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Gateway verkaufen


06.01.2000
Hornblower Fischer

Nach Einschätzung der Analysten von Hornblower Fischer solle der Anleger derzeit ein Engagement in Aktien des US-Unternehmens Gateway (WKN 888851) meiden.

Zuletzt hatten die Analysten den Computerhersteller und Direktvertreiber Anfang Dezember bei einem Stand von 65 13/16 Dollar zum kurzfristigen Verkauf empfohlen. Aktuell bestätige das Unternehmen mit einer gestern nachbörslich veröffentlichten Gewinnwarnung die verhaltene Einschätzung der Experten. Gateway habe bekannt gegeben, dass man im letzten Quartal aufgrund von Lieferschwierigkeiten bei den Intel 400Mhz Celeron und 450Mhz Pentium III Mikroprozessoren Einbußen in Höhe von etwa 250 Millionen Dollar zu verzeichnen hatte. Weitere 100 bis 150 Millionen Dollar würden auf schwächere Verkaufszahlen im Vorfeld des Jahrtausendwechsels zurück gehen. Der Umsatz werde daher mit 2,45 Milliarden Dollar nur 6 Prozent über dem Vorjahresergebnis erwartet. Entsprechend schwächer werde auch der Gewinn ausfallen, der ohnehin durch außerordentliche Kosten aufgrund einer Kooperation mit AOL belastet werde. Die Markterwartungen hätten bisher bei einem Gewinn von 43 Cents pro Aktie gelegen. Gateway gehe davon aus, nur 37 Cents zu erreichen. Das gemeinsam mit AOL betriebene Internetangebot habe im vergangenen Quartal zwar 400.000 neue Kunden hinzugewinnen können und damit die Marke von einer Million Abonnenten erreicht. Es bleibe jedoch abzuwarten, ob der Umsatzrückgang im Großkundenbereich um 16 Prozent wirklich nur auf den vom Unternehmen angeführten Gründen des Y2K-Problems und des Lieferengpasses bei Intel beruhe. Die Analysten raten Gateway zu verkaufen und vor neuen Investments zunächst die Rückkehr zum bisher gewohnten Umsatz- und Gewinnwachstum abzuwarten. Vom Aufbau einer Shortposition würden die Experten angesichts der hohen nachbörslichen Verluste bis auf 55 Dollar abraten.


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