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Shell Marketperformer


09.02.2001
LB Baden-Württemberg

Die britisch-niederländische Royal Dutch Shell Group (WKN 852278), an der die börsennotierten Royal Dutch zu 60 % und Shell Transport & Trading zu 40 % beteiligt seien, zähle mit einem Nettoumsatz von 149 Mrd. USD zu den größten integrierten Ölkonzernen, so die Analysten der LBBW.

Der starke Ölpreisanstieg im vergangenen Jahr habe dem Ölkonzern das erwartete Rekordergebnis von über 13,1 Mrd. USD beschert. Neben den explodierten Rohstoffpreisen seien vor allem die stark gestiegenen Gewinnmargen im Raffineriegeschäft für das um 84,9 % gestiegene Ergebnis verantwortlich gewesen. Das ehrgeizig angelegte Kostensenkungsprogramm, das in 2001 nochmals zusätzlich 1 Mrd. USD einbringen sollte, habe hierzu rund 4 Mrd. USD beitragen können.

Durch die aktuelle Abschwächung der US-Konjunktur und der voraussichtlich niedriger ausfallenden weltweiten Ölnachfrage, gingen die Experten der LBBW ab dem zweiten Quartal 2001 von einer nachhaltigen Entspannung des derzeit wieder stark angestiegenen Ölpreises aus. Innerhalb dieses Szenarios prognostizierte man für den Konzern in 2001 auf Basis eines Ölpreises von 25 USD je Barrel Brent einen Rückgang des adjustierten Nettoergebnisses um 6,5 % auf 12,3 Mrd. USD. Dabei ginge man für den vom Ölpreis am stärksten abhängigen Unternehmensbereich Exploration und Produktion bei einer Öl- und Gasproduktionsausweitung um 2,7 % von einem Rückgang um 4,2 % auf 8,9 Mrd. USD aus. Für den Downstream-Bereich, bestehend aus der Sparte Strom und Gas sowie der umsatzstärksten Sparte Raffinerie und Marketing, erwarteten die Analysten der LBBW bei weiter rückläufigen Raffinerie-Margen und Belastungen durch das Tankstellengeschäft einen deutlichen Gewinnrückgang. Während man der im Aufbau befindlichen Sparte Strom und Gas eine Verdoppelung des adjustierten Nettoergebnisses auf 0,9 Mrd. USD zutrauten, prognostizierte man für das Raffinerie- und Marketinggeschäft einen deutlichen Rückgang um 0,8 Mrd. USD auf 1,7 Mrd. USD. Für den Chemiebereich gingen die Experten der LBBW bei weiter schrumpfenden Cracker-Margen von einer Ergebnisminderung um 0,1 Mrd. USD auf 0,8 Mrd. USD aus.

Angesichts der Prognose im Jahresverlauf sinkender Ölpreise sowie rückläufiger Gewinnmargen seien die Perspektiven des Ölgiganten trotz des zu erwartenden Gewinnrückgangs in 2001 positiv. Insbesondere die überzeugende Unternehmensstrategie, die einen Investitionsanstieg des lukrativen Upstream-Bereichs von 4,9 Mrd. USD auf 7,3 Mrd. USD bis 2003 vorsehe, dürfte Garant für einen längerfristigen Erfolg sein. Unterstützt durch das gestartete Aktienrückkaufprogramm von bis zu 3,0 % der Anteile stuften die Analysten der LBBW die Aktie weiterhin als Marketperformer ein.


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