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ABB untergewichten


10.11.2000
Helaba Trust

Der schwedisch-schweizerische Elektrokonzern ABB (WKN 919730) stecke mitten in einem umfassenden Neustrukturierungsprozess, so die Analysten von LBBW.

Seit 1999 seien die Kraftwerkssparte, das Nukleargeschäft und die 50%-Beteiligung Adtranz veräußert worden. Als Kernsparten hätten sich Stromübertragung und -verteilung, Automatisierungstechnik und Gebäudetechnik herausgeschält. Wesentlichen Anteil am Betriebsergebnis hätten daneben Finanzdienstleistungen als Querschnittsfunktion. Folgende Ziele habe sich das Unternehmen bis 2003 gesetzt: Umsatzwachstum p.a./operative Marge (%) Stromübertragung 6/12, Stromverteilung 10/10-11, Automatisierungstechnik 6/14-15, Öl, Gas, Petrochemie 7/7-8, Gebäudetechnik 7/9, Finanzdienstleistungen Ergebnis über 500 Mio. USD. Im dritten Quartal 2000 habe der Auftragseingang konzernweit mit 4,7% gegenüber dem Vorjahr etwas gemächlicher zu als in den Vorquartalen zugelegt (H1: +6,1%).

Beim Umsatz habe sogar ein beschleunigter Rückgang hingenommen werden müssen(Q3: -11,8%). Es sei allerdings zu berücksichtigen, dass Währungseffekte (Berichterstattung in USD) erheblichen negativen Einfluss hätten (rd. 7-8%). Auf der Ergebnisebene komme dieser Malus weitaus weniger zum Tragen, so dass das Wachstum des ersten Halbjahres im traditionell ertragsschwächsten Quartal noch ausgebaut werden könnte (Jahresüberschuss vor außerordentlichen Erträgen: H1: +10%, Q3: +37%). In Q4 werde dieses Tempo angesichts des wesentlich höheren Vergleichswertes aus 1999 aber nicht zu halten sein.

2001 sei aufgrund des Wegfalls von Sondererträgen nicht mit Gewinnwachstum zu rechnen. Bedenken, dass im Zuge des Managementwechsels Aufräumarbeiten
anstünden und Alstom mit Nachtragsforderungen für das von ABB erworbene Gasturbinengeschäft Erfolg haben könnte, welche die Ertragslage zusätzlich belasten würden, seien nicht von der Hand zu weisen. Auch die STOXX 50-Aufstiegschancen seien deutlich gesunken (Rangliste per Ende Oktober: Platz 59). Gleichzeitig begrenze der Dreh der 200-Tage-Linie nach unten in den kommmenden Monaten die chartechnisch ableitbaren Erholungschancen. Angesichts eines Kursrisikos bis 120 CHF (langfristiger Aufwärtstrend) stuften die Experten von Helaba Trust den Titel auf Untergewichten zurück.


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