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Akzo Nobel reduzieren 15.09.2003
WGZ-Bank
Die Analysten der WGZ-Bank stufen die Aktie von Akzo Nobel (ISIN NL0000009132 / WKN 914188) von "akkumulieren" auf "reduzieren" runter.
Der niederländische Pharma- und Chemiekonzern Akzo Nobel habe mit seinen H1/03 Ergebnissen - trotz drastischer Einbußen - die niedrig gesteckten Markterwartungen treffen können: Umsatz 6.686 Mio. EUR, (-6%), EBITDA 931 Mio. EUR (-18%), EBIT 602 Mio. EUR (-24%) und Gewinn 319 Mio. EUR (-34%). Alle Segmente seien durch Währungseinflüsse und Pensionsaufwendungen belastet worden. Pharma habe unter Generika-Konkurrenz, die anderen Segmente unter der schwachen Nachfrage und einem sich weiter verstärkenden Margendruck gelitten.
Die Prognose für 2003 mit einer signifikanten Reduzierung des Nettogewinns ohne Sondereffekte gegenüber 2002 sei noch einmal bestätigt worden. Akzo Nobel, eines der wenigen verbliebenden hybriden Unternehmen habe im Bereich Pharma durch den Patentverlust des Blockbusters Remeron (Antidepressivum; -21% in USA) sowie den unter den Erwartungen bleibenden neuen Produkten NuvaRing (Verhütungsmittel) und Arixtra (Antithrombotikum) und Verzögerungen in der Pharma-Pipeline mit rückläufigen Margen und Umsätzen zu kämpfen gehabt. Gleichzeitig bleibe aktuell die wichtige Erholung der Konjunktur für die Segmente Chemicals und Coatings aus.
Mittels eines stringenten Kostensenkungsprogramms, das für alle Geschäftsbereiche gelte und Entlassungen sowie Schließung von Standorten - u.a. Bereich PolymerChemicals: Einstellung der Produktion Gillingham (GB) und Burt (USA) - umfasse, sollten in 2003 bzw. 2004 Einsparungen von ca. 200 Mio. EUR bzw. 320 Mio. EUR erzielt werden. Unterstützt würden die Restrukturierungen durch geplante Desinvestitionen, v.a. im Chemie-Bereich (Katalysatoren, Phosphorchemie, Beschichtungsharze; Umsätze von über 1 Mrd. EUR) mit geschätzten Erlösen von über 500 Mio. EUR. In diesem Zusammenhang stehe auch der Verkauf des Papiergeschäftes ("Impregnated Paper Business") an die Deutsche Beteiligungs AG und Harvest Partners Inc. (Kaufpreis 114 Mio. EUR, entspreche ca. 0,43 x Umsatz).
Hierdurch sollten einerseits die operative/finanzielle Bewegungsfreiheit erhöht, andererseits aber auch die Nettofinanzschulden von aktuell 3.169 Mio. EUR (31.12.2002: 3.256 Mio. EUR) auf ca. 3,0 Mrd. EUR gedrückt werden. Ferner habe Akzo zur Refinanzierung auf Basis des günstigen Zinsniveaus eine 750 Mio. EUR Anleihe - Coupon 4,25%, Fälligkeit 2011 platziert. Man erachte diese eingeleiteten kostensparenden Einschnitte als einen ersten Schritt in die richtige Richtung.
Jedoch könnten alle Bemühungen bei einer ausbleibenden Konjunkturerholung nur eine kurzfristige Ergebniskosmetik sein. Daneben versuche man über langfristige Verträge, u.a. Mehrjahresvertrag mit Pfizer (Pharma) oder auch Veracel (Chemie), Kundenbeziehungen auf- und auszubauen. Der Bereich Coatings (Farben u. Lacke), der weltweit führend sei, werde durch internationale Forschung und Entwicklung sowie gezielte Investition in die globalen Wachstumsregionen (Asien, Lateinamerika) aber auch Spezialitäten (Techni-Coat International) weiter gestärkt.
Das Unternehmen befinde sich, ähnlich Bayer in 2002, in einem Übergangsjahr, womit Risiken und Chancen verbunden seien. Dessen ungeachtet sei Akzo Nobel mit der breit diversifizierten sowie lange erfolgreichen Geschäftsstruktur gut positioniert. Auf Basis des aktuellen KGV's erkenne man, trotz der markanten Kurserholung seit März 2003 kein weiteres Kurspotenzial.
Ergänzend würden die anderen Multiplikatoren eine adäquate Bewertung signalisieren. Insgesamt lasse man die Schätzungen für die Geschäftsjahre 2003 bis 2004 unverändert. Trotz der gestiegenen Bewertung der Vergleichsunternehmen behalte man das Kursziel von 28 EUR bei. Man erwarte zukünftig neue Probleme bei der Umsetzung der kommunizierten Schritte, v.a. dürfte Pharma noch einige Zeit unter der momentanen Ertragsschwäche leiden.
Das neue Anlageurteil für die Aktie von Akzo Nobel lautet "reduzieren", so die Analysten der WGZ-Bank.
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