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Emulex sorgte für Aufregung


28.08.2000
Hornblower Fischer

Gewinnmitnahmen bei den größeren Titeln wie Microsoft, Intel und Cisco belasteten den Nasdaqindex leicht. Doch im großen und ganzen war es wieder einmal ein ruhiger Handel, berichten die Analysten von Hornblower Fischer.

Die Aufmerksamkeit des Publikums sei auf eine der wohl größten Manipulationen in der Geschichte der Börse gelenkt worden. Gegen 9:30 Ortszeit, der Handel lief bereits eine Stunde, habe eine Nachricht den Aktienkurs von Emulex (WKN 868379) erschüttert. Nach deutlichen Kurssteigerungen in den letzten Tagen habe der Titel des Herstellers von Netzwerkprodukten nach Gewinnmitnahmen bei etwa 105 Dollar notiert. Dann sei eine Nachricht über die Ticker gekommen, wonach die Zahlen des vierten Geschäftsquartals revidiert werden müßten. Statt eines Gewinns von 25 Cents sei ein Verlust von 15 Cents erwirtschaftet worden. Die SEC habe eine Untersuchung wegen Verstoßes gegen die Bilanzvorschriften angekündigt und der CEO Paul Folino wolle zurücktreten.


Die Anleger, die noch das Debakel einer Microstrategy oder einer Mercator Software in Erinnerung hatten hätten darauf hin sehr schnell reagiert. Händler hätten sogar von Panikverkäufen gesprochen. Innerhalb von drei Minuten sei der Kurs auf gut 70 Dollar gefallen und etwas später gar auf nur noch 45 Dollar. In kürzester Zeit seien 2,5 Milliarden Marktkapitalisierung vernichtet worden. Als erste Reaktion sei der Handel ausgesetzt worden. Die Zeit habe das Unternehmen genutzt, um sich gegen alle Behauptungen zu wehren. Auch die SEC habe schnell reagiert und sofort weitere Untersuchungen angekündigt.

Mittlerweile ermittelte sogar das FBI. Die ‚Ente‘ sei über Internet Wire, einen recht bekannten Nachrichtendienst, verteilt worden. Dieser habe die Meldung erhalten und unkommentiert weitergegeben. Die Suche nach den Hintermännern dauert derzeitig noch an, so die Experten von Hornblower Fischer weiter. Man vermute, daß einige Shortseller durch die letzten Kurssteigerungen in Bedrängnis gekommen seien. Es sei zudem auch ein ‚ungewöhnlicher Handel‘ in Emulex-Optionen an der CBOE festgestellt worden.

Nachdem der Kurs 3 Stunden ausgesetzt gewesen sei, habe die Aktie bei ungefähr 125 Dollar wieder eröffnet, und damit sogar höher als vor der Falschmeldung. Alle abgeschlossenen Trades wären im übrigen gültig geblieben. Aber nicht nur die Aktie von Emulex sei betroffen gewesen. Auch Qlogic (QLGC), ein Spinn-off von Emulex aus dem Jahr 1992 und auch Brocade ( BRCD) seien zwischenzeitlich teilweise deutlich gefallen. Da beide Unternehmen in einem ähnlichen Geschäftsfeld wie Emulex arbeiten würden, hätten auch hier die Anleger in ersten Reaktionen mit Verkäufen begonnen. QLGC habe von 104 auf 74 Dollar nachgegeben, Brocade von 218 auf 206 Dollar. Beide Aktien hätten sich jedoch schnell wieder erholen können und hätten gegen Ende nur knapp unter den Schlußkursen des Vortages notiert.

Es sei schon erstaunlich, wie mit relativ einfachen Mitteln ein ganzes System aus dem Gleichgewicht gebracht werden könne. Die SEC habe alle Anleger aus diesem Anlaß davor gewarnt, einer Nachricht blind zu vertrauen. Es sollten daher immer mehrere Quellen befragt werden, so das Resümee von Hornblower Fischer.




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