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Getronics Neutral 28.07.2000
WestLB
Getronics (WKN 869874) zähle zu den führenden europäischen Dienstleistungsunternehmen auf dem Gebiet der Informations- und Kommunikationstechnologie (ICT).
1999 habe Getronics das Unternehmen Wang Global für 1,64 Mrd. € übernommen, womit sich die Grösse von Getronics fast verdreifacht habe. Diese Übernahme biete dem Unternehmen die Gelegenheit, seine Geschäftslösungen auf eine breitere Basis zu stellen und zu standardisieren sowie einen globalen Markennamen zu etablieren. Die Vorstellung, dass internationale Geschäftskunden auch globale Lösungen verlangten, sei einleuchtend. Im Rahmen des allgemeinen Trends habe Getronics auch bei der Schaffung von Allianzen zwischen Unternehmen, die Produkte, Vertrieb und Service anbieten, mitgewirkt. Die Bekanntesten unter ihnen seien Hewlett Packard („One-Stop-Shop für E-Business-Lösungen“) und Cisco. Für diese beiden Unternehmen fungiere Getronics als lizensierter Integrator. Wang reduziere die EBITA-Marge von 9,2 % (1998) auf eine Pro-forma-Marge von 5,0% (1999). Getronics erwarte eine Erholung auf über 7,0 % (2000). In diesem Jahr setze das Unternehmen die Integration von Wang fort und trenne sich dabei von Aktivitäten mit einem Umsatz von 970 Mio €.
Nunmehr solle der Fokus des Kerngeschäfts auf das Angebot von E-Business-Lösungen gelegt werden. Eine neue Tochtergesellschaft (G2E) mit dieser Zielsetzung befinde sich zur Zeit in der Entstehungsphase, und es könne dabei in noch nicht näher definierten Zukunft zu einem Börsengang kommen. Dies stelle das Management vor weitere Herausforderungen und fordere von den Aktionären, alte Bewertungskriterien (auf Basis der Nettoergebnisse) über Bord zu werfen, was durch die Notierung an der Amsterdamer Börse wahrscheinlich auch nicht leichter gemacht würde. Berichten zufolge solle das Unternehmen in diesem Jahr privaten Kontakt mit einigen der ortsansässigen Analysten aufgenommen haben, um sie dazu zu bewegen, ihre Schätzungen nacht unten zu korrigieren (auf das Niveau, auf dem die Experten sich bereits befanden). Dies entspreche nicht der Vorgehensweise eines Unternehmens, das als Global Player von der internationalen Investment Community ernst genommen werden wolle.
Im laufenden Geschäftsjahr rechnen die Spezialisten mit einem Gewinn je Aktie von 0,27 € . Für das Jahr 2001 werden 0,40 € und für das Jahr 2002 0,53 € Gewinn je Aktie erwartet. Somit betrage der 2001er KGV 40,4.
Bei dem Gerangel um die beste Position würden Netzwerke von Bündnissen im IT-Bereich entstehen, heute unter dem Namen „E-Services“ bekannt. Unternehmen, die Software-Produkte anbieten, strebten nach Allianzen mit Vertriebspartnern, und Dienstleistungsunternehmen möchten gleichermassen ihre Produktpalette durch neue Produkte erweitern. Sogar der bisher geschlossene Bereich der Wirtschaftsprüfung öffne sich. Die vor kurzem stattgefundene Fusion zwischen Cap Gemini und dem Beratungszweig von Ernst&Young, gefolgt von dem gemeinsamen Joint Venture mit Cisco zeige, dass diese Entwicklung schnell voranschreite. Getronics habe sich zum Ziel gesetzt, bis Ende 2002 unter den drei besten weltweit vertretenen IT-Dienstleistern zu sein. Die Analysten der WestLB gingen davon aus, dass dazu noch weitere Schritte im Bereich Übernahme und Fusionen notwendig sein werden, wobei sie eher kurz- als langfristig zu erwarten seien.
Bei einem EV, der bei dem 1,8fachen des Jahresumsatzes für 2000e und rund 220.000 € pro Mitarbeiter liege, verfüge Getronics über Potential, das neu bewertet werden müsse. Cap Gemini zahle ca. das Dreifache des Umsatzes und 630.000 € pro Mitarbeiter für das Consulting-Geschäft von Ernst&Young. Die Anlageexperten könnten nur ein neutrales Rating erteilen, da nach ihren Einschätzungen die erfolgreiche Integration von Wang erst demonstriert werden müsse. Darüber hinaus seien sie der Ansicht, dass noch weitere Geschäfte erforderlich seien, und diese würden dadurch, dass sie mit einem Abschlag gegenüber Verisign, aber mit einem Aufschlag gegenüber Entrust abgeschlossen würden, mehr Risiken mit sich bringen.
Wang Global sei im ersten Halbjahr 1999 nur für einen Monat konsolidiert, daher seien Vergleiche nicht sehr aussagefähig, obwohl sie die Veränderung innerhalb des Konzerns andeuteten. Wang trage ca. 1,8 Mrd. USD an steuerlichen Verlustvorträgen bei, dagegen aber Goodwill von 2,1 Mrd. USD. Bei der Festlegung von Zielen ziehe es Getronics vor, den Fokus auf EBITA-Margen zu legen. Wäre Wang 1999 für die vollen 12 Monate konsolidiert worden, hätte die EBITA-Marge bei 5,0 statt bei 7,1 % gelegen. Das Unternehmen erwarte eine Steigerung auf über 7,0%, die durch die Kombination von höheren Umsätzen im Dienstleistungsbereich und der Veräußerung von Unternehmensbereichen, die nicht zum Kerngeschäft gehörten, erzielt werden solle. Ab Januar 2000 würden Geschäftszweige mit einem Umsatzvolumen von 970 Mio € dekonsolidiert. 80 % der Veräußerungen seien bereits vollzogen worden. Die vollständige Konsolidierung von Wang und die deutlich überdurchschnittliche Anzahl der in Umlauf befindlichen Aktien würden sich spürbar auf das Gesamtjahresergebnis auswirken.
Obwohl das Ergebnis der geschäftlichen Zusammenarbeit zwischen Wang und den US-Staatsbehörden angeblich im letzten Jahr über den Erwartungen gelegen habe, gingen die Analysten davon aus, dass die Personalführung und –bindung beiden übrigen Bereichen von Wang America problematisch sei. Die Experten würden dabei nach Kommentaren über Mitarbeiterfluktuation suchen. Darüber hinaus seien sie sehr an den Nachrichten über neue Übernahmen, Beteiligungen und Joint Ventures interessiert, auch wenn Nachrichten über Veräußerungen von Unternehmensteilen erwartet würden. Insbesondere würden die Analysten Nachrichten von dem neuen Unternehmen G2E erwarten, das als One-Stop-Shop Best-Of-Breed-Front-End-Lösungen (E-Commerce, E-Marketing usw.) anbiete.
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