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Europa Zykliker mit klarer relativer Schwäche 19.08.2011
Erste Bank
Wien (aktiencheck.de AG) - Nachdem die europäischen Aktienmärkte zu Beginn der Handelswoche noch den prognostizierten Rebound vollzogen haben, setzte gegen Wochenmitte wieder Ernüchterung ein, berichten die Analysten der Erste Bank.
Stark steigende Rezessionsängste, die schwindende Hoffnung auf QE3 sowie eine zunehmende Verschärfung am Interbankenmarkt hätten für Kursstürze am Mittwoch gesorgt. Panik und Angst hätten wieder eingesetzt, die Volatilität sei wieder deutlich angestiegen: Der VSTOXX sei um 35% auf 47,17 geklettert, während der amerikanische VIX um 28% auf 40,56 nach oben geschnellt sei.
Das BIP sei in Deutschland im 2. Quartal lediglich um anämische 0,1% gestiegen. In den 17 Euro-Ländern sei die Wirtschaftsleistung um 0,2% gestiegen. Dies bestätige auch die weltweite Abnahme der Wirtschaftsdynamik, die man besonders deutlich an den OECD-Frühindikatoren ablesen könne. Sehe man sich die Containerumsätze in Shanghai oder auch die Luftfracht-Volumina an den wichtigsten Flughäfen an, so bestätige sich dieses Szenario.
Schwache Konjunkturdaten würden besonders die zyklischen Aktien belasten. Automobiltitel (-5,3%), Technologie (-4,9%) aber auch Finanzwerte (-3,44%) hätten zu den Underperformern gezählt, während sich defensive Sektoren wie Healthcare (+2,21%) und Lebensmittel (+1,84%) relativ und absolut positiv entwickelt hätten.
Obwohl die Märkte derzeit in erster Linie "bad news" einpreisen würden, so sei die fundamentale Entwicklung der deutschen Konzerne alles andere als schwach. Die Industriekonzerne im DAX (ISIN DE0008469008 / WKN 846900) hätten ihre Umsätze im 1. Halbjahr um 12% steigern können, die Erlöse seien um 9% gestiegen. Besonders positiv hätten sich die Absatzzahlen der Autobauer entwickelt.
Volkswagen (ISIN DE0007664039 / WKN 766403, VZ) habe ein Verkaufsplus von 26% erzielt, BMW (ISIN DE0005190003 / WKN 519000) 22% und Daimler (ISIN DE0007100000 / WKN 710000) 10%. Die durchschnittliche Eigenkapitalquote der 25 Industriekonzerne im DAX sei im 1. Halbjahr auf 30,2% gestiegen, im Vorjahr seien es noch 28,5% gewesen.
ThyssenKrupp (ISIN DE0007500001 / WKN 750000) habe für die ersten drei Quartale ein Umsatzplus von 17% auf EUR 36,5 Mrd. gemeldet. Im nächsten Jahr wolle man sich vom Edelstahlgeschäft trennen. Die Sparte weise einen Umsatz von knapp EUR 6 Mrd. auf, man plane einen Verkauf über die Börse.
Air Berlin (ISIN GB00B128C026 / WKN AB1000) stecke weiterhin in Turbulenzen. Der Umsatz sei um 12% auf knapp EUR 2 Mrd. gestiegen, dafür verantwortlich sei jedoch in erster Linie die Übernahme von FlyNiki gewesen. Der bereinigte Betriebsverlust habe bei EUR 146 Mio. gelegen, nun plane man ein straffes Restrukturierungsprogramm. Die Führungsspitze werde ausgetauscht, die Anzahl der Flugstrecken werde rigide gekürzt.
Daimler möchte den 7,5%igen Anteil an EADS (NL0000235190/ WKN 938914) bis Ende des Jahres verkaufen. Käufer würden derzeit gesucht, Minister Rösler möchte weiterhin eine Parität zwischen deutschen und französischen Aktionären (beide würden exakt 22,45% der Anteile halten) sicherstellen.
In diesem nervösen Umfeld sei naturgemäß der Goldpreis auf ein nominelles Allzeithoch haussiert. In USD sei der Preis für das gelbe Metall auf USD 1.860 gestiegen, in EUR auf mehr als 1.300. Zudem sei auch ein technischer Ausbruch im CHF aber auch dem Südafrikanischen Rand erfolgt.
Die Analysten würden bei ihrem klar positiven Ausblick für Gold verbleiben und davon ausgehen, dass das 12M-Kursziel per Juni 2012 in Höhe von USD 2.000 bereits deutlich früher erreicht werden könnte. Fest stehe jedoch auch, dass im Zuge der aktuell startenden parabolischen Bewegung das kurzfristige Korrekturpotenzial sukzessive steige.
Die Analysten würden bei ihrer bearishen Einschätzung für die internationalen Aktienmärkte bleiben, die sie Anfang letzter Woche zu einer "underweight"-Empfehlung für das 3. Quartal bewogen habe. Für Nachkäufe scheine es weiterhin zu früh. (19.08.2011/ac/a/m)
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