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ABB marktgewichten 06.12.2004
Zürcher Kantonalbank
Der Analyst Mark Diethelm von der Zürcher Kantonalbank bewertet die ABB-Aktie (ISIN CH0012221716 / WKN 919730) mit "marktgewichten".
Das US-Berufungsgericht habe vergangenen Donnerstag dem Asbestvergleich nicht zugestimmt und habe den Fall zurück an das Bezirksgericht verwiesen. Nachdem zwei tiefere Instanzen dem Vergleichsplan bereits zugestimmt und auch alle Einsprachen gegen den Vergleichsplan nicht gutgeheißen hätten, sei dieser Rückschlag eine herbe Enttäuschung.
Im 136-seitigen Urteilsbericht bemängle das Berufungsgericht unter anderem den Abstimmungsprozess zum Vergleichsplan, in dem viele der abstimmenden Kläger im Voraus des Votums eine Zusicherung über 95% ihrer eingeklagten Summe erhalten hätten, während der Durchschnitt der zugesicherten Schadenersatzsumme für alle Kläger bei lediglich 59% gelegen habe. Das Berufungsgericht komme deshalb zum Schluss, dass eine Überprüfung des Abstimmungsprozesses nötig sei, um die Frage einer Ungleichbehandlung unter den Asbest-Anspruchstellern zu klären und um festzustellen, ob eine Verletzung des Konkursrechts vorliege. Im Weiteren lehne das Berufungsgericht die Ausdehnung des Vergleichsplanes auf die Tochtergesellschaften Lummus und Basic auf Grund der Rechtsgrundlage ab.
Die Neuverhandlung des Vergleichs dürfte sich über mehrere Monate hinziehen und finanzielle Konsequenzen seien aus heutiger Sicht schwer abschätzbar. Unklar sei, ob beispielsweise eine neue Abstimmung durchgeführt werden müsse, was aber von ABB als eher unwahrscheinlich eingestuft werde. Die abgelehnte Ausdehnung des Vergleichs auf Lummus und Basic dürfte für diese zwei Unternehmen zu einem separaten Vergleich führen, wobei aber gegen diese Unternehmen nun neue Klagen eingereicht werden könnten. Die Analysten würden davon ausgehen, dass sowohl Lummus als auch Basic unter Konkurs gestellt werden müssten, um gegen ABB gerichtete Klagen abzuwenden.
Die Kurskorrektur von 12% vom letzten Freitag eskomptiere eine Wertreduktion von über USD 1,5 Mrd. Neben einer hohen Schadenssumme spiegle der Kursrückgang nach Erachten der Wertpapierexperten die Unsicherheit über ein auf unbestimmte Zeit verschobenes Ende des Asbestproblems wider. Zusätzlich werde eine weitere Verzögerung der Devestition respektive Reduktion des Verkaufspreises des Oil & Gas-Geschäfts miteinbezogen. Der Kursrückgang sei angesichts der gestiegenen Risiken zum Teil gerechtfertigt, preise jedoch eine hohe zusätzliche Schadenssumme mehr als ein.
Die Analysten der Zürcher Kantonalbank ändern ihre neutrale Einstellung für die ABB-Aktie angesichts der gestiegenen Risiken und der finanziellen respektive operativen Unsicherheiten (v.a. Power Technologies) auch nach dem Kursrückgang allerdings nicht.
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