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Weltkonjunktur kehrte zur Wachstumsstärke auf Vorkrisenniveau zurück 08.04.2011
DONNER & REUSCHEL AG
Hamburg (aktiencheck.de AG) - Die weltweite Konjunktur kehrte im vergangenen Jahr mit einem Anstieg des BIP von 4 Prozent wieder zur Wachstumsstärke der Jahre 2006 und 2007 zurück, so die Analysten der DONNER & REUSCHEL AG.
Maßgeblich für diesen positiven Verlauf sei die anhaltend hohe Dynamik in den Schwellenländern, die mit einem Zuwachs von rund 7 Prozent zur globalen wirtschaftlichen Genesung beigetragen hätten. Aber auch die etablierten Industrieländer würden vom weltweiten Aufschwung mit einem Plus von rund 2,5 Prozent partizipieren. Hierbei hätten insbesondere die Staaten mit stark ausgeprägten Außenhandelsaktivitäten wie Deutschland (Exportquote 2010: 45,9 Prozent) mit einem Anstieg von 3,6 Prozent überproportional profitieren können.
Die Naturkatastrophe von Japan treffe in erster Linie die sich ohnehin schon abkühlende heimische Wirtschaft, die bereits im zweiten Halbjahr 2010 deutlich an Schwung verloren habe. Im Schlussquartal habe sie sogar mit einem Rückgang des BIP um 0,3 Prozent gegenüber dem Vorquartal (gegenüber Vorjahr -1,3 Prozent) einen rezessiven Verlauf verzeichnet. Dieser Trend werde durch die zerstörten und mittlerweile geschlossenen Produktionskapazitäten (u. a. Fabriken insbesondere bei Honda (ISIN JP3854600008 / WKN 853226), Nissan (ISIN JP3672400003 / WKN 853686)) verstärkt. Allerdings würden Branchen wie die japanischen Automobilhersteller nur etwa ein Fünftel des Gesamt-Outputs an inländischen Standorten produzieren.
Die von der Naturkatastrophe am stärksten betroffenen Regionen Iwate, Miyagi und Fukushima würden rund 4 Prozent (Landwirtschaft, Fischerei) zum japanischen BIP beitragen. Eine Ausweitung auf die Region um Tokyo, die in etwa 20 Prozent der japanischen Wirtschaftsleistung ausmache, hätte kurzfristig schwerwiegende Folgen für das Leistungsvermögen der Wirtschaft.
Die Wiederaufbaukosten für die beschädigte Infrastruktur, die eine Höhe von bis zu 250 Mrd. US-Dollar bzw. 5 Prozent des BIPs erreichen könnten, würden sich mittelfristig positiv vor allem auf die Branchen der Bau- und Infrastrukturindustrie für die kommenden Jahre auswirken. Jedoch würden die mittelbaren und unmittelbaren - durch Verzögerungen in der Beschaffungskette verursachten - Produktionsausfälle das japanische Wirtschaftswachstum kurzfristig erkennbar abschwächen. Damit sei ein negativer rezessiver Verlauf sowohl im ersten Quartal als auch in den verbleibenden Quartalen 2011 nicht auszuschließen. In welchem Zeitraum sich Japan wieder nachhaltig von dem negativen Trend befreien könne, hänge sehr von den Maßnahmen der Bank of Japan sowie der japanischen Regierung ab.
Der Anteil der japanischen Wirtschaft am weltweiten BIP habe 2010 geschätzt rund 8 Prozent (Welthandel rund 6 Prozent) betragen. Insofern würde sich eine mögliche Rezession in Japan zwangsläufig bremsend um geschätzt 0,3 Prozent auf die Wachstumsrate für das weltweite BIP auswirken. Jedoch sollte die Stärke des globalen Wachstums, das sich seit dem zweiten Halbjahr 2009 in einer robusten und dynamischen Aufwärtsbewegung befinde, eine temporäre Rezession in Japan aus heutiger Sicht kompensieren. Von der Abflachung der japanischen Wirtschaftsleistung würden vor allem nach Japan exportierende Länder wie China und die USA in erhöhtem Maße negativ betroffen sein. Dagegen würden sich die unmittelbaren Auswirkungen für Deutschland - gemessen an der Höhe der Exporte - in Grenzen halten.
Für den Fall einer Ansteckung benachbarter asiatischer Länder wäre eine weltweite Wachstumsrate von unter 3 Prozent für 2011 vorstellbar. Aus heutiger Sicht würden die Analysten von einer globalen Wachstumsrate von 3,5 Prozent ausgehen. Das Restrisiko einer spürbaren Abflachung dieses positiven Trends bestehe in einer rückläufigen chinesischen Wachstumsrate, die die Analysten aber gegenwärtig als unwahrscheinlich einschätzen würden. Dennoch bleibe ein Risiko für die Weltkonjunktur aufgrund der unabsehbaren Ausweitungen der nuklearen Katastrophe.
Als Folge der weiterhin verhaltenen wirtschaftlichen Entwicklung im gesamten Euroraum gehe man grundsätzlich von einer eher expansiven Ausrichtung der Geldpolitik der EZB aus. Allerdings habe die EZB Mitte März signalisiert, auf die zuletzt hohen Inflationsdaten von 2,4 Prozent mit Gegenmaßnahmen reagieren zu wollen. Daher sei von einem kleinen Zinsschritt von 25 Basispunkten bereits im April bzw. spätestens im ersten Halbjahr auszugehen. Jenseits des Atlantiks sei dagegen mit einem geldpolitischen Schritt erst im zweiten Halbjahr des laufenden Jahres zu rechnen, auch weil der US-Arbeitsmarkt nur schwache Erholungstendenzen signalisiere. Sowohl EZB als auch FED würden vermutlich weiterhin die Finanzmärkte mit Geld fluten.
Vor einer erheblich größeren Aufgabe stehe dagegen die japanische Notenbank. Der Spielraum der japanischen Fiskal- und Geldpolitik sei aber als sehr gering einzuschätzen. Zum einen werde sich nach den notwendigen Konjunkturprogrammen die ohnehin hohe Staatsverschuldung von bereits über 220 Prozent weiter erhöhen. Zum anderen verfolge die Bank of Japan mit einem Leitzins von 0 Prozent schon einen extrem expansiven Kurs. (Ausgabe 2. Quartal 2011) (08.04.2011/ac/a/m)
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