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Europäischer Aktienmarkt im Blickpunkt 15.10.2010
Erste Bank
Wien (aktiencheck.de AG) - Im Einklang mit den anderen wichtigen Indices weltweit konnte der STOXX 600 (ISIN EU0009658202 / WKN 965820) diese Woche um 1,28% auf 265 Punkte zulegen, so die Analysten der Erste Bank.
Positive Wirtschaftsdaten und Unternehmensergebnisse hätten die Kurse von 415 der 600 Aktien steigen lassen, wobei 18 von 19 Sektoren hätten zulegen können. Insbesondere Rohstoffproduzenten (+5%), Chemiefirmen (+4%) und Automobilproduzenten (+3%) hätten Kursgewinne verzeichnen können. Banken hätten hingegen 1% tiefer geschlossen. Alle wichtigen Rohstoffe hätten teilweise markant zulegen können. Zinn sei auf ein neues Allzeithoch von USD 26.950/t (+7%) gestiegen. Kupfer koste USD 8.387/t (+4%).
Die Inflation in Frankreich habe im September 1,6% nach 1,4% im Vormonat betragen. In Spanien seien die Verbraucherpreise von 1,8% auf 2,1% gestiegen. Die Industrie in der Eurozone habe ihre Produktion im August mit einem Plus von 1% überraschend stark nach oben gefahren. Der Konsens sei nur von einem Plus von 0,8% ausgegangen. Von den Mitgliedstaaten, für die Daten vorlägen, hätten achtzehn eine ansteigende und drei eine rückläufige Industrieproduktion verzeichnet; in Frankreich sei sie stabil geblieben. Der höchste Anstieg sei in Griechenland mit plus 5,6% zu verzeichnen gewesen.
Keine guten Wirtschaftsdaten seien in Großbritannien berichtet worden. Die Lage am Arbeitsmarkt habe sich im September den zweiten Monat in Folge eingetrübt und das Konsumklima sei so schlecht wie seit der Rezession nicht mehr. Die britische Handelskammer gehe jetzt für Q3 von einem Wirtschaftswachstum von lediglich 0,5% nach 1,2% in Q2 aus.
Der weltweite Absatz von PKWs sei auch im September auf Erholungskurs geblieben. In Westeuropa sei die Pkw-Nachfrage hingegen erwartungsgemäß noch unter den prämiengestützten hohen Vorjahreswerten (-10%) geblieben. Aber insbesondere in den asiatischen Märkten (Indien +29%, China +22%), den USA (+28%) und Russland (+55%) habe sich das Neuwagengeschäft sehr positiv entwickelt.
BMW (ISIN DE0005190003 / WKN 519000) habe diese Woche bekannt gegeben, dass man in den USA ein Werk weiter ausbauen werde. Zwar habe BMW im laufenden Jahr von der Wirtschaftserholung profitiert und in den ersten drei Quartalen in den USA knapp 10% mehr Autos verkauft, der US-Absatz von Mercedes habe im selben Zeitraum jedoch um 22% zugelegt, jener von AUDI um mehr als 24%. Auch Vossloh (ISIN DE0007667107 / WKN 766710) setze seinen Expansionskurs im Ausland weiter fort. In China werde ein neues Gemeinschaftsunternehmen zur Produktion von Weichen aufgebaut.
Fresnillo (ISIN GB00B2QPKJ12 / WKN A0MVZE) habe im dritten Quartal mit einem deutlichen Produktionsanstieg aufwarten können. Die Gesamtproduktion von Silber habe im dritten Quartal bei 10,69 Mio. Unzen nach 10,57 Mio. im Vorjahr gelegen. Das sei ein neuer Rekordwert. Auch die Goldproduktion habe mit 91.822 Unzen einen neuen Rekordwert markiert und damit um 44% über dem entsprechenden Vorjahresniveau gelegen. Im dritten Quartal sei der Umsatz von Syngenta (ISIN CH0011037469 / WKN 580854) um 10% auf USD 2,2 Mrd. und damit stärker als erwartet geklettert. Wegen gestiegener Finanzierungskosten rechne der Konzern im Gesamtjahr aber weiter mit einem operativen Gewinn auf Vorjahresniveau und unter dem Strich mit einem Gewinnrückgang.
Diageo (ISIN GB0002374006 / WKN 851247) habe den Umsatz in Q3 auf organischer Basis um 5% steigern können. Für das Geschäftsjahr 2011 rechne der Konzern weiterhin mit einem operativen Gewinn über dem entsprechenden Vorjahresniveau. Roche (ISIN CH0012032113 / WKN 851311) habe in den ersten neun Monaten 2010 einen leichten Umsatzrückgang ausweisen müssen. Mit CHF 36 Mrd. sei 1% weniger umgesetzt worden als in der entsprechenden Vorjahresperiode. Verantwortlich hierfür seien der starke Franken sowie Einbußen bei Tamiflu gewesen. Bereinigt um diese Effekte sei der Umsatz in Lokalwährungen und unter Ausschluss der Tamiflu-Verkäufe um 6% gewachsen.
ASML (ISIN NL0006034001 / WKN A0M190) habe für Q3 einen markanten Gewinnsprung bekannt gegeben. Der Gewinn habe sich auf EUR 268,5 Mio. nach EUR 19,8 Mio. im Vorjahr summiert. Der Umsatz habe sich auf EUR 1,2 Mrd. verdoppelt.
LVMH (ISIN FR0000121014 / WKN 853292) habe im dritten Quartal einen Umsatzanstieg um 24% auf EUR 5,1 Mrd. erzielen können. Organisch sei ein Zuwachs von 14% ausgewiesen worden. Der Konsens habe lediglich mit einem Umsatz von EUR 4,9 Mrd. gerechnet. Burberry (ISIN GB0031743007 / WKN 691197) habe den Umatz auf GBP 382 Mio. im Vergleich zu GBP 343 Mio. im Vorjahreszeitraum gesteigert. Der Konsens habe GBP 367,8 Mio. erwartet.
Auch bei HUGO BOSS (ISIN DE0005245534 / WKN 524553) wachse nach einem kräftigen Gewinnsprung im dritten Quartal die Zuversicht. Dank steigender Umsätze im Einzelhandel sowie hoher Nachfrage aus China habe das Unternehmen seine Prognose für das Gesamtjahr angehoben. In Q3 habe der Konzern den Umsatz um knapp 20% auf EUR 538 Mio. ausgebaut. Hennes & Mauritz (ISIN SE0000106270 / WKN 872318) habe starke Umsatzzahlen für den Monat September geliefert. Demnach habee man den Umsatz gegenüber dem Vorjahr um 16% steigern können. Bei Niederlassungen, welche länger als ein Jahr geöffnet gewesen seien, sei ein Umsatzwachstum von 8% ausgewiesen worden.
Bei Carrefour (ISIN FR0000120172 / WKN 852362) sei der Umsatz in Q3 um 6,7% auf EUR 25,6 Mrd. gestiegen und habe damit knapp über den Schätzungen gelegen. Bei konstanten Währungen habe der Umsatzanstieg 1,9% betragen. Im Heimatmarkt Frankreich habe der Konzern dabei einen leichten Umsatzanstieg um 0,8% auf EUR 10,49 Mrd. verbucht. Kräftige Zuwächse habe der Konzern dagegen in Lateinamerika und Asien verzeichnet. Während die Erlöse in Lateinamerika um 34,3% auf EUR 4,52 Mrd. gestiegen seien, habe sich der Umsatz in Asien um 26,3% auf EUR 2,26 Mrd. erhöht.
Es zeige sich, dass Unternehmen, die einen überdurchschnittlich großen Anteil ihres Umsatzes in Schwellenländern wie Asien und Lateinamerika erwirtschaften würden, den Markt in 2010 bisher klar outperformt hätten. Die Analysten hätten dazu einen Index berechnet, der die Top 50 derUnternehmen, die diese Eigenschaft besitzen würden, darstelle. Der Index liege seit Jahresanfang 15% im Plus - zum Vergleich: Der STOXX 600 bringe es auf ein Plus von 5%. Die Top-Performer in diesem Index seit Anfang 2010 seien die von den Analysten empfohlene Bekaert (ISIN BE0003780948 / WKN 860845) (+92%), Hermès (ISIN FR0000052292 / WKN 886670) (+92%) und der Chemieproduzent Croda (ISIN GB0002335270 / WKN 870728) (+84%) gewesen. Investments in Firmen mit einem großen Absatzanteil in den Emerging Markets seien ein indirekter Weg von den überdurchschnittlichen Wachstumsperspektiven in diesen Märkten zu profitieren.
Dass das Wachstum in den Schwellenländern auch in 2011 anhalten werde, würden die neuesten BIP-Prognosen des IMFs zeigen. Für die Entwicklungsländer in Asien schätze der IMF für 2011 ein Wachstum von 8,4%. Indien, China, Indonesien und Vietnam seien hier hervorzuheben. Auch die Schwellenländer in Osteuropa sollten 2011 mit +3,1% wieder stärker wachsen. Die Türkei (+3,6%) und Polen (+3,7%) würden hier herausstechen. In Lateinamerika rechnee der IMF mit einem Plus von "nur" noch 4,1%.
Ein wichtiger Treiber für weitere Kursanstiege in diesen Regionen seien unter anderem auch die Kapitalflüsse aus den entwickelten Märkten. Hier gehe aus den aktuellen Schätzungen des IIFs hervor, dass die Kapitalströme auch in 2011 anhalten würden. Die Kapitalzuflüsse in die Schwellenländer würden 2010 voraussichtlich USD 825 Mrd. betragen, nach USD 581 Mrd. im Jahr 2009. Für 2011 schätzr das IIF, dass die Kapitalflüsse in etwa auf dem gleichen Niveau bleiben würden, wobei Direktinvestitionen (FDI) steigen und Portfolio Investments leicht fallen sollten. Auch in Osteuropa würden die Zuflüsse des Portfolio Investments von USD 12,1 Mrd. auf USD 14,4 Mrd. steigen. (15.10.2010/ac/a/m)
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