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Verstärktes Engagement in Schwellenländeraktien 03.02.2012
BNP Paribas Investment Partners
Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Am 31. Januar 2012 war der amerikanische Aktienindex S&P 500 (ISIN US78378X1072 / WKN A0AET0) bereits vier Tage in Folge gefallen und verzeichnete damit den längsten ununterbrochenen Rückgang seit Mitte Dezember, so die Analysten von BNP Paribas Investment Partners.
Die Aktienmärkte in Europa und den Schwellenländern hätten jedoch im Allgemeinen besser abgeschnitten. An den Finanzmärkten habe weitgehend Ruhe geherrscht. Mit Ausnahme von Portugal seien die Risikozuschläge für Staatsanleihen aus dem Euroraum rückläufig gewesen. Die Handelsvolumen seien im Januar relativ gering gewesen, insbesondere in den USA. Hinsichtlich der Volatilität sei der Trend weiterhin rückläufig gewesen.
Obwohl die Analysten vor der vollständigen Lösung der Staatschuldenprobleme im Euroraum mit einer weiteren Welle der Risikoaversion rechnen würden, hätten sie beschlossen, stärker in Schwellenländeraktien zu investieren und damit das mit ihrem Portfolio verbundene Risiko leicht zu erhöhen. Für diese Investition spreche die Tatsache, dass die Inflation in den Schwellenländern deutlich rückläufig sei und dass die BRIC-Staaten (Brasilien, Russland, Indien und China) ihre Geldpolitik lockern würden. Hinzu komme, dass die Analysten bezüglich der Konjunkturaussichten für die Schwellenländer inzwischen optimistischer seien.
Um ein übermäßiges Engagement in Schwellenländerwährungen zu vermeiden, hätten die Analysten ihre Übergewichtung von Schwellenländeranleihen in Lokalwährung durch eine Übergewichtung von Schwellenländeranleihen in Hartwährungen ersetzt. Sie seien nach wie vor von einer positiven Entwicklung von Schwellenländeranleihen überzeugt. Diese Umschichtung ermögliche ihnen jedoch eine Gewinnmitnahme, da sich Lokalwährungsanleihen im Vergleich zu Hartwährungsanleihen in letzter Zeit relativ gut entwickelt hätten.
Die Analysten hätten amerikanische Small Caps im Vergleich zu Aktien großer amerikanischer Unternehmen übergewichtet. Diese Übergewichtung hätten sie inzwischen vollständig abgebaut. Ihrer Ansicht nach sei die positive Dynamik der überraschend guten US-Wirtschaftsdaten bereits eingepreist. Gleichzeitig würden die Bewertungen von Aktien kleinerer Unternehmen relativ unattraktiv bleiben. Obwohl sich diese Faktoren nicht sehr stark verändert hätten, hätten die Analysten nach der jüngsten Outperformance von Small Caps beschlossen, Gewinne mitzunehmen.
In den USA seien die Ergebnisse des vierten Berichtsquartals bis jetzt durchwachsen. Nur 67% der Unternehmen, die ihre Zahlen bereits veröffentlicht hätten, hätten die Gewinnerwartungen übertroffen. Das sei der niedrigste Anteil seit dem dritten Quartal 2008. Die Umsatzerwartungen seien derzeit von 56% der Unternehmen übertroffen worden. Das sei der niedrigste Anteil seit dem ersten Quartal 2009. Die Gewinnprognosen würden weiterhin nach unten revidiert. Die Kursanstiege hätten jedoch gezeigt, dass ein Teil dieses Pessimismus bereits eingepreist sei.
Die Analysten von BNP Paribas Investment Partners stehen Aktien aus Industrieländern weiterhin vorsichtig gegenüber und würden im Falle einer anhaltenden Kurserholung eher dazu neigen, zu verkaufen als ihr Engagement in dieser Anlageklasse zu verstärken. Ihrer Ansicht nach seien Geldpolitik und Liquidität positive Faktoren, während sie den Konjunkturfaktor als neutral bis leicht negativ einstufen würden. Herabstufungen der Gewinnerwartungen und ein möglicher Schub von Risikoaversion aufgrund der europäischen Schuldenkrise könnten sich ebenfalls belastend auswirken.
In den vergangenen Wochen seien die Renditen für Anleihen auf einen rekordverdächtigen Tiefstand gesunken, was in erster Linie auf eine veränderte Wahrnehmung der Geldpolitik zurückzuführen gewesen sei. Die amerikanische FED rechne inzwischen damit, dass ihr Leitzins, die FED Funds Rate, noch mindestens bis Ende 2014 auf seinem außerordentlich niedrigen Stand bleibe und erwarte für die kommenden Quartale ein bescheidenes Wirtschaftswachstum mit dem Risiko einer Abwärtsbewegung. Angesichts einer Inflationsrate, die unter dem Sollwert von 2% liege und der anhaltend hohen Arbeitslosigkeit habe sich die FED die Möglichkeit einer weiteren Runde quantitativer Lockerung vorbehalten.
In Anbetracht des schwachen bzw. negativen Wirtschaftswachstums im Euroraum, der anhaltenden Staatsschuldenprobleme und der zunehmenden Anzahl von Banken, die auf eine EZB-Finanzierung angewiesen seien, scheine es wahrscheinlich, dass die EZB ihre Leitzinsen weiter senken werde.
Die Renditen für griechische Staatsanleihen seien weiterhin extrem hoch und hätten auch bei portugiesischen Staatsanleihen scharf angezogen. Während Politiker behaupten, Griechenland sei ein Einzelfall, da der Privatsektor nur hier aufgefordert wurde, einen freiwilligen Teilverzicht auf Forderungen aus Staatsanleihen hinzunehmen, scheinen die Anleger zunehmend davon auszugehen, dass dies auch in Portugal der Fall sein wird, so die Analysten von BNP Paribas Investment Partners. Hinzu komme, dass es immer noch unklar sei, wie sich die Situation in Griechenland weiterentwickeln werde.
Italien und Spanien hätten gerade erst mit der Umsetzung ihrer Sparprogramme begonnen. Die Spanische Zentralbank rechne inzwischen damit, dass die spanische Wirtschaft in diesem Jahr um 1,5% schrumpfen werde. Auch für Italien würden die Volkswirte mit einem negativen Wachstum rechnen: -1,3%. In diesem Umfeld werde es nicht einfach sein, die Ziele für den Defizitabbau zu erreichen.
Im vierten Quartal habe das BIP-Wachstum in den USA auf den ersten Blick robust gewirkt: +2,8% im Quartalsvergleich auf annualisierter Basis im Vergleich zu 1,8% im Vorquartal. Doch die anderen Indikatoren hätten ein weniger rosiges Bild gezeichnet: Konsum, Investitionen und Staatsausgaben seien nur geringfügig gewachsen. Der BIP-Deflator, das breiteste volkswirtschaftliche Maß für das Preisniveau, sei so langsam gestiegen wie schon seit über zwei Jahren nicht mehr.
Im Dezember hätten in den USA Aufträge und Versand von Investitionsgütern deutlich zugenommen, da die Unternehmen vor dem Auslaufen dieser Maßnahme von Steuervergünstigungen zur Förderung von Investitionen hätten profitieren wollen. Das Verbrauchervertrauen sei weiterhin relativ schwach gewesen. Die Analysten seien weitgehend davon überzeugt, dass die amerikanische Wirtschaft weiter wachsen werde, wenn auch nur in bescheidenem Maße.
Im Euroraum hätten sich mehrere Frühindikatoren verbessert. Beflügelt durch den weiteren Rückgang der Arbeitslosigkeit habe sich in Deutschland das Verbrauchervertrauen verbessert. Indikatoren, die auf konkreten Daten wie Einzelhandelsumsätzen, Konsumausgaben und neuen Industrieaufträgen beruhen würden, würden jedoch ein weniger positives Bild zeichnen. Es sei möglich, dass der Euroraum in eine leichte Rezession abrutsche, wobei einige Kernstaaten jedoch verschont bleiben könnten. Die Staatsschuldenprobleme und die Sparmaßnahmen würden jedoch nicht für eine schnelle wirtschaftliche Erholung sprechen.
Im Großen und Ganzen ist das Modellportfolio der Analysten von BNP Paribas Investment Partners in allen großen Anlageklassen neutral gewichtet. Sie hätten Unternehmensanleihen übergewichtet, da sie sich bei einem schwachen Wirtschaftswachstum gut entwickeln würden und von den starken Bilanzen der Unternehmen profitieren müssten. Die Analysten hätten Staatsanleihen untergewichtet, würden aber auf eine lange Duration als Absicherung für ihr verstärktes Engagement in Aktien setzen. Bei inflationsindexierten Anleihen seien sie untergewichtet, da sie die überwiegend gedämpfte Inflation und das relative starke Engagement des Index für inflationsindexierte Anleihen in den Peripheriestaaten des Euroraums als negativ ansehen würden. (03.02.2012/ac/a/m)
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