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Finanzmärkte zum Jahresanfang überwiegt Vorsicht 13.01.2012
BNP Paribas Investment Partners
Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Da wir weder damit rechnen, dass die derzeitige Verbesserung der US-Wirtschaftsdaten in ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum übergeht, noch damit, dass in der nächsten Zeit eine Lösung für die Schuldenkrise im Euroraum gefunden wird, behalten wir unsere vorsichtige Haltung bei, so die Analysten von BNP Paribas Investment Partners.
Hierzu gehöre auch, dass die Analysten Schwellenländeraktien bessere Chancen einräumen würden als Aktien aus Industriestaaten. Gleichzeitig stehe man den meisten Kategorien festverzinslicher Wertpapiere neutral gegenüber.
Nach Ansicht der Analysten würden die Rezession und die Staatsschuldenkrise im Euroraum nach wie vor Risikofaktoren für Industrieländeraktien darstellen. Die Herabstufung von Gewinnprognosen lasse nichts Gutes erwarten und die Analysten würden davon ausgehen, dass die Gewinne in diesem oder im darauffolgenden Quartal enttäuschend ausfallen könnten.
Auch wenn die Analysten Aktien aus den USA etwas optimistischer gegenüberstünden, sei die dortige wirtschaftliche Erholung wahrscheinlich nicht stark genug, um die Aktienkurse von Unternehmen aus anderen Industriestaaten nach oben ziehen. Ein Großteil dieser Erholung sei übrigens von den Märkten bereits eingepreist worden: Der S&P 500 (ISIN US78378X1072 / WKN A0AET0) habe verglichen zu seinem Tiefstand im Oktober 2011 17,5% zugelegt, während der EURO STOXX 50 (ISIN EU0009658145 / WKN 965814) heute 17,6% höher liege als im September vergangenen Jahres. Dadurch seien die Bewertungen nicht mehr ganz so attraktiv.
In Anbetracht der jüngsten Konjunkturschwäche und der anhaltenden Stärke des Yen hätten die Analysten japanische Aktien trotz der relativ niedrigen Bewertungen untergewichtet. Was die Emerging Markets anbelange, so seien sie optimistischer, da sie dort nach wie vor von einem strukturellen Wachstum überzeugt seien. Der Rückgang der Inflation und die geldpolitische Lockerung müssten hier dazu beitragen, die negativen konjunkturellen Faktoren aufzufangen.
Die Analysten würden sich für eine Übergewichtung von Unternehmensanleihen entschieden, da sie davon ausgehen würden, dass sie sich in einem von schwachem Wachstum geprägten Umfeld gut entwickeln und von den starken Bilanzen der Unternehmen profitieren würden. Hinzu komme, dass die implizite Ausfallrate deutlich höher liege, als die tatsächliche.
Die Tatsache, dass viele der Investment-Grade-Anleihen aus dem Bankensektor stammen würden, habe ein Risiko dargestellt. Dieses Risiko sei jedoch zurückgegangen, nachdem die EZB den Banken dreijährige Kredite angeboten und dadurch den Finanzierungsdruck gemildert habe. Die Zunahme der Kapitalzuflüsse in Credit Funds und die Verbesserung der Anlegerstimmung hätten ebenfalls zu der Analystenentscheidung beigetragen, Unternehmensanleihen überzugewichten. Die Analysten hätten diese Umschichtung aus dem Verkauf von Staatsanleihen finanziert.
Die neuesten Arbeitsmarktdaten aus den USA seien ermutigend gewesen. Ein Index für noch nicht abgeschlossene, aber vertraglich bereits fixierte Immobilienkäufe sei auf den höchsten Stand seit dem Frühjahr 2010 gestiegen. Andere Wirtschaftsdaten seien hingegen weniger rosig. Aufträge und Versand von Investitionsgütern - ein gutes Barometer für Unternehmensinvestitionen - seien rückläufig gewesen. Das jüngste Stellenwachstum könnte saisonbedingt sein. Gleichzeitig habe der Rückgang der Erwerbsbevölkerung zum Rückgang der Arbeitslosenrate beigetragen. Um mit dem Bevölkerungswachstum mitzuhalten, müsste das Stellenwachstum ein schnelleres Tempo vorlegen.
Es gebe noch weitere Gründe, um sich nicht zu früh zu freuen. Die ISM-Einkaufsmanagerindices für das Verarbeitende und das Dienstleistungsgewerbe würden nicht auf ein starkes Wirtschaftswachstum hinweisen. Der relativ hohe Konsum in der zweiten Hälfte des letzten Jahres werde vermutlich nicht anhalten, da er nicht so sehr durch höhere Gehälter oder positive Vermögenseffekte als vielmehr aus Ersparnissen finanziert worden sei.
Größere Änderungen der Haushaltspolitik seien 2012 nicht zu erwarten: Die Senkung der Sozialversicherungsbeträge sei ebenso wie die Verlängerung des Arbeitslosengelds vorläufig beibehalten worden. Es sei unwahrscheinlich, dass Politiker im Wahljahr Risiken eingehen würden. Die Haushaltskonsolidierung, vermutlich ab 2013, hänge jedoch wie eine dunkle Wolke über der amerikanischen Wirtschaft.
Im Euroraum seien die Renditezuschläge für Staatsanleihen der Peripheriestaaten zurückgegangen. Politiker würden an der im Dezember angekündigten fiskalpolitischen Übereinkunft (fiscal compact) arbeiten, doch die Analysten würden nicht damit rechnen, dass die Krise so gelöst werden könne. Währenddessen befinde sich die Wirtschaft des Euroraums vermutlich in einer Rezession. Der Einkaufsmanagerindex liege unter 50 Zählern und weise damit auf eine Schrumpfung der Wirtschaft hin. Der ESI-Index für die Wirtschaftsstimmung sei weiterhin rückläufig und auch die Einzelhandelsumsätze seien schwach gewesen. Die Kreditvergabe der Banken an den privaten Sektor sei ebenfalls zurückgegangen. Dadurch dass die EZB dreijährige Kredite vergaben habe, habe das Risiko einer Kreditklemme jedoch reduziert werden können.
Ein Großteil der japanischen Wirtschaftsdaten lasse darauf schließen, dass der Motor der japanischen Wirtschaft nach der V-förmigen Erholung im Anschluss an den erdbeben- und tsunamibedingten Konjunktureinbruch ins Stottern geraten sei. Das Land stecke nach wie vor im Sumpf der Deflation und leide unter zwei weiteren Faktoren: Dem nachlassenden globalen Wirtschaftswachstum und dem starken Yen, der die Ausfuhren belaste. Da die Analysten nicht damit rechnen würden, dass sich hieran in nächster Zeit etwas ändern werde, würden sie davon ausgehen, dass sich die japanische Wirtschaft auch in der nächsten Zeit zu kämpfen habe.
Die Schwellenländer hätten einen schnellen Rückgang der Inflation verzeichnet. Immer mehr Zentralbanken hätten daraufhin auf weitere Zinsschritte verzichtet bzw. Maßnahmen zur geldpolitischen Lockerung ergriffen. Dies müsste die Folgen der weltweiten Konjunkturschwäche, die an den Ausfuhren der Schwellenländer deutlich zu erkennen sei, zumindest teilweise auffangen. Der Einkaufsmanagerindex für die Schwellenländer weltweit habe in den letzten sechs Monaten stabil bei ca. 50 Punkten gelegen. Kein gutes Ergebnis, aber auch kein Hinweis auf eine deutliche Abkühlung des Wirtschaftswachstums. (13.01.2012/ac/a/m)
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