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Wolford neutral


19.09.2002
Raiffeisen Centrobank

Die Analysten der Raiffeisen Centrobank senken ihr Rating für die Aktien der Wolford (WKN 893975) von vorher "übergewichten" auf jetzt "neutral".

Im 1. Quartal des Geschäftsjahres habe Wolford immer nur etwa 17-18% des Jahresumsatzes erwirtschaftet und müsse einen operativen Verlust hinnehmen. Von Mai-Juli 2002/03 habe Wolford einen operativen Verlust von EUR 3,2 Mio. ausgewiesen, der leicht unter dem Vorjahresniveau gelegen habe. Infolge der niedrigeren Zinsaufwendungen sei der Finanzverlust von EUR 0,85 Mio. im 1. Quartal 2001/02 auf EUR 0,52 Mio. gefallen.

Aufgrund der weiterhin schwachen Konjunktur gehen die Analysten der Raiffeisen Centrobank davon aus, dass die Wolford Gruppe 2002/03 keine Umsatzsteigerung erreichen werde. Infolge der Kostensenkungsmaßnahmen werde das Unternehmen jedoch einen operativen Turnaround schaffen. Man erwarten 2002/03 ein EBIT von EUR 3,7 Mio.. Das Finanzergebnis von minus EUR 2,6 Mio. werde ebenfalls besser ausfallen als im Vorjahr. Das Vorsteuerergebnis werde nach einem Verlust von EUR 6,9 Mio. im Vorjahr auf einen Gewinn von EUR 1,1 Mio. 2002/03 drehen. Dies entspreche einem Gewinn je Aktie von EUR 0,15.


Der Umsatz der Wolford-Gruppe habe EUR 26,1 Mio. betragen und lag damit um 5,4% unter dem Vorjahresniveau gelegen. Es sei jedoch anzumerken, dass das 1. Quartal des Vorjahres einen deutlichen Umsatzzuwachs von 11,5% gezeigt habe, und somit eine sehr starke Basis für 1. Quartal dieses Jahres gebildet habe. Wolford habe für Mai-Juli 2002 deutlich in den Nicht-Kernmärkten zugelegt. In den osteuropäischen Ländern sei der Umsatz um 84% gestiegen. Nach einer tiefgreifenden Umstrukturierung in Italien und in den Niederlanden habe das Unternehmen Umsatzsteigerungen von jeweils über 30% verbucht. Demgegenüber sei der Umsatz am Kernmarkt Deutschland um 17% zurückgefallen. Trotz des Umsatzrückganges des ersten Quartals habe Wolford einen niedrigeren operativen Verlust bekannt gegeben.

Infolge der durchgeführten Kostensenkungsmaßnahmen seien vor allem die Personalkosten gesunken. Die Personalzahl habe sich im 1. Quartal um mehr als 240 auf 1.617 reduziert. Damit sei die Personaltangente von 49% im Vorjahr auf 47% gefallen.

In der Modebranche rechne man unverändert mit einem schweren Marktumfeld. Viele Unternehmen im Luxusmodebereich hätten sogar für Frühjahrs- und Sommerkollektionen 2003 von Aufragsrückgängen berichtet und würden damit einen Umsatzrückgang erwarten. Aufgrund der Konsumflaute gehen man davon aus, dass Wolford 2002/03 im Umsatz nicht zulegen werde. Trotzdem würden sich die im letzten Jahr eingeleiteten Kostensenkungsmaßnahmen positiv auswirken. Per 23. September werde Wolford den ATX verlassen. Man erwarte, dass diese Änderung das Interesse der Investoren dämpfen werde.

Aufgrund der schwachen Konjunktur und der ATX-Umstrukturierung stufen die Analysten der Raiffeisen Centrobank die Aktien der Wolford von "übergewichten" auf "neutral" zurück.




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