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STOXX 600 marginal gestiegen 01.04.2011
Erste Bank
Wien (aktiencheck.de AG) - Überwiegend gute Makrodaten und positive Unternehmensergebnisse ließen den STOXX 600 (ISIN EU0009658202 / WKN 965820) diese Woche um marginale 0,05% auf 275,9 Punkte steigen, berichten die Analysten der Erste Bank.
Bis auf Finanztitel (-3,44%), den Einzelhandel (-2,3%) und Versicherungstitel (-1,17%) hätten fast alle Sektoren zulegen können. Besonders gefragt seien Chemietitel (+2,08%), sowie Technologie- und Rohstofftitel gewesen.
Die Ergebnisse des irischen Banken Stresstests seien besorgniserregend ausgefallen. Die vier größten Bankenhäuser müssten insgesamt EUR 24 Mrd. aufnehmen, um den Belastungskriterien standzuhalten. Nachdem bereits 70 Mrd. in den Bankensektor geflossen seien, würden die Institute immer mehr zum Fass ohne Boden. Allein die Allied Irish Bank (ISIN IE0000197834 / WKN 861542) habe zuletzt einen Verlust in Höhe von EUR 12,7 Mrd. ausgewiesen (nach 17,7 Mrd. im Vorjahr). Nun plane man eine Verschmelzung der Allied Irish mit der EBS. Man wolle zudem Vermögenswerte in Höhe von EUR 73 Mrd. bis 2013 veräußern und sich auf das Kerngeschäft konzentrieren.
Der Börsegang der schweizerischen Glencore (ISIN XS0359781191 / WKN A0TUEM) dürfte zunehmend konkreter werden. Der weltweit größte Rohstoffhändler plane ein IPO in Höhe von ca. USD 10 Mrd. an der Börse Hongkong. Der Gesamtwert solle sich auf knapp USD 60 Mrd. belaufen. Im Vorjahr sei ein Umsatz von USD 150 Mrd. und ein Nettogewinn von USD 3,8 Mrd. ausgewiesen worden. Die Anteilsscheine der Deutschen Telekom (ISIN DE0005557508 / WKN 555750) hätten knapp 12% haussiert, nachdem bekannt geworden sei, dass man die US-Tochter an AT&T (ISIN US00206R1023 / WKN A0HL9Z) abgeben werde. Schäffler habe bekannt gegeben, Continental-Aktien (ISIN DE0005439004 / WKN 543900) im Wert von EUR 1,8 Mrd. verkaufen zu wollen, um die Überschuldung abzubauen.
Nachdem das 1. Quartal nun beendet sei, lohne es sich Bilanz zu ziehen. Der STOXX 600 beende die ersten drei Monate mit einem Plus in Höhe von 4,2%, der DAX (ISIN DE0008469008 / WKN 846900) gewinne 2,8%. Die Divergenz der Performance zwischen den einzelnen Sektoren im STOXX 600 habe im Q1 zugenommen. So hätten Öl & Gas-, Finanz- und Technologiefirmen den breiten Markt outperformen können. Schwach hätten sich hingegen Rohstoffproduzenten, Pharma- sowie Konsumtitel entwickelt. Die Veränderung der Gewinnerwartungen relativ zur Kursentwicklung der Sektoren sei damit zum ersten Mal seit zwei Jahren wieder invers. Die Analysten der Erste Bank werten dies als Zeichen dafür, dass die fundamentale Unsicherheit am Aktienmarkt angestiegen ist.
Die Dividendenrendite liege in Europa derzeit bei 3,2% und sei damit in etwa gleich hoch wie die Rendite von 10-jährigen deutschen Staatsanleihen. Die für den Aktienmarkt wichtige Zinskurve sei zudem nach wie vor steil. Wenn die EZB allerdings, wie die Analysten erwarten würden, im April den Leitzins um 25 Basispunkte anhebe, sei mit einer Abflachung der Zinskurve zu rechnen. Zudem seien die realen Renditen von Staatsanleihen im Zuge der angestiegenen Inflation schon teilweise negativ. Dies würden die Analysten ebenso unterstützend für den Aktienmarkt werten, da Geldabflüsse von Aktien in Anleihen wenig Sinn machen würden.
Etwas negativ würden die Analysten die sich abflachenden Gewinnschätzungen und die fallenden Gewinnrevisionen (d. h. Anzahl der Aufwärtsrevisionen der Gewinnschätzungen minus Abwärtsrevisionen) stimmen. Im letzten Quartal seien die Gewinnschätzungen pro Aktie im STOXX 600 lediglich um 1,6% gestiegen, und die Gewinnrevisionen seien nur noch ausgeglichen. Zum Vergleich: Während der letzten Korrektur im Aufwärtstrend Mitte 2010 sei das Gewinnmomentum auf zwar 2% gesunken, die Gewinnrevisionen seien aber noch klar positiv gewesen. (01.04.2011/ac/a/m)
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