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WorldCom Finger weg 28.04.2003
iWatch
Stephan Heibel, Experte von "iWatch", empfiehlt die Finger aus der WorldCom-Aktie (ISIN US98157D1063 / WKN 881477) zu nehmen.
Nachdem WorldCom Ende vergangenen Jahres seinen Bankrott erklärt habe und den Schutz gemäß Chapter 11 in Anspruch genommen habe, sei das Geschäft zügig restrukturiert worden. Zehntausende Mitarbeiter seien entlassen, 3 Mrd. USD Verlust bei Pensionsfonds seien abgeschrieben und die 10 Mrd. USD Bilanzierungsbetrügereien seien korrigiert worden- zu Lasten der Aktionäre. Diese hätten insgesamt am Aktienwert knapp 176 Mrd. USD verloren. Worldcom habe nicht nur Gelder veruntreut und vernichtet, sondern auch das Vertrauen in das US-Finanzsystem angeschlagen. Der größte Bankrott der US-Geschichte habe einige Kommissionen nach sich gezogen, die einige Verschärfungen der Vorschriften für börsennotierte Unternehmen hätten verabschieden lassen.
Weiterhin habe WorldCom durch seine geschönten Bilanzen Investorengelder im Telekommarkt eingesetzt und einen ruinösen Wettbewerb angezettelt. Heute stünden AT&T (T), Sprint (FON), SBC Communication (SBC) und BellSouth (BLS) mit ihren Bilanzen mit dem Rücken zur Wand. Über jedem dieser Unternehmen habe für einige Zeit das Damoklesschwert der Insolvenz geschwebt. Glücklicherweise hätten sich alle retten können.
Eigentlich sollte WorldCom nun seinen Teil des Kuchens unter den Überlebenden aufteilen, damit diese für ihren wackeren Kampf und die Entbehrungen der Vergangenheit belohnt würden. So sei das nun einmal in der freien Marktwirtschaft. Nicht jedoch mit Präsident Bush. Dieser habe einen Konkursrichter eingesetzt, der eine Zerschlagung des Konzerns verhindern sollte. Weiterhin habe der Konkursrichter befunden, dass ein Großteil der Schulden erlassen werden müssten. Dies habe sowohl Banken als auch die oben genannten Wettbewerber getroffen, die mit WorldCom Handel betrieben und offene Rechnungen in Millionenhöhe vorlegt hätten.
Wen wundert's, dass es sogar eine Boykottseite gegen Worldcom gebe. Verständlich, dass WorldCom nun einen neuen Namen gewählt habe, um dieses schlechte Image abzuschütteln: Seit ein paar Wochen heiße das Unternehmen nun MCI. Es sei noch nicht entschieden, in welcher Form MCI, alias WorldCom, aus dieser Geschichte herauskomme. Ob die ursprünglichen Aktien von WorldCom einen Wert behalten oder einfach für wertlos erklärt würden? Den alten Gläubigern seien Anteile an dem neuen Unternehmen als Entschädigung für die Kreditausfälle zugestanden worden. Insbesondere die Wettbewerber würden nun darauf pochen, mehr Einblick in die Bücher von MCI zu erhalten, damit sie selber beurteilen könnten, ob die Lösung gerecht sei.
Natürlich möchten die Wettbewerber ihren unliebsamen Konkurrenten beobachten. Aber, da sie insgesamt über 600 Mio. USD an Kreditausfällen zu erleiden hätten, sei das auch verständlich. Nun gebe es neue Investoren, die behaupten dürften, neben der 1 Mrd. USD Staatszuschuss auch das ihrige zur Rettung von MCI beigetragen zu haben und diese wollten natürlich ein möglichst unabhängiges Geschäft aufbauen. Aber die Experten könnten auch die verprellten Wettbewerber verstehen, wenn sie MCI das Leben schwer machen würden. Soweit ein kleiner Exkurs in die Abwicklung nach Chapter 11. Wer von Ihnen meine, in diesem Chaos von Intrigen und Schlammschlacht mitspekulieren zu müssen: Bitte schön. Aber ohne mich.
Vor diesem Hintergrund wird von den Experten von "iWatch" empfohlen die Finger aus den Papieren von WorldCom zu lassen.
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