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Schweizer Börse auf Gipfelfahrt


25.08.2009
DaxVestor

Gerbrunn (aktiencheck.de AG) - Glaubt man den Prognosen, der Volkswirte, dann stehen der Schweiz auch 2010 schwierige Zeiten bevor, so die Experten vom "DaxVestor".

Das BIP solle nach Schätzungen der UBS auch nächstes Jahr noch schrumpfen. Zwar werde der Absturz der Schweizer Konjunktur nach Meinung der Analysten der UBS nicht so heftig ausfallen wie zum Beispiel in Deutschland oder Japan, dafür würden die Experten für die Schweiz auch 2010 noch nicht die Rückkehr in die Wachstumszone erwarten. Zusammen mit den Meldungen über das von den USA geknackte Bankgeheimnis und einer drohenden Klagewelle gegen die Schweizer Banken scheine das Umfeld für eine Investition in Schweizer Aktien nicht gerade gut. Doch werde die Lage vielleicht zu schwarzgesehen?


Diese Frage stehe im Mittelpunkt der Betrachtungen. Wie auch Deutschland sei die Schweiz eine Exportnation. Jeder zweite Franken werde durch Exporte verdient. Die seien, wie auch in Deutschland, in den vergangenen Monaten dramatisch eingebrochen. Von Januar bis Mai 2009 stehe ein Minus von 14,6 Prozent in den Statistiken. Der Einbruch sei eng mit den Vorgängen in Deutschland verbunden, denn der nördliche Nachbar sei der wichtigste Außenhandelspartner der Schweiz.

2008 seien 20,3 Prozent aller Exporte nach Deutschland gegangen, gefolgt von Italien mit 18 Prozent und den USA mit 9,4 Prozent. Mit einem Anteil von 34,8 Prozent sei der Chemie- und Pharmasektor der mit Abstand wichtigste Geschäftszweig bei den Exporten, gefolgt vom Maschinenbau mit 14,4 Prozent. Alleine diese beiden Branchen würden rund die Hälfte aller Schweizer Exporte ausmachen. Da jedoch in den wichtigsten Abnehmerländern auch ein heftiger Nachfrageausfall aufgrund der Wirtschaftskrise zu verzeichnen sei, verwundere die pessimistische Prognose für die Schweiz nicht. Dennoch stelle sich die Frage, ob es zu einer Übertreibung nach unten gekommen sei.

So dramatisch die Entwicklung bei den Exporten auch sein möge, man sollte dennoch realistisch bleiben. Der Pharmasektor sei auch in Krisenzeiten stabil, eine Automobilindustrie habe die Schweiz nicht (und damit ein Problemkind weniger als z.B. Deutschland), die Verschuldung der Konsumenten sei relativ moderat und eine Immobilienblase wie in den USA oder Großbritannien habe es auch nicht gegeben. Zudem wehre sich die Notenbank SNB gegen eine Frankenaufwertung, was dem Export helfen sollte. SNB-Direktoriumsmitglied Thomas Jordan erwarte, dass das Schweizer BIP ab Mitte 2010 wieder wachse.

Die Schweiz komme erst allmählich wieder auf den Wachstumspfad zurück, so die Mehrheitsmeinung der Volkswirte. Dies scheine ein eher konservatives Szenario, das Raum für positive Überraschungen lasse. Am Aktienmarkt nehme man derzeit eine bessere Entwicklung offenbar bereits vorweg. Mit dem Sprung über die 6.000-Punkte-Marke habe der SMI seinen langfristigen Abwärtstrend gebrochen. (25.08.2009/ac/a/m)




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