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Suez neutral


10.01.2003
Helaba Trust

Die Analysten von Helaba Trust bewerten die Suez-Aktie (WKN 852491) mit "neutral".

Der französische Konzern kämpfe mit RWE und Vivendi Environnement um die Vorherrschaft im internationalen Wassergeschäft. Derzeit würden die Franzosen weltweit über 115 Mio. Menschen versorgen. Mit der Aufstockung der Beteiligung an United Water Resources sowie der Übernahme von Calgon und Nalco sei Suez auch im US-Wassergeschäft in die Offensive gegangen. Daneben würden die Franzosen die Aktivitäten Energie (Tractebel), Entsorgung (Sita) sowie Kommunikation betreiben. Der Ausbau der Kommunikationssparte sei durch den Ausstieg aus der Ausschreibung für die UMTS-Lizenzen in Frankreich gestoppt worden. Angesichts des geringen Engagements in diesem Segment sei mittelfristig ein Verkauf der Sparte zu erwarten.


Das Unternehmen habe jüngst vorläufige Zahlen für das Geschäftsjahr 2002 vorgelegt. So würden die Franzosen ein Nettoergebnis vor Sondereffekten von 1,1 Mrd. Euro erwarten. Dies decke sich in etwa mit den Erwartungen. Unter Berücksichtigung der teilweise überraschenden außerordentlichen Faktoren von knapp 2 Mrd. Euro (Währungsverluste bzw. Abschreibungen in Südamerika: 0,6 Mrd. Euro; Rückstellungen für mögliche Verluste auf Beteiligungen sowie für Kostensenkungsprogramm: 0,8 bzw. 0,6 Mrd. Euro) dürfte der Versorger in 2002 einen Verlust von rund 900 Mio. Euro verbucht haben. Allein rund 300 Mio. Euro an Restrukturierungsaufwendungen seien wohl auf den angekündigten Strategiewechsel zurückzuführen.

So sähen die neu abgesteckten mittelfristigen Ziele der Franzosen vor, nach der Wachstumsphase zwischen 1997 und 2001 in den nächsten beiden Jahren die Rückruhrung der Verbindlichkeiten (um rund ein Drittel) in den Vordergrund zu stellen. Dies werde voraussichtlich überwiegend durch Verkäufe von Nicht-Kerngeschäftsfeldern (Kommunikation) und Finanzbeteiligungen (Fortis, TotalFinaElf, AXA) realisiert. Bereits im 2. Halbjahr 2002 seien die Finanzverbindlichkeiten um ca. 1 Mrd. Euro zurückgeführt worden. Damit sollte sich die Nettoverschuldung Ende 2002 annähernd auf dem erwarteten Niveau von 27,5 Mrd. Euro belaufen. Gleichzeitig wolle der Konzern das Investitionsvolumen von derzeit 8 Mrd. Euro jährlich auf rund 4 Mrd. Euro jährlich kürzen. Somit werde sich Suez überwiegend auf notwendige Ersatzinvestitionen (vor allem im Wassergeschäft) beschränken.

Zwar würden insbesondere die einkalkulierten Veräußerungserlöse für die Beteiligungen nicht zuletzt vor dem Hintergrund der voraussichtlich unverändert schwierigen Kapitalmarktlage ehrgeizig wirken. Dennoch würden die Maßnahmen angesichts der hohen Nettoverschuldung in die richtige Richtung zeigen. Insgesamt seien die veröffentlichten Pläne daher zu begrüßen. Gleichzeitig dürfte das Unternehmen bereits im aktuellen Geschäftsjahr erste Erfolge im Zusammenhang mit den ins Leben gerufenen Kosteneinsparprogrammen verbuchen. Allerdings sollte Suez operativ unverändert Gegenwind verspüren (Strommarkt in Belgien, nicht-reguliertes US-Wassergeschäft).

Per Saldo empfehlen die Analysten von Helaba Trust vorerst weiterhin eine neutrale Gewichtung des Dividendentitels Suez.




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