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Palm spekulativ interessant 01.07.2003
Performaxx-Anlegerbrief
Die Experten vom "Performaxx-Anlegerbrief" halten die Aktie von Palm (ISIN US6966422064 / WKN 765833) für ein spekulativ interessantes Investment.
Der Technologie- und Weltmarktführer von Handheld-Computern habe nach einem besser als erwartet verlaufendem Quartal wieder Oberwasser. Das sei zuletzt nicht immer so gewesen, gerade mal drei Monate vorher hätten die Kalifornier massiv enttäuscht. Durch die Aufsehen erregende Übernahme von Konkurrent Handspring entstehe in Kürze ein dominanter Marktplayer.
Wer kenne sie nicht, die kleinen Taschencomputer, mit denen man im Handumdrehen Kalendereinträge, Termine, Kontakte und viele weitere kritische Aufzeichnungen unter Dach und Fach bringen könne? Persönlichen oder geschäftlichen Kriterien seien da kaum Grenzen gesetzt. Wenn die Geräte dann auch noch mit dem Desktop-PC, Laptop oder High Performance Handy kooperieren würden und Daten austauschen könnten, sei das private Netzwerk für unterwegs fast schon komplett.
Einen kleinen Haken habe diese Vision allerdings: Das ursprünglich zum Telefonieren gedachte Handy übernehme immer mehr übergeordnete Funktionen, die der Beschreibung zu Eingang dieses Absatzes entlehnt sein könnten. Wozu also noch einen Handheld-Taschencomputer? Diese Frage würden sich offenbar auch die potenziellen Kunden stellen, denn der Absatz sei in den zwei vorher gehenden Jahren schleppend verlaufen.
Die Lösung heiße Smartphone, die Kombination aus Mobiltelefon und Taschencomputer. Und genau diese Smartphones produziere Handspring. Da die Smartphones auf Basis der Software-Technologie von Palm betrieben würden, was liege da näher, als aus zwei Einzelbausteinen nur einen größeren zu machen? Und so übernehme Palm seinen Konkurrenten Handspring, den neben Palm einzigen großen und vor allem unabhängigen Hersteller relevanter Geräte. Irgendwie bleibe auch alles in der Familie: Denn Handspring sei erst Ende der 90er Jahre von Ex-Palm-Mitarbeitern aus der Taufe gehoben worden. Nun füge sich wieder zusammen, was zusammen gehöre.
Das Umtauschverhältnis liege bei etwa 10 zu 1, so dass der Wert des Deals bei rund 170 Mio. USD ausfallen dürfte und Handspring-Aktionären ca. ein Drittel am neuen Unternehmen einbringen werde. Auf der Positivseite könne Palm vielleicht 20 bis 30 Mio. USD p.a. an Synergiepotenzial heben, doch zuvor müssten auch sicher mehr als 100 Arbeitsplätze wegrationiert werden.
Wie zu erfahren gewesen sei, solle der Firmensitz und Beschäftigungsort dann im kalifornischen Milpitas situiert bleiben. Im Prinzip werde die Übernahme geschickt gegenfinanziert, indem die Softwaresparte PalmSource (die das Palm-Betriebssystem Palm OS herstelle und über 50% Marktanteil verfüge) ausgegliedert werden solle, womit das Unternehmen in einen Hard- und einen Softwareanteil zerfiele. Denkbar sei bislang sowohl ein Trade Sale als auch ein Börsengang gewesen.
Letzteres setze ein Aufnahme bereites Marktumfeld voraus, das Erstere dagegen einen zahlungskräftigen und auch wohlgesonnenen Partner. Seit einem halben Jahr sei in der Tat auch Sony mit an Bord, doch die Japaner hätten derzeit andere Probleme, um die sich zu kümmern hätten. Inzwischen scheine klar, dass die Abspaltung von PalmSource bis Oktober erfolgen solle, und zwar als IPO an die Nasdaq.
Besserung tue Not, denn die Geschäfte der letzten Quartale hätten deutliche Übersättigungserscheinungen gezeigt. In den ersten neun Monaten des Fiskaljahres 2002/03 sei der Umsatz um 20% auf 646,2 Mio. USD geschrumpft, im letzten Quartal seien jetzt aber noch mal 225,8 Mio. USD (-3% gegenüber Vorjahr) hinzugekommen. Die zuvor abgegebene Umsatzwarnung für Q4 habe sich also als übertrieben heraus gestellt. Allerdings habe der neuerliche Fehlbetrag (vor Sonderposten verstehe sich) bei nur noch 15,1 Mio. USD gelegen. Für das Gesamtjahr hätten damit aber 442,7 Mio. USD Minus zu Buche gestanden.
Es seien diese berühmten Sonderkosten, die auch bei Palm ins Auge springen würden. 100 Mio. USD weniger werthaltig sei jetzt ein Grundstück im Silicon Valley angesetzt und auf "Marktniveau" gesenkt worden. Umstrukturierungen stünden für weitere 50 Mio. USD gerade. Und schließlich würden auch noch Rechtstreitigkeiten existieren, z.B. mit Peer-to-Peer-Systems wegen einer angeblichen Patentrechtsverletzung. Das Unternehmen poche auf eine Systemordnung, die man sich vor acht Jahren habe patentieren lassen.
Der Anspruch sei eigentlich lächerlich, aber in Amerika könne man praktisch jeden vor Gericht ziehen oder einen Vergleich herausholen. Hierauf dürfte es dann auch hinauslaufen. In der Tat sei der weltweite Absatz von Handhelds im letzten Jahr signifikant um 9% zurückgegangen (Palm: -12% auf 4,4 Mio. Einheiten), was offenbar negativ mit der leichten Belebung der Handy-Verkäufe korreliert sei.
Preisnachlässe von 20 bis 25% hätten nicht für Belebung, sondern lediglich für niedrige Margen gesorgt. Der Marktanteil von Palm habe sich im Jahr 2002 bei knapp 37% bewegt. Weit abgeschlagen würden Hewlett-Packard mit 13,5% und Sony mit 11% (ohne Handspring in dieser Statistik) rangieren. Das vierte Quartal habe nun erstmals seit sechs Quartalen mit rückläufigen Absatzzahlen bei Palm wieder einen leichten Anstieg um 5% gesehen. Im Vergleich zum dritten Quartal seien es +8%.
Wie ebenfalls vergangene Woche gemeldet worden sei, habe auch der Entwickler des BlackBerry-Taschencomputers, Research in Motion (Kürzel: RIMM), weniger Verlust eingefahren als befürchtet. Dies sei als weiteres Indiz dafür zu werten, dass die Handheld-Industrie das Schlimmste hinter sich habe und in eine Erholungsphase übergegangen sei.
Als Marktführer sollte Palm, zumal nach der Handspring-Übernahme, als erster davon profitieren. Mit dem halben Umsatz bewertet sei Palm noch nicht zu teuer, zudem könnte der weitere Abbau von Short-Positionen beflügelnd wirken (etwa 15% des Streubesitzes seien short).
Das Beta von rund 2 manifestiert aber auch die Volatilität der Palm-Aktie, so dass die Experten vom "Performaxx-Anlegerbrief" nur spekulativen Anlegern den Titel als Depotbeimischung empfehlen können.
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