in diesem Umfeld weiterhin vonseiten der Geldpolitik kommen. Mit der Wiederwahl Obamas scheine die Fortsetzung des expansiven Kurses der US-Notenbank FED gesichert. (12.11.2012/ac/a/m)




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