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Telekom Austria der Tag danach


22.11.2000
austrostocks.com

Ein wirklich harter Schlag für die Wiener Börse war der gestrige Börsenstart der Telekom Austria (WKN 588811), berichten die Analysten von austrostocks. Trotz des sehr niedrigen Ausgabekurses habe der Kurs am ersten Tag über 7 Prozent verloren und habe im Tief bei 7,9 Euro notiert. Die Umsätze seien enorm und hätten alle Umsatzrekorde der Vergangenheit an der Wiener Börse gebrochen, leider sei es nicht unbedingt ein positiver Rekord.

An der New Yorker Börse habe die TA-Aktie noch stärker verloren. Die an der Wall Street gehandelten American Depositary Shares (ADS) der Telekom Austria hätten den ersten Handelstag mit einem Kurs von 13 7/16 US-Dollar beendet. Dies entspreche einem Verlust von 11,16 Prozent gegenüber dem Ausgabekurs von 15 1/8 Dollar. Der Höchstkurs habe bei 14 1/16, das Tief wurde bei 13 1/4 Dollar erreicht bei einem Umsatz von 5,09 Millionen. In Wien habe der Umsatz beinahe bei 50 Millionen Stück gelegen. Eigenartig daher sei die Tatsache das sich anscheinend der Kurs in Wien an dem in New York zu richten schien, was sehr komisch sei, da ja die Hauptbörse Wien sei und auch hier der Großteil der Aktien gehandelt werden.

Was sei nun passiert werden sich viele fragen. Wäre es nicht angebracht gewesen den Kurs zumindest in den ersten Tagen zu stützen um die wichtigste Emission zu einem Erfolg zu führen? Nun sei der Kurs auch anfangs gestützt worden, aber anscheinend seien große Verkaufsorders von institutioneller Seite gekommen, so einige Händler. Auch viele Kleinanleger hätten anscheinen wenigstens ihre 5% Bonus sichern wollen und so seien viele Banken total überlastet gewesen und seien es anscheinend auch heute noch.


Aber schon die Zeichnung selbst sei sehr schleppend verlaufen, daran habe auch das über 100 Millionen Marketingbudget nichts ändern. So sei das Interesse internationaler Fonds sehr gering gewesen und auch nur 91.500 der 125.000 Ticketbesitzer hätten schlußendlich gezeichnet. Von der Inlandsnachfrage seien 28 Prozent auf Retail und 72 Prozent auf institutionelle Investoren entfallen. Mehr als 72 Prozent der 18.700 Beschäftigten in der TA- Gruppe hätten Aktien im Wert von 434 Mio. S geordert.

Das die Emission der Telekom Austria Aktie auf ein äußerst ungünstiges Börseumfeld getroffen sei, wäre teilweise absehbar gewesen und man hätte wenigstens eine Verschiebung ins Auge fassen sollen. Alleine angesichts der Bedeutung der TA-Emission als Schrittmacher für die Wiener Börse hätte man hier vom anfangs eingeschlagen Kurs abweichen sollen und auf ein besseres Umfeld warten sollen was bestimmt weniger Folgen gehabt hätte als die jetzige Situation.

Teuer sei die misslungene Teilprivatisierung auch dem Staat gekommen. Laut Nachbesserungsvertrag würden den Italienern, die bereits 25 Prozent an der TA besitzen, 4,8 Prozent Gratisaktien zu, weil der Ausgabekurs unter 11,87 Euro liege. Dies mache eine Summe von 2,8 Milliarden Schilling aus.

Momentan scheine der Kurs um die 8 Euro einen Boden gefunden zu haben. Auch die Umsätze hätten deutlich nachgelassen was nun auf weniger Abgabedruck hinweise. Dies könne sich jedoch schnell ändern falls sich das allgemeine Bild an den Börsen noch weiter verschlimmere.




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