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KPMG vorerst meiden


27.02.2001
Der Aktionär

Das Börsenmagazin „Der Aktionär“ berichtet, dass die Welt bei KPMG (WKN 938779) zum IPO vor drei Wochen noch in Ordnung war.

Jetzt würden dem Börsenneuling aber Milliardenbeträge an Schadensersatzforderungen ins Haus stehen. Nach dem erfolgreichen Börsengang der KPMG Consulting am 8. Februar diesen Jahres habe es geschienen als würden sich düstere Wolken über der Steuerberatungs﷓ und Wirtschaftsprüfungsgesellschaft zusammenziehen. Der Grund sei eine drohende Schadensersatzklage über stolze 2 Milliarden DM. Gegen KPMG hätten sich 78 Banken und Leasinggesellschaften zusammengeschlossen, darunter auch die Commerzbank und die Dresdner Bank, die vorerst eine außergerichtliche Lösung anstreben würden.

Hintergrund des Ganzen seien Skandale um die Ettlinger Firmengruppe Flowtex. Bereits seit einem Jahr ermittle hier die Staatsanwaltschaft. Die Firmeneigner Manfred Schmider und Klaus Kleiser-beide würden in Untersuchungshaft sitzen-hätten mit fingierten Mietverträgen für Bohrgeräte zum Verlegen von Versorgungsleitungen die vorstehend genannten Banken und Leasinggesellschaften um über 3 Milliarden DM geprellt. Eingeschlossen in die Forderungen an KPMG seien neben den Testaten für die Bilanzen 1997 und 1998 auch Sonderprüfungen der bestehenden Leasingverhältnisse, die den Missbrauch der Bohrgeräte ausschließen sollten. In einer umstrittenen Stichprobenprüfung hätten die Wirtschaftsprüfer befunden, dass die Rechte der Leasinggesellschaften gewahrt seien. Dies habe dann schließlich doch nicht zugetroffen.

Ob KPMG nun mit rechtlichen Schritten zu rechnen habe, bleibe offen. Wie die Erfahrung in solchen Fällen zeige, dürfte sich KPMG kaum ohne Geldzahlungen aus dem Skandal herauswinden können. Vorerst einmal Finger weg.


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