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Österr. Börse enttäuschender Wochenverlauf


05.03.2010
Erste Bank

Wien (aktiencheck.de AG) - Überaus enttäuschend verlief die letzte Woche für die Wiener Börse, so die Analysten der Erste Bank.

Während fast alle globalen Indices deutlich hätten zulegen können, habe der ATX letztlich 1,3% im Minus gelegen. Hauptverantwortlich dafür seien mehrere Einzelfaktoren gewesen. Verbund sei der klare Wochenverlierer mit -8,1% gewesen, nachdem das Unternehmen im Rahmen der Q4-Zahlenvorlage auch einen schwachen Ausblick für das Jahr 2010 präsentiert habe. Die Analysten hätten das Rating daraufhin weiter von "halten" auf "reduzieren" gesenkt.


Weiter sehr schwach sei diese Woche OMV mit -6,8% gewesen, wobei man dieses Minus mit Hinblick auf einen durchaus wieder erstarkten Ölpreis und einen weiter hohen USD-Wechselkurs nicht ganz deuten könne. Bei Intercell sei das Wochenminus von 5,7% wiederum leichter erklärt - ein unter den Erwartungen liegendes Q4-Ergebnis plus ein ebenso unter den Erwartungen liegender Ausblick für 2010 hätten die Anleger zu Verkäufen der Aktie veranlasst - die Analysten würden ihr Kursziel jedenfalls senken müssen. Auf der Gewinnerseite hätten eher Bau- und zyklische Werte gestanden: Wienerberger +6,5%, STRABAG +3,1% und auch RHI mit +3,6%.

Mit dieser schwachen Wochenperformance habe sich der ATX wieder in direktem Kampf mit der 200-Tage-Linie begeben. Man stufe dies allerdings derzeit als weniger relevant ein, da viele andere globale Indices charttechnisch weit besser aussehen würden und der ATX über kurz oder lang hier auch mitschwimmen werde. Eine positive Entwicklung in Wien setze aber voraus, dass die Bankenwerte und die Vienna Insurance Group wieder etwas ins Laufen kämen, was bis jetzt noch nicht der Fall sei. Raiffeisen International sei durch die Unsicherheiten betreffend die Fusion sogar wieder auf die Kursniveaus vom letzten Sommer zurückgefallen.

Fundamental gesehen habe sich an der Lage wenig geändert. Das KGV in Wien sei klar unter dem historischen Schnitt und werde im Laufe des Jahres weiter sinken. Auch die Renditen der zehnjährigen Staatsanleihen seien wieder gefallen. Daher sei das Abwärtsrisiko des ATX eindeutig eng begrenzt. Für einen Anstieg brauche es aber auch zumindest ein Ausbleiben an schlechten Nachrichten, was diese Woche leider nicht der Fall gewesen sei.

Am wahrscheinlichsten erscheine den Analysten derzeit eine weitere Seitwärtsbewegung in einer eher breiten Range von 2.400 bis 2.700 Punkten. Auf dem derzeitigen Kursniveau würden ihnen mittel- und langfristig ausgelegte Zukäufe daher weiterhin interessant erscheinen. Ihre Favoriten aktuell seien Vienna Insurance Group, Semperit, voestalpine, OMV, ECO, BWT und Kapsch TrafficCom. (05.03.2010/ac/a/m)




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