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ATX verlor 1,7%


18.03.2011
Erste Bank

Wien (aktiencheck.de AG) - Starke Nerven bleiben derzeit gefragt. Die Börsen werden derzeit von vielen Seiten auf harte Proben gestellt, berichten die Analysten der Erste Bank.

Diese Woche seien global die Auswirkungen der Erdbebenkatastrophe in Japan analysiert worden, weiters bleibe der Ölpreis aufgrund der anhaltenden Unruhen in Libyen bzw. weiterer drohender Unruhen in anderen Ländern auf hohem Niveau, dazu noch Diskussionen zur Staatsschuldensituation in Europa. Die Unsicherheiten würden jedenfalls hoch bleiben. Doch aufgrund der steigenden Inflationsrate würden Anleihen bzw. Cash als Zufluchtsort auch nur fadenscheinigen Schutz bieten. Der ATX (ISIN AT0000999982 / WKN 969191) habe in diesem Umfeld 1,7% verloren, nachdem er aber Anfang der Woche noch deutlicher unter Druck gestanden habe.

Die einzige wesentliche und dauerhafte wirtschaftliche Auswirkung auf Österreich und Zentraleuropa von der Erdbebenkatastrophe in Japan werde ein politisches Umdenken bezüglich der zukünftigen Energiepolitik in Europa sein. Ein weiterer Ausbau der Atomenergie werde sich dem Wahlvolk nun wohl nicht mehr verkaufen lassen, insofern würden alternative Energien wie Wasserkraft, Solar- und Windenergie, aber auch Gaskraftwerke in Europa wohl vor einem deutlichen Wachstumsschub stehen.


Damit rücke Verbund (ISIN AT0000746409 / WKN 877738) automatisch in den Blickpunkt (+15,0% im Wochenvergleich), die Analysten hätten die Aktie diese Woche daher auch auf "kaufen" hochgestuft und die Annahmen für den Strompreis angehoben. Aber auch Gas werde in der Bedeutung wohl steigen und der zusätzlich steigende Ölpreis komme auch der OMV (ISIN AT0000743059 / WKN 874341) (-0,6% letzte Woche) sehr zugute. Weiters gewinne die Gasmarktliberalisierung in Rumänien etwas an Dynamik. Dies könnte mittelfristig für die rumänische OMV-Tochter Petrom (ISIN ROSNPPACNOR9 / WKN 766152) und natürlich damit auch für OMV selbst einen Quantensprung punkto Profitabilität auslösen. Die Analysten würden für OMV deshalb sehr positiv gestimmt bleiben. Für alle anderen österreichischen Aktien dürften sich nach der Japan-Katastrophe keine dauerhaften Änderungen im Geschäft ergeben.

Sonstige Wochengewinner seien zuletzt Österreichische Post (ISIN AT0000APOST4 / WKN A0JML5) (+4,8%) nach sehr soliden Quartalszahlen und einer Dividende (EUR 1,60) gewesen, die etwas höher als erwartet ausgefallen sei. Die Aktie bleibe damit der Dividendenfavorit der Analysten an der Wiener Börse. EVN (ISIN AT0000741053 / WKN 878279) habe leicht vom Verbund-Kursanstieg profitieren können und 3,6% zugelegt, aber auch Andritz (ISIN AT0000730007 / WKN 632305) werde natürlich von zukünftig sicher verstärktem Fokus auf Wasserkraftwerke profitieren (+1,4%).

Stark unter Druck hätten neben Intercell (ISIN AT0000612601 / WKN A0D8HW) (-11,5%) und Flughafen Wien (ISIN AT0000911805 / WKN 884216) (-8,2%) auch Qualitätswerte wie Semperit (ISIN AT0000785555 / WKN 870378) (-6,6%) und Mayr-Melnhof (ISIN AT0000938204 / WKN 890447) (-5,6%) gestanden, wobei letztere mit den Quartalszahlen die Erwartungen ganz leicht verfehlt habe.

Durch die Korrektur diese Woche sehe man zahlreiche Titel nun wieder auf sehr interessanten Einstiegsniveaus: voestalpine (ISIN AT0000937503 / WKN 897200), IMMOFINANZ (ISIN AT0000809058 / WKN 911064), RHI (ISIN AT0000676903 / WKN 874182), Raiffeisen International (ISIN AT0000606306 / WKN A0D9SU), Kapsch TrafficCom (ISIN AT000KAPSCH9 / WKN A0MUZU), OMV und AT&S (ISIN AT0000969985 / WKN 922230). Aber auch Werte wie Mayr-Melnhof oder Wolford (ISIN AT0000834007 / WKN 893975) würden wieder sehr interessant aussehen. Der ATX selbst hat zwar Unterstützungszonen durchschlagen, die 200-Tageslinie wurde aber nur ganz kurz angetestet, was die Analysten der Erste Bank positiv stimmt. (18.03.2011/ac/a/m)




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