Suche
nach Kursen
 Aktien
 Fonds
 Zertifikate
 Optionsscheine
 Optionen & Futures
nach Artikeln
alle Artikel
nur Analysen
nur News
als Quelle
 
WKN/ISIN/Symbol/Name

Login Depot + Forum
 
Passwort vergessen?


   
Aktuelle Kursinformationen ()
Kurs Vortag Veränderung Datum/Zeit
-   -   0 0 % /
 
ISIN WKN Jahreshoch Jahrestief
-   -  
 
 
 

ENI Underperformer


21.12.1999
Hamburgische LB

Skeptisch zeigen sich die Analysten der Hamburgischen Landesbank derzeit hinsichtlich der künftigen Kursaussichten des Ölkonzerns ENI (WKN 897 791).

Der italienische Öl- und Gaskonzern ENI habe in diesem Jahr nur eingeschränkt vom Ölpreisanstieg profitieren können. Dies habe sich auch in den veröffentlichten Neun-Monats-Zahlen nieder geschlagen. So sei der Konzernumsatz im Vergleich zum Vorjahr um 2,2% auf 21,2 Mrd. EUR gesteigert worden. Der Betriebsgewinn habe sich um 3,5% auf 3,0 Mrd. EUR erhöht. Dieses Ergebnis sei allerdings lediglich durch eine Neubewertung der Reserven und verringerte Abschreibungen auf Aktiva erreicht worden. Bereinigt um einmalige Aufwendungen und Erträge sei der Betriebsgewinn sogar um 6,6% gefallen. Im Vergleich zu anderen integrierten Ölkonzernen, die auch ohne Sondereffekte ein Gewinnwachstum verbuchen konnten, werde ENI s Schwäche besonders deutlich. Im Petrochemiegeschäft habe sich der Rückgang der Margen belastend ausgewirkt. Auch im Bereich Raffinerie sei ein Gewinneinbruch von knapp 37% zu verzeichnen gewesen, da die höheren Ölpreise nicht vollkommen an den Endverbraucher weitergegeben werden konnten. Positiv hätten sich die Ölpreissteigerungen auf die Sektoren Exploration und das Erdgasgeschäft ausgewirkt. Hier sei der Gewinn um 51,7 bzw. 11,8% verbessert worden. Die Betriebskosten hätten um 3,8% auf 15,9 Mrd. EUR zugelegt, u.a. auch weil ENI vermehrt Erdgas von anderen Unternehmen bezogen habe. Aufgrund geringerer Investitionen im Explorationssektor seien die Abschreibungen um 8,1% auf 2,7 Mrd. EUR reduziert worden. Im Gesamtjahr rechne ENI mit einem Jahresüberschuss in Höhe des Rekordjahres 1997 (2,6 Mrd. EUR). Zudem erwarte ENI durch eine anziehende Nachfrage und die Überwälzung der Preise auf den Verbraucher wieder eine Ausweitung der Margen im Raffinerie und Petrochemiegeschäft. Die bereits im 3. Quartal begonnene Erholung der Petrochemieumsätze werde sich nach Ansicht des Unternehmens ebenfalls fortsetzen. Negative Faktoren wie geplante Produktionsstillstände und bereits vorzeitig ausgebeutete Bohrfelder sollten so mehr als ausgeglichen werden.


Im italienischem Erdgasgeschäft besitze ENI einen Marktanteil von über 90%. Mit einem Anteil von 65% am Gewinn 1998 werde die Bedeutung dieses Segmentes für den Konzern deutlich. Als Belastung werde sich daher die Forderung der EU auswirken, den Markt im Jahr 2000 um zunächst 20% zu öffnen und diesen Anteil innerhalb von 8 Jahren auf 33% auszuweiten. Die drohenden Umsatzverluste wolle ENI durch eine verstärkte Expansion im Ausland ausgleichen. Ziel sei es, im Jahr 2003 bis zu 10 Mrd. m Erdgas (1998: 2,6 Mrd. m ) zu exportieren. Darüber hinaus sollten innerhalb von 3 Jahren durch die Stillegung von Produktionsanlagen und durch die Zusammenlegung des Vertriebs der beiden ENI-Töchter Agip und Italy Pesaro 1 Mrd. EUR eingespart werden. Außerdem wolle ENI seine Aktivitäten in dem kürzlich liberalisierten Strommarkt ausweiten. So würden zu diesem Zweck 10 Energiekraftwerke in die neu geschaffene Firma Enipower ausgegliedert. Diese solle durch technische Erweiterungen und Akquisitionen ihre Kapazität bis zum Jahr 2004 von anfänglich 1.000 MW auf 6.500 MW vergrößern. Hierzu seien Investitionen von 1 Mrd. EUR vorhergesehen.

Der Konzentrationsprozess in der Ölbranche habe ENI bisher nicht erfasst. Nach den erfolgten Fusionen sei ENI unter Zugzwang geraten. Gemessen an der Marktkapitalisierung seien die Italiener weltweit nur noch an sechster Stelle. Problematisch wirke sich ENI s geringe Größe besonders in Zeiten steigender Ölpreise aus. Die Italiener würden dann verstärkt unter ihren vergleichsweise bescheidenen Öl- und Gasreserven leiden. Zwar habe der Konzern dieses Problem erkannt, sei aber einer Lösung dieses Problems noch nicht näher gekommen. Nachdem der bisherige Wunschpartner Elf Aquitaine fusioniert habe, werde es zunehmend schwerer einen passenden Partner zu finden. Im Erdgassektor werde sich ENI am portugiesischem Gasmonopolisten Galp beteiligen und sich so einen strategisch wichtigen Brückenkopf für künftige Projekte in Spanien und Brasilien sichern. Diese Partnerschaft jedoch helfe ENI nicht bei der Frage fehlender Reserven weiter. Eine Lösung dieses Problems könnte eine Fusion mit der spanischen Repsol-YPF bringen, heißt es. Gemeinsam würde man dann über ähnlich große Reserven verfügen, wie der französische Konkurrent TotalFina/Elf Aquitaine. Ob es gelinge, eine Kooperation oder Fusion zu vereinbaren, bleibe jedoch abzuwarten.

Obwohl der Ölpreis stark gestiegen sei, habe ENI seinen Gewinn im Vergleich zum Vorjahr nur gering verbessern können. Nach Einschätzung der Experten dürfte es schwer werden, das Rekordergebnis von 1997 zu erreichen. Zudem berge die bevorstehende Gasmarktliberalisierung in Italien zusätzliche Ertragsrisiken für den Konzern. International bestehe die Gefahr, angesichts der erfolgten Fusionen an Bedeutung zu verlieren. Eine konkrete Allianz, die ENI s Stellung entscheidend verbessern könnte, stehe nicht in Aussicht.

Die Experten stufen ENI deshalb trotz des im Vergleich zu anderen integrierten Ölkonzernen niedrigen KGV s von 13,5 auf market underperform herab.



Erweiterte Funktionen
Artikel drucken Artikel drucken
Weitere Analysen & News mehr
25.03.2020, boerse-daily.de
Open End Turbo Call-Optionsschein auf ENI: Chance von 60 Prozent - Optionsscheineanalyse
06.11.2008, BNP Paribas
Neuer Mini Future-Optionsschein auf ENI
23.04.2007, Wirtschaftswoche
Call auf ENI chancenreich
08.07.2005, Société Générale
Neue Optionsscheine auf ENI
25.01.2005, Performaxx-Anlegerbrief
ENI-Call empfehlenswert
 

Copyright 1998 - 2026 optionsscheinecheck.de, implementiert durch ARIVA.DE AG