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USA deutliche Verluste, jedoch klare Outperformance gegenüber Europa 12.08.2011
Erste Bank
Wien (aktiencheck.de AG) - Die US-Börsen gehen mit deutlichen Verlusten aus der Handelswoche, im Vergleich zum Einbruch der europäischen Leitindices zeigen sie jedoch klare Outperformance, so die Analysten der Erste Bank.
Der "Black Monday" sei mit einem Minus von 6,66% der größte Kurssturz seit drei Jahren gewesen. Jede Aktie im S&P 500 (ISIN US78378X1072 / WKN A0AET0) habe im Minus notiert. Diese bestätigende Marktbreite stimme die Analysten vorsichtig und habe sie zum Schluss kommen lassen, eine Untergewichtung von Aktien für das 3. Quartal vorzunehmen.
Nach Meinung der Analysten dürften die extrem niedrigen Cash-Quoten der Aktienfonds ein wichtiger Grund für den Kurssturz darstellen. US-Fonds seien de facto voll investiert gewesen und hätten lediglich 3,4% ihrer Assets in Cash gehalten. Zudem hätten die Margins das zweithöchste Niveau der Geschichte erreicht. Die Verkaufswelle habe wiederum eine Flut an Margin Calls ausgelöst, die auf wenig "buying power" getroffen habe, nachdem kaum Short-Covering stattgefunden habe und die Aktienfonds wenig Cash gehabt hätten.
Auch das immer wichtiger werdende "Algotrading" dürfte hier eine Rolle spielen. Mittlerweile würden knapp 60% aller Orders im S&P durch Computerprogramme generiert. So könnten - vereinfacht gesagt - Stopp-Loss-Wellen ausgelöst werden, die zu solch volatilen Kursentwicklungen führen würden.
In der abgelaufenen Woche habe nur wenige Sektoren eine positive Entwicklung ausweisen können. Der von den Analysten seit Langem favorisierte Goldsektor zeige enorme relative Stärke und schließe 7% fester. Positiv hätten sich auch Chemie- und Düngemittelhersteller (+6,8%) sowie REITs (+3,71%) entwickelt. Am schwächsten hätten sich Bauaktien (-12,4%) entwickelt.
Der Goldpreis habe einen neuerlichen Höchststand in Dollar erreicht und sogar die Marke von USD 1.800 je Unze überstiegen. Am Donnerstag würden Gewinnmitnahmen einsetzen, zudem habe die CME Group (ISIN US12572Q1058 / WKN A0MW32), die Margin-Anforderungen um 22% erhöht. Kurzfristig sei der Goldpreis weiterhin klar überkauft, insofern wäre eine kurze Fortsetzung der Korrektur nur logisch und gesund. Das langfristige Umfeld dürfte jedoch weiterhin exzellent bleiben, dafür habe die Federal am Dienstag gesorgt.
Im Statement des Offenmarktausschusses der FED sei vorerst kein weiteres Quantitative Easing (QE3) angekündigt worden. Die Nullzinspolitik werde nun jedoch bis zumindest Mitte 2013 fortgesetzt. Damit konkretisiere die FED erstmals den Zeitraum ihrer Nullzinspolitik. Des Weiteren sehe die FED eine zunehmende Eintrübung der Konjunktur und keine positiven Signale vom Arbeitsmarkt. Seit der letzten Rezession sei die Bevölkerung im arbeitsfähigen Alter um knapp 3% gewachsen. Wäre die Wirtschaft wirklich auf dem Weg der Genesung, so hätte auch die Anzahl der Arbeitsplätze steigen müssen.
Seit 2007 gebe es jedoch 5% weniger Arbeitsplätze bzw. knapp 7 Millionen weniger als vor der letzten Rezession. Damals habe die Arbeitslosenquote bei 5% gelegen, heute bei mehr als 9%. Die Einkommen seien zudem inflationsbereinigt um 4% gefallen. Die Forderung nach einer Neuauflage von Quantitative Easing werde zunehmend lauter. Die konjunkturelle Lage aber auch die Stimmung würden frappant an die Situation im Vorjahr erinnern, als Ben Bernanke in seiner jährlichen Rede in Jackson Hole eine Neuauflage von QE angekündigt habe.
Die Bank of America (BofA) (ISIN US0605051046 / WKN 858388), einst die größte Bank der Welt, verliere auf Wochensicht knapp 20%. Seit Jahresbeginn liege die Aktie damit 50% im Minus. AIG (ISIN US0268747849 / WKN A0X88Z) habe eine Klage im Ausmaß von mehr als USD 10 Mrd. eingebracht, nachdem Countrywide Financial (die von der BofA übernommen worden sei) faule Kredite an AIG verkauft habe, über deren Risiken nicht ausreichend informiert worden sei.
In der Klageschrift werde das Vorgehen der BofA als "massiver Betrug" bezeichnet. Die Dividende der Bank of America sei vorerst ausgesetzt worden, zudem dürfte demnächst ein Stellenstreichungsprogramm bekannt gegeben werden. Seit Jahresbeginn hätten die 50 größten Banken weltweit mehr als 60.000 Stellen abgebaut.
Cisco Systems (ISIN US17275R1023 / WKN 878841), der weltgrößte Produzent von Netzwerktechnik, habe überraschend positive Quartalszahlen gemeldet. Die Aktie sei nach Veröffentlichung der Zahlen knapp 15% haussiert. Der Umsatz sei auf USD 11,2 Mrd. (+3,3%) gestiegen, die Bruttomarge habe bei 62,7% gelegen und der Nettogewinn sei geringer als erwartet auf USD 2,2 Mrd. gefallen. Derzeit finde ein breit angelegtes Restrukturierungsprogramm statt, die Kosten hätten sich auf knapp 800 Mio. belaufen.
In der nächsten Woche würden die Analysten eine langsame Beruhigung erwarten. Die US-Geldmenge M1 sei in der Vorwoche um mehr als USD 100 Mrd. gestiegen. Dies bedeute ein Plus von 20% im Vergleich zum Vorjahresmonat und somit den größten Anstieg seit mehr als 50 Jahren. Pessimistisch stimme die Analysten weiterhin das relative positive Sentiment. Laut AAII liege die bullishe Quote bei 27,2% (Vorwoche 33,4%). Eine Kapitulation der Anleger habe somit (noch) nicht stattgefunden. Insofern scheine der Weg nach unten weiterhin offen. (12.08.2011/ac/a/m)
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