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Wyeth "outperform"


17.11.2003
ING BHF-BANK

Die Analysten der ING BHF-BANK stufen die Aktie von Wyeth (ISIN US9830241009 / WKN 850229) mit "outperform" ein.

Der US-Pharmakonzern habe erneut gute Ergebnisse für das 3. Quartal vorgelegt. Der Umsatz habe um 13% bzw. in lokaler Währung (LW) um 9% auf 4,1 Mrd. USD gesteigert werden können (Konsensus: 4,0 Mrd. USD). Innerhalb des wichtigen Geschäftsbereichs Human Pharma habe der Konzern Zuwächse von 11% auf 3,2 Mrd. USD verzeichnet. Auf der Produktseite hätten einmal mehr die wachstumsstarken Präparate Effexor (Anti-Depressivum; +42% auf 645 Mio. USD), Protonix (Magen-Darm-Präparat; +18% auf 407 Mio. USD) und Enbrel (Rheumatische Arthritis; +105% auf 86 Mio. USD) überzeugt.

Positiv würden die Analysten die Tatsache beurteilen, dass der starke Abwärtstrend bei den Hormonersatztherapeutika im abgelaufenen Quartal habe gebremst werden können (-18% auf 346 Mio. USD). Die geringer als erwartet ausgefallenen Ausgaben für Forschung & Entwicklung und für die Verwaltung hätten neben den überdurchschnittlichen Umsatzzuwächsen zum insgesamt besser als erwarteten Ergebnisanstieg geführt (Gewinn je Aktie: + 38% auf 0,65 USD; Konsensus: 0,60 USD).


Trotz der erfreulichen Gewinnsteigerungen sei der Konzern nicht von seiner Ergebnis-Prognose für das laufende Jahr abgerückt und rechne unverändert mit einem Gewinn je Aktie im 4. Quartal im Bereich von 2,40 USD - 2,50 USD. Die Analysten würden die Prognose weiterhin für konservativ halten und tendenziell ein Ergebnis am oberen Ende der genannten Bandbreite erwarten.

Die Veröffentlichung der Resultate sei von der Nachricht überschattet worden, dass der Konzern zusätzlich 2 Mrd. USD (insgesamt 3,6 Mrd. USD) wegen weiterer Risiken in Verbindung mit den Nebenwirkungen aus ehemals vertriebenen Schlankheitspräparaten in die Rücklagen eingestellt habe. Bislang seien bereits 13 Mrd. USD ausbezahlt worden. Das Unternehmen habe am Rande einer Telefonkonferenz mit Analysten verlauten lassen, dass weitere Rückstellungen in den nächsten Jahren erforderlich sein könnten.

Mit einer Netto-Verschuldung von rund 1,7 Mrd. USD erscheine nach Erachten der Analysten die Bilanz von Wyeth allerdings robust genug, um weitere Ansprüche seitens der Kläger über die nächsten Jahre "verdauen" zu können. Die jüngste Verurteilung des Konzerns (zuerkannter Streitwert: ca. 1,3 Mrd. USD) sei deutlich überzogen und werde einer Revision vermutlich nicht Stand halten (ursprüngliche Forderung der Klägerin: ca. 35.000 USD).

Die Analysten würden Wyeth unverändert als attraktive Pharmagesellschaft ansehen. Das vergleichsweise junge Produktportfolio mit den wachstumsstarken Präparaten Effexor (Depressionen), Prevnar (Impfstoff) und Enbrel (Rheumatische Arthritis) sollte für überdurchschnittliche Pharmazuwächse in den nächsten Jahren sorgen. Zudem sei der Konzern in den nächsten Jahren nur unterdurchschnittlich von generischer Konkurrenz bedroht.

Die Analysten der ING BHF-BANK erwarten, dass trotz der kaum abschätzbaren Risiken weiterer Ansprüche geschädigter Patienten nach und nach das operative Geschäft wieder in den Blickpunkt des Interesses rückt, und behalten ihre Kaufempfehlung für die mit einem hohen Risiko versehene Wyeth-Aktie bei.




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