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Übernahmekarussel dreht sich wieder 13.04.2011
Berenberg Bank
Hamburg (aktiencheck.de AG) - Der Markt für Unternehmensübernahmen hat 2010 global einen Aufschwung erfahren, der in Deutschland jedoch noch nicht in gleicher Stärke spürbar geworden ist, so die Analysten der Berenberg Bank.
Insgesamt 565 Transaktionen hätten insgesamt nur ein Volumen von 45 Mrd. Euro (Quelle: DZ Bank) ergeben. Ein "größeres" Übernahmeangebot sei zum Beispiel vom spanischen Bauunternehmen ACS (ISIN ES0167050915/ WKN A0CBA2) für HOCHTIEF (ISIN DE0006070006/ WKN 607000). Es sei aber nicht das Ziel von ACS gewesen, alle Aktien von HOCHTIEF zu übernehmen. Vielmehr habe sich ACS die Möglichkeit sichern wollen, in Zukunft eine Mehrheit an HOCHTIEF kaufen zu können, ohne eine hohe Übernahmeprämie zahlen zu müssen. Dennoch habe sich die Aktie von HOCHTIEF seit Ankündigung zwischenzeitlich um über 30% verteuert.
Bisher erfolglos sei der finnische Kranhersteller Konecranes (ISIN FI0009005870/ WKN 899827) gewesen, der im Oktober zwar Interesse bekundet habe, die deutsche Demag Cranes (ISIN DE000DCAG010/ WKN DCAG01) zu übernehmen, bisher aber noch kein Angebot vorgelegt habe. Demag Cranes sei seit den ersten Spekulationen um eine mögliche Übernahme aber trotzdem um rund 20% im Wert gestiegen.
Wie diese Beispiele zeigen würden, seien nicht alle Angebote erfolgreich oder führen zu einer kompletten Übernahme. Für den Privatinvestor stelle sich aber die Frage, wie er von der wieder anziehenden Transaktionshäufigkeit profitieren oder einen potenziellen Übernahmekandidaten erkennen könne? Unternehmen, die für mögliche Übernahmen infrage kämen, seien vor allem solche, die ein stabiles Geschäftsmodell mit konstantem Cashflow hätten und gut aus der Wirtschaftskrise gekommen seien. Tendenziell hätten sie eine niedrige Verschuldung und seien Technologieführer ihrer Branche.
Als besonders "gefährdet" würden insbesondere Mittelständler ohne strategischen Großaktionär gelten. Außerdem würden immer kürzer werdende Innovationszyklen einige Unternehmen veranlassen, durch Zukäufe wachsen zu wollen. Vergangene Woche habe zum Beispiel der US-Halbleiterproduzent Texas Instruments (ISIN US8825081040/ WKN 852654) ein Kaufangebot für seinen Wettbewerber National Semiconductor (ISIN US6376401039/ WKN 857469) mit einer Übernahmeprämie von knapp 78% abgegeben.
Viele Unternehmen würden derzeit über Bargeldbestände in Höhe von durchschnittlich ca. 10% ihrer Bilanzsumme (Quelle: FactSet) verfügen. Da sich die Zinsen immer noch auf einem sehr niedrigen Niveau befinden würden, werde die Bargeldhaltung in Zeiten der wirtschaftlichen Erholung zunehmend unattraktiver. Über einen Zukauf bestehe neben den potenziellen Synergieeffekten die Chance, das Unternehmensergebnis unmittelbar zu verbessern, wenn die Rendite aus der Akquisition über deren Finanzierungskosten liege. Dies dürfte zum Beispiel verstärkt im Telekomsektor der Fall sein. (13.04.2011/ac/a/m)
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