|
 |
|
| |
|
 |
| Kurs |
Vortag |
Veränderung |
Datum/Zeit |
| - |
- |
0 |
0 % |
/ |
| |
| ISIN |
WKN |
Jahreshoch |
Jahrestief |
|
|
- |
- |
| |
|
|
| |
|
|
| |
CEE-Entwicklungen spiegeln Instabilität der Eurozone wider 11.01.2012
Raiffeisen Bank International AG
Wien (aktiencheck.de AG) - "Zentral- und Osteuropa bleibt weiter im Bann der Staatsschuldenkrise der Eurozone", erklärt Peter Brezinschek, Leiter von Raiffeisen Research einer Einheit der Raiffeisen Bank International AG (RBI) und bezieht sich dabei auf die von seinem Team revidierten Wachstumsprognosen 2012 für Zentral- und Osteuropa (CEE).
Raiffeisen Research gehe davon aus, dass die gesamte CEE-Region 2012 ein durchschnittliches BIP-Wachstum von 2,0 Prozent erreichen werde. "Die für dieses Jahr recht gedämpfte Wachstumsprognose für CEE muss jedoch vor dem Hintergrund der für die Eurozone erwarteten Rezession im Ausmaß von minus 1,0 Prozent gesehen werden", füge Brezinschek hinzu.
Die Analysten von Raiffeisen Research würden glauben, dass die negativen Auswirkungen wegen der engen Handelsbeziehungen zur Eurozone in Zentraleuropa (CE) mit einem BIP-Wachstum von nur 0,5 Prozent und in Südosteuropa (SEE) mit einem voraussichtlichen Wachstum von 0,4 Prozent besonders ausgeprägt sein würden. Was die GUS betreffe, behalte Raiffeisen Research die bisherige BIP-Wachstumsprognose von 3,1 Prozent für 2012 bei. Die Analysten von Raiffeisen Research würden einen Rückgang des BIP in allen Staaten Zentraleuropas einschließlich Österreichs (-0,5 Prozent) prognostizieren - positive Ausnahme sei Polen: Hier werde ein BIP-Wachstum von 2,2 Prozent erwartet.
Brezinschek betrachte den starken Fokus der regionalen Volkswirtschaften auf Deutschland, aber auch notwendige Budgetkonsolidierungsmaßnahmen und eine vorsichtige Kreditvergabepolitik als die wahrscheinlich wichtigsten Faktoren für ein schwaches erstes Halbjahr 2012. Allerdings äußere sich Brezinschek optimistischer zur zweiten Jahreshälfte: "Ein genauerer Blick auf unsere BIP-Prognose für CEE zeigt deutlich, dass der negative Trend im ersten Halbjahr 2012 voraussichtlich durch eine bessere Entwicklung in der zweiten Jahreshälfte kompensiert werden wird. Dieser Ausblick entspricht auch der für die Eurozone erwarteten Entwicklung", habe Brezinschek gesagt.
Nach Angaben von Raiffeisen Research scheine in vielen Ländern der CEE-Region der Höhepunkt des Inflationszyklus bereits überschritten. "Eine höhere Inflation prognostizieren wir 2012 aufgrund der jeweiligen fiskalpolitischen Maßnahmen nur für Ungarn, die Tschechische Republik und die Ukraine", ergänze Brezinschek. Die von der Europäischen Zentralbank erwartete Senkung der Zinssätze und die voraussichtlich groß angelegte Liquiditätshilfe könnten die kurzfristigen Euribor-Sätze im ersten Halbjahr 2012 unter den Leitzinssatz drücken. Bei rückläufigen Inflationsraten werde dies möglicherweise auch zu Zinssenkungen in den meisten Märkten zwischen Polen und Rumänien führen. "Ungarn ist das einzige Land, von dem wir glauben, dass die Zentralbank versuchen wird, den fragilen Wechselkurs durch Beibehaltung der hohen Leitzinsen aufrecht zu erhalten", erläutere Brezinschek.
Die neuerlichen Spannungen durch die Staatsschuldenkrise dürften die CEE-Währungen im ersten Quartal 2012 weiter unter Druck bringen. "Erst nach einer Verbesserung der Situation der Wirtschaft und der Finanzmärkte im zweiten Halbjahr rechnen wir mit schrittweisen Aufwertungen der CEE-Währungen", skizziere Brezinschek die Lage. "Das gilt auch für den Russischen Rubel, der im ersten Halbjahr gegenüber dem USD traditionell schwach abschneidet."
"Der Abwärtstrend in den CEE-Aktienmärkten im Jahr 2011 war heftig und bewegte sich im zweistelligen Bereich. Während die Märkte, denen es Anfang 2011 noch besser ging, im vierten Quartal deutlich verloren, stabilisierten sich jene, die Anfang 2011 die schwächste Performance gezeigt hatten, wieder", analysiere Brezinschek. Er sehe ein massives Abschwungpotenzial für Anfang 2012, insbesondere an den Börsen in Ungarn, der Tschechischen Republik und in den Balkanstaaten.
Die relativ guten Fundamentaldaten in Polen und Russland sollten sich auch in geringeren Kursverlusten niederschlagen. Brezinscheks vorsichtige Beurteilung der Emerging Markets erstrecke sich bis über die Jahresmitte hinaus, obwohl er annehme, dass die erwartete Wiederbelebung des Wirtschaftsklimas von einer starken Kurserholung der Aktien im zweiten Halbjahr 2012 begleitet sein werde. "Wir gehen von der Grundannahme aus, dass klare Fortschritte bei der Lösung des Schuldenproblems von den Märkten honoriert werden", füge er hinzu.
Die Staatsschuldenkrise, anhaltende Diskussionen um den Kapitalbedarf der heimischen Finanzinstitute sowie die spezifische Zusammensetzung des Leitindexes - im ATX (ISIN AT0000999982 / WKN 969191) würden zyklische Unternehmen und Finanzwerte dominieren - hätten den österreichischen Aktienmarkt 2011 massiv belastet. Dazu komme eine voraussichtlich rückläufige Entwicklung der heimischen Volkswirtschaft im vierten Quartal 2011, wobei den Raiffeisen-Analysten eine Rückkehr zu positiven Wachstumsraten erst im dritten Quartal realistisch erscheine. Auf Gesamtjahresbasis 2012 würden sie einen Rückgang der Wirtschaftsleistung um 0,5 Prozent prognostizieren.
Für den heimischen Aktienmarkt bedeute dies in den nächsten Monaten, dass neuerliche Rückschläge nicht ausgeschlossen werden könnten. "Auch wenn die österreichischen Unternehmen weiterhin über eine gute fundamentale Position verfügen, können sie sich derzeit von den negativen Einflüssen - Stichwort Staatsschuldenkrise - nicht zur Gänze abkoppeln", erkläre Birgit Kuras, Chefanalystin der Raiffeisen Centrobank. Kuras sehe für den ATX im ersten Quartal 2012 demnach noch etwas Raum nach unten, dagegen erlaube der weitere Jahresverlauf, insbesondere die zweite Jahreshälfte, ein zweistelliges Kursplus. Bis zum Jahresende könne der ATX dann durchaus bis zu einer Marke von 2.200 Punkten zulegen, so Kuras.
Bei der Gewinnentwicklung würden die Analysten der Raiffeisen Centrobank einen weiterhin leicht positiven Trend sehen. Trotz enormer negativer Effekte wie etwa Belastungen durch Fremdwährungen würden für 2012 bereinigte Gewinnzuwächse von 13 Prozent erwartet. Dank der relativ schwachen Kursentwicklung seien die Bewertungen zuletzt auf durchaus attraktive Niveaus zurückgekommen: Das auf aggregierten Gewinnschätzungen beruhende Kurs/Gewinn-Verhältnis für 2012 liege derzeit bei neun, das Kurs/Buchwert-Verhältnis sei mit 0,7 anhaltend niedrig. (11.01.2012/ac/a/m)
|
 |
|
|
 |
|
|
| |
|