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Aktienmärkte Abwärtsbewegung fortgesetzt 16.12.2011
Erste Bank
Wien (aktiencheck.de AG) - Zu Jahresende setzten die Aktienmärkte ihre mittelfristige Abwärtsbewegung fort, so die Analysten der Erste Bank.
Der S&P 500 (ISIN US78378X1072 / WKN A0AET0) sei diese Woche um 1,5% gefallen, der STOXX 600 (ISIN EU0009658202 / WKN 965820) um 1,3% und der Nikkei (ISIN XC0009692440 / WKN 969244) um 3,3%. Die Flucht in den USD sei weiter gegangen und der USD-Index habe mit 81 Punkten den höchsten Wert seit Januar markiert. Diese Bewegung sei auch saisonal zu begründen, da viele US-Fonds zu Jahreswechsel Geld zurück in die USA repatriieren würden.
Auch Gold leide unter dem steigenden USD. Primär-Rohstoffe würden sich im Einklang mit der von den Analysten erwarteten Konjunkturabschwächung in China schwach entwickeln. Kupfer sei um 4% (2011: -25%) und Aluminium um 6% (2011: -20%) gefallen.
Sowohl in den USA als auch in Europa würden weiter defensive Titel aus der Pharmaindustrie in die Depots gekauft. Im STOXX 600 sei der Pharmasektor um 2,5% (2011: +8%) und im S&P 500 um 1% (2011: +6%) gestiegen. Die Analysten würden erwarten, dass der positive Trend dieses Sektors unter anderem aus demografischen Gründen auch in 2012 anhalten werde. Daher würden sie diese Woche mit Novartis (ISIN CH0012005267 / WKN 904278) einen weiteren Titel aus diesem Sektor in die europäische Aktienempfehlungsliste aufnehmen.
In den USA habe sich die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe um 19.000 auf 366.000 verringert. Das sei der niedrigste Wert seit Mai 2008 gewesen. Der Philadelphia-FED-Index sei stark gestiegen. Der Index sei von 3,6 Punkten auf nun 10,3 Punkte (erwartet: 4,5) geklettert. Auch der Empire State-Index habe zugelegt. Der Index sei mit +9,53 Punkten über die Erwartungen von +3,0 Punkten gestiegen.
Spanien sei die Auktion der Staatsanleihen gelungen, woran Italien am Mittwoch gescheitert sei. Beim Verkauf dreier Anleihen habe man doppelt so viel Geld einsammeln können wie geplant - und das zu vergleichsweise günstigen Konditionen. Für fünfjährige spanische Anleihe sei ein durchschnittlicher Zins von 4,02% fällig geworden - zu Monatsbeginn seien es noch 5,28% gewesen. Italien sei wesentlich schlechter weggekommen. Für fünfjährige Anleihen habe man mit 6,47% den höchsten Zins seit Einführung des Euro bezahlt.
Das Marktforschungsinstitut Gartner, welches auf Informationstechnologie spezialisiert sei, prognostiziere für 2012 ein moderates Wachstum der Halbleiterbranche um 2,2%. Das Gesamtvolumen des Halbleitermarktes werde auf USD 309 Mrd. geschätzt. Damit sollte die jüngste Schwächephase bald überwunden sein. Auch das Institut IDS sehe für 2012 ein positives Wachstum (+3,4%) und eine Bodenbildung des Halbleitermarktes im zweiten Quartal.
Frankreichs Geschäftsklima habe sich zum sechsten Mal in Folge eingetrübt. Der Index des Verarbeitenden Gewerbes habe sich im Dezember auf 94 Punkte verringert. Erwartet worden sei ein Wert von 93 Punkten. Das Forschungsinstitut Insee erwarte zudem jetzt eine leichte Rezession in Q4 von -0,2%. (Q1: -0,1%, Q2: +0,1%).
Der japanische Tankan-Diffusions-Index (Lagebeurteilung der Großunternehmen im Verarbeitenden Gewerbe) habe sich auf -4 Zähler verringert, nach einem Stand von +2 Zählern im dritten Quartal. Bei den großen Unternehmen des Nicht-Verarbeitenden Gewerbes habe sich das Geschäftsklima hingegen aufgehellt. Der entsprechende Index sei von +1 auf +4 Zähler gestiegen.
Die Verbraucherpreise in Europa hätten sich im November mit unverändertem Tempo erhöht. So habe die jährliche Inflationsrate der Eurozone bei 3,0% verharrt, nach 3,0% im Oktober und 1,9% im November 2010. Damit habe die Gesamtinflationsrate in der Eurozone über der Preisstabilitätsnorm der EZB gelegen, die eine Teuerungsrate von unter, aber nahe 2,0%, anstrebe.
Die Konjunkturerwartungen für den mittel- und osteuropäischen Raum inklusive der Türkei hätten sich im Dezember verschlechtert. Der vom ZEW und der Erste Group ermittelte Konjunkturindikator, der die Einschätzung auf Sicht von sechs Monaten widerspiegle, sei um 4,6 Punkte auf -41,4 Punkte gefallen. Die Konjunkturerwartungen für die Eurozone seien um 8,3 Punkte auf -63,6 Punkten gesunken. Die Beurteilung der aktuellen Wirtschaftslage in der CEE-Region sei um 19,5 Punkte auf -14,2 Punkte gefallen. Der Eurozone-Indikator sei um 4,7 Punkte auf einen Wert von -57,8 Punkten gesunken - das sei der niedrigste Stand seit Juli 2009.
Das Sentiment von Privatinvestoren gegenüber Aktien sei weiterhin bullish. Laut der US-AAII Investor Survey seien 40% der Anleger bullish. Die Tendenz sei zudem steigend. Ein derartig hohes Niveau würden die Analysten derzeit als bearishes Signal für Aktien interpretieren, da Privatinvestoren historisch als guter Kontraindikator für den Markt gedient hätten.
Chinas Geduld mit den USA sei am Ende. Hohe Strafzölle von 20% auf den Import amerikanischer Autos nach China sollten als Warnschuss für die Amerikaner dienen. Es sei anzunehmen, dass dies als Vergeltung für amerikanische Strafzölle auf chinesische Reifenimporte und die Ermittlungen gegen die chinesische Solarzellen-Industrie sei, die US-Produzenten mit billigen Sonnenkollektoren "Made in China" das Leben schwer machen würden. Beide Seiten würden sich gegenseitig unzulässige Subventionen, Preisunterbietungen und unfaire Handelspraktiken vorwerfen.
Während sich die Wirtschaftindikatoren in den USA leicht bessern würden, würden sich diese in Europa und Japan tendenziell abschwächen. Die Reibungen zwischen den USA und China würden sich erhöhen, beide Länder würden versuchen, ihre Industrien mit Importzöllen zu schützen. Als positive Indikation für 2012 sehe man, dass der sehr zyklische Halbleitersektor gegen Jahresmitte eine Bodenbildung vollziehen sollte und nächstes Jahr voraussichtlich wieder moderat wachsen werde. (16.12.2011/ac/a/m)
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