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AT&T halten 27.10.2000
Bankgesellschaft Berlin
Gestern gab der Telekomriese AT&T (WKN 868400) die Ergebnisse für das 3. Quartal, die mit Spannung erwartete Restrukturierung des Unternehmens sowie eine Gewinnwarnung für das 4. Quartal bekannt, berichten die Analysten der Bankgesellschaft Berlin.
Die Investoren hätten sehr zurückhaltend reagiert mit der Konsequenz, dass der Aktienkurs um 13 % gefallen sei. Der Gewinn je Aktie (GjA) sei auf 0,38 USD (0,50) gesunken, der Umsatz um 4 % auf rd. 17 Mrd. USD gestiegen. Der Gewinnausweis habe über den–bereits reduzierten–Erwartungen gelegen. Negativ habe sich allerdings der rapide Verfall der Umsätze im traditionellen Telefongeschäft (Long Distance) ausgewirkt.
Im Bereich Privatkunden seien die Umsätze um rd. 11 % auf 4,7 Mrd. USD gefallen, wobei der harte Tarif-Wettbewerb, die wachsende Nutzung von drahtlosen Dienstleistungen und der gleichzeitig abnehmende Einsatz von Telefonkarten/Direktwahldiensten als Hauptbelastungsfaktoren fungiert hätten. Das nicht absehbare Ende der rückläufigen Tarife bei Festnetz-Telefonleistungen habe sich auch in der Sparte Geschäftskunden bemerkbar gemacht. Zwar habe das Volumen hier sogar ein leichtes Plus erreicht, dieses sei jedoch von den sinkenden Tarifen mehr als wettgemacht worden. Die 20 %igen Zuwächse bei Datenübertragung und Internetdiensten (data/ip), die bereits etwa 30 % der Sparte „Geschäftskunden“ ausmachen würden, seien von dem schwachen Ferngesprächsmarkt konterkariert worden, so dass der gesamte Bereich eine Umsatzsteigerung von nur 2,5 % verzeichnet habe.
Der Sektor Mobilfunk habe sich als Wachstumsmotor erwiesen; die Umsätze seien um rd. 37 % gestiegen. Dies sei vor allem dem 38,4 %igen Anstieg der Neukunden (inklusive Akquisitionen) zu verdanken, deren Zahl auf 12,6 Mio. gestiegen sei. Im Kabelgeschäft sei der Umsatz um 10,8 % gestiegen, vornehmlich durch eine Zunahme bei Videoaktivitäten, Kabeltelefonie und Hochgeschwindigkeits-Datenübertragung.
Verstimmt habe der Aktienmarkt auf die Ankündigung reagiert, dass sich die Ertragslage sowohl im 4. Quartal als auch im Jahr 2001 nicht bessern, sondern eher verschlechtern werde. Als Hauptgrund habe AT&T den anhaltenden Preisverfall bei Telefontarifen genannt, der die positiven Wachstumsbeiträge der neuen Technologien deutlich überlagern dürfte, zumal ein Großteil des Gewinns und Cash Flows nach wie vor aus dem Long Distance-Sektor stamme. So gehe die Gesellschaft für das laufende Quartal von einem GjA von 0,29-0,33 USD aus, etwa 0,07 USD unter den Konsensschätzungen.
Für das Gesamtjahr solle der GjA zwischen 1,66-1,70 USD liegen. Für die (Wachstums)-Sektoren Breitband und Mobilfunk dürften Umsatzzuwächse von 5 %-10 % bzw. 20 % erreichbar sein. In der Sparte Geschäftskunden werde eine ähnliche Entwicklung wie im laufenden Jahr erwartet: Die Wachstumssektoren Datenübertragung/Internetdienstleistungen dürften wieder von dem schwachen Fernsprechmarkt überschattet werden. Im Segment Privatkunden dürften sich die Umsatzrückgänge auf Grund der sinkenden Telefontarife und alternativer Nutzungsmöglichkeiten in der Größenordnung zwischen 7 %-10 % bewegen.
Im Zuge der Ergebnisveröffentlichung habe AT&T an gekündigt, das Unternehmen in vier börsennotierte Teile aufzuspalten. Der Grund für die erwartete Reorganisation sei die ausgeprägte Schwäche des Aktienkurses, der von der Spitze ca.60 % verloren habe. Da das Unternehmen neben dem traditionellen Telefongeschäft auch Wachstumssegmente wie Mobilfunk, Breitband und Internet betreibe, solle durch die Schaffung von vier selbständigen Einheiten in Form von Stammaktien und der sog. Tracking Stocks dem Investor die Möglichkeit gegeben werden, die einzelnen Geschäftsfelder auf Grund ihrer unterschiedlichen Wachstumsraten besser bewerten zu können.
Darüber hinaus würden die neuen Einheiten mehr Flexibilität hinsichtlich Kapitalbeschaffung und Akquisitionen erhalten. Die geplante Struktur sehe wie folgt aus: Geschäftsdienstleistungen inklusive Netzwerke (AT&T Business), Privatkunden/Fernsprechmarkt (AT&T Consumer), Breitband/Kabelaktivitäten (AT&T Broadband) und Mobilfunk (AT&T Wireless). Der Reorganisationsprozess solle im Jahr 2002 abgeschlossen sein.
Die Sparte AT&T Business solle als Nachfolgegesellschaft fungieren und Kommunikations- und Netzwerkdienstleistungen für Geschäftskunden anbieten (sie behalte das Tickersymbol “T“). Dieser gehöre auch der Markenname „AT&T“, der an die abgespalteten Unternehmen lizenziert werde. ATT& Business werde zugleich die Muttergesellschaft von AT&T Consumer sein, die in Form von Tracking Aktien im 3. Quartal 2001 an der Börse notiert werden solle. Damit werde den Investoren ermöglicht, den Geschäftserfolg eines bestimmten Unternehmensteils (in diesem Fall des Privatkundengeschäfts) separat zu bewerten, wobei die Mutter weiterhin die rechtliche Kontrolle ausüben werde. Auf Grund der hohen Cash Flow-Generierung im Long Distance-Sektor dürfte z.B. AT&T Consumer eine höhere Dividende zahlen als der Geschäftskundenbereich, was sich dann auch in unterschiedlichen Bewertungen beider Aktien widerspiegeln sollte.
AT&T Wireless und AT&T Broadband würden nach Abschluß der Aufspaltung als eigenständige Aktien gehandelt werden. Bis zum Sommer 2001 solle AT&T Wireless, die momentan bereits als Tracking Aktie gehandelt werde, in ein eigenständiges börsennotiertes Unternehmen umgewandelt werden. Bei AT&T Broadband würden zunächst im Sommer 2001 im Rahmen eines IPO Tracking Aktien ausgegeben, die dann innerhalb der folgenden 12 Monate in Stammaktien umgewandelt werden sollten. Die AT&T-Aktionäre würden Anteile an allen vier Gesellschaften erhalten. Als Folge der Umstrukturierung werde die Dividendensumme der 4 neuen Gesellschaften deutlich niedriger sein als die aktuell gezahlten 0,88 USD. Eine Dividendenkürzung solle es bereits im laufenden Quartal geben.
Angesichts des wenig erfreulichen Geschäftsausblicks für 2001 würden die Analysten in den nächsten Monaten nicht mit einer Trendwende des Aktienkurses rechnen. Die Einstufung werde von „kaufen“ auf „halten“ zurück genommen. Nach dem starken Kursverfall dürfte die Aktie allerdings nun mehr nur über begrenztes Kursrisiko verfügen. Es erscheine eine längerfristige Seitwärtsbewegung zwischen 20 und 30-USD wahrscheinlich. Zwar dürfte die Summe der einzelnen Unternehmensteile zwischen 40 und 45 USD pro Aktie betragen, es sei jedoch momentan nicht absehbar, dass der Markt AT&T in der jetzigen Form eine solche Bewertung zubilligen werde.
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