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Ahold stabiles Investment


23.09.1998
LRP

Wenn auch die niederländische Holding Ahold (WKN 851287) dem Endverbraucher nicht unbedingt ein Begriff sei, so zähle sie doch dank einer äußerst dynamischen Wachstumsgeschichte zu den größten Playern im Lebensmitteleinzelhandel, schreiben die Analysten der Landesbank Rheinland-Pfalz in ihrer jüngsten Studie. Mit diversen Tochtergesellschaften habe sich der Konzern auf vier Kontinenten positioniert, wobei die Schwerpunkte im Heimatmarkt (Platz 1), in Lateinamerika (Platz 2) sowie im Osten der USA (Platz 4) liegen würden. Letztgenannter Raum steuere mittlerweile über die Hälfte zum Gruppenumsatz und -gewinn bei. Trotz der ausgesprochen regen Akquisitionstätigkeit sei nicht von der strategischen Grundkonzeption des Nahrungsmittelfilialisten und der Abgrenzung gegenüber Discountern durch ausgeprägte Kundenorientierung abgewichen worden. Die besondere Stärke von Ahold bestehe darin, das in verschiedenen Regionen und Segmenten erworbene Know-how zwischen den Töchtern zu transferieren und damit einen führenden Qualitätsstandard zu erreichen. Zudem hätten die Niederländer in bezug auf die Einzelhandelstechnologie eine Spitzenposition erreicht. Die Verwaltungsfunktionen vom Einkauf bis zur EDV seien abgestimmt, die Betriebskosten niedrig. Beteiligungsprogramme und dezentrale Entscheidungsbefugnisse würden Motivation und Flexibilität des Managements fördern.

Unternehmen, die unter das Dach der Holding wollten, müssten strengen Wachstums- und Potentialkriterien genügen und sich auch geographisch sinnvoll in das Portfolio einfügen lassen. Ein Paradebeispiel sei die im Juni erfolgte Großakquisition von Giant Food (Kaufpreis circa 2,7 Milliarden USD). Die innovative und hochwertige Supermarktkette finde bei den Konsumenten gute Akzeptanz und runde die schon starke Präsenz an der amerikanischen Ostküste ab. Erhebliche Defizite würden indes auf der Kostenseite bestehen. Die Betriebsmarge betrage lediglich 3 Prozent. Hier würden sich das Know-how der Niederländer und die Nutzung der Größendegressionsvorteile geradezu aufdrängen.

Im ersten Halbjahr 1998 seien die Erlöse um 13 Prozent auf 29 Milliarden NLG und das Nettoergebnis um 28 Prozent auf 564 Millionen NLG gestiegen. Ein anhaltend hohes Gewinnmomentum sei auch für die nächsten Jahre zu erwarten. Denn in den USA und Lateinamerika bestehe noch Potential für eine Verbesserung der Margen, und bei den Asienaktivitäten könne der Break-even zur Jahrtausendwende trotz der wirtschaftlichen Krise erreicht werden. Ebenso dürften die neu erschlossenen Wachstumsregionen, die noch von Anlaufkosten belastet seien, bald positive Beiträge zusteuern, heißt es. Bei einer konservativen Schätzung ergebe sich ein Gewinn je Aktie für 1998 von 2,04 (1,77) und für 1999 von 2,50 NLG. Für 1999 berechne sich daraus ein KGV von 23. Ahold biete sich als nicht-zyklisches Unternehmen besonders in diesen turbulenten Börsenzeiten als ein stabiles Investment an.


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