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Rohstoff-Jahresausblick 2012: Das Jahr des Goldes


30.12.2011
Rohstoff-Report

München (aktiencheck.de AG) - Die Kursrückgänge am Rohstoffmarkt in diesem Jahr haben gezeigt, was bekannt ist, aber oft verschwiegen wird: Obwohl sich einige Rohstoffe in einem übergeordneten starken Bullenmarkt befinden, kann dieser langfristige Trend durch kurz- bis mittelfristige konjunkturelle Faktoren aus der Bahn geworfen werden, so die Experten von "BörseGo" in ihrem "Rohstoff-Report".

In diesen Phasen, und das Jahr 2011 sei eine solche Phase gewesen, würden die Rohstoffe in ihrer Gesamtheit auch nicht mehr taugen, um ein Portfolio zu diversifizieren. Die einzige Ausnahme davon sei Gold. Es habe sich quasi von fast allen Trends abkoppeln können und sei gestiegen.

Die ersten vier Monate des Jahres seien noch positiv für die meisten Rohstoffe gewesen. Die Hoffnung, dass aus den ersten Anzeichen eines konjunkturellen Frühlings - aus den "grünen Sprossen" - ein neuer Aufschwung werde, habe sich dann aber schon bis Anfang Mai in Luft aufgelöst und sei erneuter Rezessionsangst gewichen. Auf vier starke Monate sei dann schließlich ab Mai eine schwache Phase mit fallenden Preisen gefolgt, die bis dato anhalte und drohe, in eine ausgewachsene Korrektur auszuufern.

Im Dezember habe der Shanghai-A-Aktienindex - ein Frühindikator für die westlichen Aktienmärkte und auch für die Rohstoffe - seinen Aufwärtstrend gebrochen - ein böses Omen für das Jahr 2012. Der Shanghai-A-Index habe im Winter des Jahres 2008 - drei Monate vor dem DAX (ISIN DE0008469008 / WKN 846900) und vielen anderen Rohstoffen - einen Boden ausgebildet und dann begonnen, anzusteigen. Nun habe im Dezember 2011 - also ziemlich genau drei Jahre später - das Gegenteil stattgefunden: Der Aufwärtstrend seit Winter 2008 sei gebrochen worden.

Die einzigen Rohstoffe, die im Jahr 2011 deutliche Zugewinne verzeichnen würden, seien Brentöl (+25%) und Gold (+12%). Selbst diese beiden Rohstoffe würden aber deutlich unter ihren Höhepunkten des Jahres notieren. Wegen der hohen Gewichtung des Öls hätten die großen Rohstoffindices gerade noch die schwarze Null erreichen können, sonst wären sie im Minus gelandet. Einige Rohstoffe seien kräftig gefallen - wie Baumwolle und Sojabohnen (-20%), Kupfer und Zink (-25%) und Weizen (-30%).

Die Preisentwicklung von Rohstoffen sei weiterhin volatil. Der aktive Handel von Rohstoffen bleibe angesichts dessen ein profitabler Ansatz. Dabei mache es Sinn, zwischen den einzelnen Rohstoffsektoren hin- und herzuwechseln - also einmal etwa einen Index für Metalle stärker zu gewichten, und einmal etwa einen für Energie. Wer einfach alle Rohstoffe kaufe und keine Umschichtungen durchführe, werde wahrscheinlich enttäuscht werden, wie die magere Performance des Jahres 2011 zeige. Dazwischen könne es sich als lohnenswert herausstellen auch auf einzelne Rohstoffe zu setzen, wobei man die kurze (short) wie auch die lange (long) Seite des Marktes spielen könne.

Die Experten würden damit rechnen, dass es zur Mitte des Jahres, oder möglicherweise schon früher, eine exzellente Einstiegschance bei Silber und Gold geben werde. Silber dürfte bis 25 Dollar pro Unze - und möglicherweise während einer Handelswoche auch darunter - fallen. Anschließend würden die Experten mit dreistelligen Preisen rechnen. Der Kursrückgang dürfte zeitlich mit einem Rückgang bei Gold unter 1.500 Dollar pro Unze zusammenfallen. Auch dies werde eine gute Einstiegsmöglichkeit sein - anschließend, diese Prognose wage man bereits - würden die Experten mit einem Anstieg beim Gold bis auf über 2.000 Dollar pro Unze rechnen.

Wer keine direkten Investments in Gold und Silber tätigen möchte, dürfte auch bei Goldminen günstig zum Zuge kommen. Der AMEX Gold Bugs Index (ISIN XC0009699965 / WKN 969996) dürfte in der ersten Jahreshälfte 2012 weiter korrigieren, könnte dann aber mit fester tendierenden Goldkursen in der zweiten Jahreshälfte 2012 massiv ansteigen. Die Aussagen der Vorstände der großen Goldminen wie Barrick Gold (ISIN CA0679011084 / WKN 870450) würden darauf schließen lassen, dass die Bergbauindustrie - und deren Investoren - dem Goldpreisanstieg in diesem Jahr misstrauen würden. Sie würden mit rückläufigen Goldpreisen rechnen. Die jüngste Entwicklung gebe ihnen Recht. Die Hochs bei über 1.900 Dollar pro Unze hätten nicht gehalten werden können.

Sollte die Prognose der Experten allerdings zutreffen und Gold beginne nach einer Korrektur dynamisch anzusteigen, dann müssten die Investoren im Goldsektor spätestens im Spätsommer anerkennen, dass sie falsch positioniert seien und müssten sich mit Goldaktien eindecken. Der Anstieg beim Gold über 2.000 Dollar pro Unze könnte einen neuen Bullenmarkt bei Goldaktien einläuten.


Die Agrarrohstoffe dürften im Jahr 2012 weiter korrigieren. Die Experten würden an ihrer Short-Position auf Weizen weiter festhalten mit Zielen bei 5,15 Dollar pro Scheffel (ca. 25 Kilogramm) und übergeordnet sogar tiefer. Bedingung sei, dass Weizen nicht mehr über 8 Dollar ansteige (aktuell: 6,50 Dollar). Hohe Preise würden bei einjährigen agrarischen Rohstoffen schnelle Angebotsreaktionen auslösen. Weizen notiere bereits seit dem Jahr 2007 deutlich über seinen langjährigen Durchschnitten. Dies gelte für den gesamten Agrarsektor.

Eine Angebotsreaktion - Landwirte würden mehr anbauen - dürfte die Preise im nächsten Jahr belasten. Natürlich spiele bei Weizen und anderen Agrarrohstoffen auch immer das Wetter eine Rolle. Wenn es - wie in den letzten Jahren - auch 2012 wieder verrückt spiele, dann könnten auch die besonders bei Mais, aber auch bei Weizen und Soja stark dezimierten Lagerbestände nicht wieder aufgefüllt werden und die Preise würden erneut steigen. Aus charttechnischer Sicht würden die Experten aber mit fallenden Notierungen im Agrarsektor im Jahr 2012 rechnen.

An die immer wieder auftauchenden bullischen Prognosen zu Aluminium würden die Experten nicht glauben. Es sei am Aluminiummarkt innerhalb von sechs bis zwölf Monaten möglich, neue Schmelzer zu bauen. Da Tonerde, der Grundstoff für Aluminium, in ausreichenden Mengen verfügbar sei, könne die Industrie auf einen höheren Bedarf also innerhalb kurzer Zeit reagieren. Dies dürfte größeren Preissteigerungen bei Aluminium Einhalt gebieten bzw. zu stark steigende Aluminiumpreise könnten attraktive Short- Einstiegsmöglichkeiten eröffnen. Auf der anderen Seite könnten Aluminiumpreise von 1.900 Dollar pro Tonne oder darunter eine gute Möglichkeit bieten, sich einzudecken, da dann auch Schmelzer abgeschaltet werden würden - mit entsprechenden Folgen für das am Markt verfügbare Angebot.

Das Währungspaar Eurodollar stehe unter Beschuss. Nachdem der Euro während des gesamten Jahres relativ unbeeindruckt behauptet notiert habe, drehe er jetzt klammheimlich im sonst ruhigen weihnachtlichen Handel dynamisch nach unten. Eine Rolle würden dabei zum einen die jüngsten geldpolitischen Maßnahmen der EZB, zum anderen der Foreign Account Tax Compliant Act (FATCA) spielen.

Das US-Gesetz zwinge Banken im Ausland dazu, den US-Steuerbehörden umfassende Informationen zu US-Kunden zu liefern. Sollten die Angaben nicht vollständig sein, müssten 30% der US-Zinsen und Dividenden automatisch eingezogen werden. Da viele Banken den bürokratischen Aufwand scheuen würden, würden sie US-Kunden einfach das Konto kündigen, was zu einer Repatriierung von US-Dollars zurück in die USA führe und dort den Dollar stärke.

Zum anderen sehe der Markt die Bilanz der EZB zunehmend kritisch. Die Bilanz der EZB habe sich im Dezember - auch durch die Vergabe von längerfristigen Refinanzierungsgeschäften um über 300 Milliarden Euro auf 2.733 Milliarden Euro vergrößert - damit sei die Bilanz der EZB größer, als die der Federal Reserve - sie habe per 7. Dezember 2011 bei umgerechnet 2.177 Milliarden Euro gestanden.

Stelle man bei der EZB die Bilanzsumme der Summe aus Kapital und Rücklagen gegenüber, so arbeite die EZB mit einem Hebel von 33,7 - das übersteige selbst den Hebel, mit dem Lehman Brothers im Jahr 2007 gearbeitet habe. Trotz der Tatsache also, dass alle Welt nach der EZB-Bazooka rufe und enttäuscht verkauft habe, als die EZB dem unbegrenzten Aufkauf von Staatsanleihen eine Absage erteilt habe, verlängere die EZB ihre Bilanz deutlich, so deutlich, dass einige Marktbeobachter die Stabilität der EZB anzuzweifeln beginnen würden.

Technisch sei das Währungspaar Eurodollar angeschlagen. Es könnte eine größere Bewegung in den kommenden Tagen und Wochen folgen. Sollte der Dollar dynamisch aufwerten, wäre dies negativ für alle Rohstoffe. Zyklisch betrachtet seien Wahljahre in den USA starke Jahre für den US-Dollar. Er steige normalerweise in Wahljahren immer an.

Nicht nur in den USA, auch in China 2012 werde gewählt. Während in den USA am 6. November Präsidentschafts- und Kongresswahlen seien, würden in China gleich zu Jahresbeginn am 14. Januar ein neuer Präsident sowie ein neuer Staatsrat in Taiwan (legislative) gewählt. Außerdem finde die Präsidentschaftswahl in Südkorea (19. Dezember), Frankreich (22. April) und Russland (4. März) statt. Es sei also nicht auszuschließen, dass die Regierungschefs eher mit Wahlkampf im eigenen Land beschäftigt sein würden und keine großen Projekte mehr auf internationaler Ebene angeschoben würden.

Angesichts der dringenden Probleme im weltweiten Finanzsystem wäre dies keine gute Entwicklung. Dennoch gelte: Rein von den Zyklen herbetrachtet würden amerikanische Aktien in einem Wahljahr bis Ende Mai schwächer tendieren und dann stark anzusteigen beginnen. Einer schwachen ersten Jahreshälfte könnte also eine bessere zweite Hälfte folgen. Insgesamt würden sich die Experten bis auf die getroffenen Aussagen zurückhalten, was Prognosen für das neue Jahr anbelange. Das Jahr dürfte weiterhin von politischen Entscheidungen getrieben sein, vor allem, da jetzt der Wahlkampf in wichtigen Ländern der Erde richtig losgehe. (Ausgabe 25 vom 29.12.2011) (30.12.2011/ac/a/m)




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