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Human Genome Sciences verkaufen


30.12.2003
Der Aktionär

Die Experten vom Magazin "Der Aktionär" empfehlen die Aktie von Human Genome Sciences (ISIN US4449031081 / WKN 889323) zu verkaufen.

Der Anteilsschein sei seit dem 22. Dezember dieses Jahres nicht länger im Nasdaq 100 vertreten. Human Genome Sciences, einst großer Hoffnungsträger und gefeierter Börsenstar, gehöre nicht mehr zu den führenden Konzernen im Biotech-Sektor. Die Bilanz lese sich erschreckend. Die Umsätze seien in den vergangenen Jahren beinahe vollständig in sich zusammengebrochen. Zum Ende des Geschäftsjahres 2002 habe das Unternehmen nur noch 3,6 Mio. US-Dollar erlöst. Besserung scheine nicht in Sicht.


Für das laufende Jahr erwarte man Umsatzerlöse von 5,4 Mio. US-Dollar, für 2004 seien 9,5 Mio. US-Dollar anvisiert. Dies sei zu wenig für ein Unternehmen mit großen Ambitionen. Im dritten Quartal 2003 habe der Konzern den Verlust im Vergleich zum Vorjahr von 42,9 Mio. US-Dollar auf 47,7 Mio. US-Dollar ausgeweitet. Für das Gesamtjahr werde ein Minus von mehr als 190 Mio. US-Dollar erwartet, das sich im nächsten Jahr noch einmal auf 238 Mio. US-Dollar steigern solle. Für die kommenden Jahre gehe man von noch höheren Verlusten aus.

Einziger Lichtblick sei die recht hohe Cash-Position von Human Genome Sciences, die sich zum Ende des dritten Quartals 2003 auf rund 1,32 Mrd. US-Dollar belaufe. Dieses Geld werde auch dringend für die weitere Forschung und Entwicklung benötigt. Die "Asse" im Ärmel seien ohne Zweifel die hauseigenen Hochleistungstechnologien, mit denen innerhalb relativ kurzer Zeit überprüft werden könne, welches Protein als potenzielles Medikament für welche Krankheit in Frage komme. Zur Klientel würden neben Biotech-Konzerne wie MedImmune oder Medarex auch Pharmakonzerne wie GlaxoSmithKline oder Merck gehören.

Aus fundamentaler Sicht spreche wenig für ein Engagement bei Human Genome Sciences. Von der Gewinnzone sei der Konzern ebenso meilenweit entfernt, wie von der Einführung seines ersten Produktes. Im Gegensatz dazu erscheine die Bewertung mit 1,66 Mrd. US-Dollar schon recht üppig. Langfristig gesehen könnte sich die Strategie des Konzerns, auf eine breite Produktpipeline zu setzen, zwar auszahlen, doch auf kurze bis mittlere Sicht gebe es im Biotech-Sektor wesentlich attraktivere Investmentmöglichkeiten.

Die Experten von "Der Aktionär" stufen daher die Aktie von Human Genome Sciences mit "verkaufen" ein.




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