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Schweizer Nahrungsmittelsektor als Fluchtmöglichkeit vieler Anleger


18.07.2011
Liechtensteinische LB

Vaduz (aktiencheck.de AG) - Der Nahrungsmittelsektor gilt besonders in schwierigen Börsenzeiten als Fluchtmöglichkeit vieler Anleger, so die Analysten der Liechtensteinischen Landesbank.

Dank der stetigen Zunahme der Weltbevölkerung würden Titel wie Nestlé (ISIN CH0012056047 / WKN 887208) als klassisch defensive Werte gelten. Um Schritt zu halten, müsse aber das Engagement in den Schwellenländern deutlich ausgebaut werden.


Der in Vevey beheimatete Nahrungsmittelkonzern Nestlé erwirtschafte aktuell rund 36% seines Umsatzes in den Schwellenländern und habe 2010 in diesem Raum ein organisches Wachstum von rund 12% erzielt. In den Industriestaaten dagegen betrage der Gesamtumsatz zwar massive CHF 70 Mrd., allerdings falle das organische Wachstum mit 3% im Verhältnis äußerst bescheiden aus.

Nestlé intensiviere daher schon seit Jahren seine Bemühungen, die Präsenz in den Schwellenländern auszuweiten. Zu diesem Zweck sei jüngst die Mehrheit am chinesischen Süßwarenhersteller Hsu Fu Chi übernommen worden. Mit dieser Akquisition werde der Umsatz in China auf schätzungsweise CHF 4,5 Mrd. gesteigert. Nestlé strebe an, im Jahr 2020 45% des Umsatzes in den Schwellenländern zu erzielen, und sei dafür nach Erachten der Analysten auf einem sehr guten Wachstumspfad.

Eine erfreuliche Meldung habe auch Barry Callebaut (ISIN CH0009002962 / WKN 914661) verzeichnen können: Mit dem lang erwarteten Verkauf der EU-Verbrauchereinheit Stollwerck an die belgische Baronie-Gruppe könne sich das Schweizer Unternehmen in Zukunft vollumfänglich auf das Segment Industrieschokolade konzentrieren. Die Veräußerung dürfte zu einem Buchverlust von rund CHF 50 Mio. im Geschäftsjahr 2011 führen, allerdings würden sich die operative Marge auf rund 8,0% (zuvor 7,4%) sowie die Rendite auf das investierte Kapital auf 15,2% (zuvor 13,5%) deutlich verbessern.

Aufgrund der hohen Wachstumsrate und des Bewertungsniveaus im Verhältnis zum Nahrungsmittelsektor würden die Analysten sowohl Nestlé als auch Barry Callebaut als äußerst attraktiv beurteilen. Die aktuelle Nervosität an den Finanzmärkten dürfte zudem dafür sorgen, dass dem Nahrungsmittelsektor wieder vermehrt Aufmerksamkeit geschenkt werde. (Ausgabe Juli/August 2011) (18.07.2011/ac/a/m)




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