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RealNetworks spekulatives Investment


07.08.2000
Aktienservice Research

Nach Meinung der Analysten von Aktienservice Research sind derzeit die Aktien von RealNetworks (WKN 910681) ein spekulatives Investment.

Eigentlich hätte RealNetworks das Zeug dazu, einer von den ganz großen zu werden. CEO Rob Glaser, vormals Microsoft Manager, habe erfolgreich alle Übernahme- und Vernichtungsangriffe von Microsoft abgewehrt. Durch ein einfaches Prinzip habe RealNetworks eine dominante Marktstellung im Bereich des Streaming Media erlangen können: Die Software zum Abrufen von Ton und Videos sei kostenlos an Internetsurfer verschenkt worden. Lediglich eine Luxusversion mit einigen angenehmen Zusatzfeatures habe $29,90 gekostet. Aber damit habe RealNetworks kein Geld verdient.

Das wahre Geschäft von RealNetworks habe im Vertrieb der Streaming Media Server gelegen. Mit dem Argument, dass rund 76% aller Internetsurfer einen RealPlayer auf ihrem Rechner installiert hätten, sei es ein leichtes gewesen, die Anbieter von Streaming Content von der Notwendigkeit zu überzeugen, ihre Inhalte mit einem Server von RealNetworks auszusenden. Das Servergeschäft sei wesentlich lukrativer als das Geschäft mit einzelnen Internetnutzern.

So habe RealNetworks bereits im dritten Quartal des vergangenen Jahres den Break-Even erreicht. Der technologische Vorsprung von RealNetworks vor Microsoft und anderen Wettbewerbern werde jedoch kleiner und RealNetworks habe in den vergangenen Monaten vermehrt in Neuentwicklungen als auch in den Zukauf von Know-how investieren müssen. Das Ergebnis sei folglich im ersten Quartal 2000 wieder ins Minus gerutscht und verharre derzeit auf diesem Niveau.


Das operative Geschäft jedoch könne mit weiterhin ansteigenden Umsätzen als auch Erträgen aufwarten. Im aktuellen Quartalsbericht sei ein Verlust von 18 Cents ausgewiesen worden, dieser Verlust beinhalte jedoch Akquisitionskosten in Höhe von 24 Cents. Nach einem Cent Gewinn vor einem Jahr könne RealNetworks somit auf ein operatives Ergebnis von +6 Cents je Aktie verweisen ($10 Millionen). Der Umsatz sei von $28,5 Millionen auf $62,7 Millionen gestiegen. Weltweit würden über 120 Millionen Internetsurfer Software von RealNetworks nutzen.

Vor vier Wochen habe RealNetworks mit AOL vereinbart, dass alle 23 Millionen AOL-Kunden fortan die Software von RealNetworks nutzen würden. Es werde geschätzt, dass dieser Deal rund $20-29 Millionen für RealNetworks wert sei. Neben AOL gewinne RealNetworks kontinuierlich weitere ISPs und Content Provider als Kunden und Partner.

RealNetworks stehe derzeit an einer Weggabelung: Entweder die getätigten Investitionen der letzten Monate würden von den Kunden angenommen und RealNetworks könne seine Stellung als Quasistandard für Streaming Media im Internet beibehalten, oder die Anstrengungen von Microsoft, den MediaPlayer als Standard im Windowspaket mit auszuliefern würden sich durchsetzen. Dann könne RealNetworks sich nur an einen großen Medienpartner verkaufen. Alleine sei RealNetworks dann jedenfalls nicht überlebensfähig.

Mittelfristig gebe es einige Katalysatoren: Studien zufolge werde sich in den folgenden 2-3 Jahren das Streaming Media explosiv verbreiten. In der Anfangsphase würden somit dort auch viele Werbeeinnahmen generiert werden können. Dies sei eine lukrative Einnahmequelle für RealNetworks. Das, was an Werbebudgets für die Bannerwerbung eingespart werde, werde in Werbung für Streaming Media geleitet werden. In drei Jahren jedoch werde sich diese Einnahmequelle vermutlich rückläufig entwickeln, wie die Bannerwerbung heute schon. Bei einer jährlichen Wachstumsrate von rund 30% dürfte der Gewinn jährlich um 50-70% ansteigen. Dies sei nach Ansicht von Aktienservice Research machbar, stehe die wahre Nutzung von Streaming Content erst mit der Verbreitung der Hochgeschwindigkeits-Internetzugänge bevor. Mittelfristig sollte RealNetworks sich nach Einschätzung von Aktienservice Research von den derzeitigen Tiefständen erholen können und der Kurs könnte von mittelfristig besseren Quartalsergebnissen profitieren.

Fazit: Riskante Spekulation zum derzeitigen Stadium. Wer einmal Software von RealNetworks genutzt habe, der weiß, dass die Software nicht berühmt für einfache Nutzung sei. Auf der anderen Seite sei RealNetworks mit $6 Milliarden mittlerweile so billig, dass ein weiterer Kursverfall nach unten abgesichert zu sein scheine.




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