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CS Group Outperformer


19.12.2002
Stadtsparkasse Köln

Die Analysten der Stadtsparkasse Köln stufen die Aktie von CS Group (WKN 876800) mit Outperformer ein.

Die CS Group habe im dritten Quartal einen Reinverlust von 2,148 Mrd. sfr (Schweizer Franken) erzielt und damit am unteren Rand der Erwartungen gelegen. Die ersten neun Monate hätten kumuliert einen Verlust von 2,359 Mrd. sfr verglichen mit einem Plus von 2,417 Mrd. sfr in der Vorjahresperiode gebracht. Ein Grund für das schlechte Ergebnis sei ein Verlust von 1,4 Mrd. sfr bei der Versicherungstochter Winterthur auf Grund von stark gesunkenen Finanzergebnissen gewesen. Der zweite Problembereich sei die Investmentbankdivision CSFB, die für einen Verlust von 426 Mio. sfr verantwortlich gewesen sei.

Weitere Verluste seien für die nochmalige Wertberichtigung auf die Beteiligung an der Rentenanstalt/Swiss Life (206 Mio. sfr) sowie für Sonderaufwendungen in Höhe von 119 Mio. sfr infolge der Neuausrichtung des Private Banking in Europa angefallen. Im dritten Quartal sei es seit längerem wieder zu einem Nettomittelabfluss von 13,7 Mrd. sfr gekommen, der hauptsächlich auf einen Abfluss bei CSFB in Höhe von 15,2 Mrd. sfr zurückzuführen sei. Die Assets under Management hätten sich auf 1.221,8 Mrd. sfr per Ende September verringert. Für das Gesamtjahr habe die CS Group keine genaue Prognose abgegeben, das vierte Quartal werde jedoch nochmals schwierig und im Gesamtjahr werde ein Verlust erwartet. Laut Co-CEO Oswald Grübel werde die CS Group erst in 2003 wieder einen angemessenen Gewinn erwirtschaften.


Das laufende Restrukturierungsprogramm sehe für die CSFB ein Sparvolumen von 2,5 Mrd. sfr vor, im Private Banking sollten 100 bis 150 Mio. sfr eingespart werden. Bei der noch verlustbringenden Versicherungstochter Winterthur erwarte Co-CEO Grübel schon kurzfristig eine deutliche Verbesserung des Ergebnisses. An die Spitze der Winterthur sei Leonhard Fischer, der ehemalige Chef der Investmentbanksparte der Dresdner Bank, berufen worden. Fischer solle die Restrukturierung der Winterthur weiter voran treiben. So sei unter anderem eine Neuausrichtung der Anlagepolitik, eine Verbesserung der technischen Ergebnisse durch Prämienanhebungen, eine selektive Zeichnungspolitik, ein aktives Management des Geschäftsportfolios und eine Beschleunigung des Sparkurses vorgesehen. Bereits zuvor habe die CS Group die Kapitalbasis der Winterthur massiv gestärkt.

Bei der CS Group komme es Anfang 2003 zu einem Führungswechsel im Verwaltungsrat und an der Konzernspitze. Neuer Verwaltungsratspräsident werde Walter Kielholz von der Swiss Re. Die Konzernleitung werde künftig gemeinsam von Oswald Grübel und John Mack ausgeübt. Während Grübel für das Private Banking zuständig sei, leite Mack das defizitäre Investmentbanking.

Die CS Group habe über die Emission einer neuartigen Wandelanleihe 1,25 Mrd. sfr am Kapitalmarkt aufgenommen und dadurch ihre Kapitalbasis gestärkt. Der Emissionserlös werde zu 100% dem Eigenkapital zugerechnet. Durch die Emission werde die Anzahl der CS-Aktien in 2005 um maximal 3,8% erhöht. Im Zusammenhang mit Vorwürfen der amerikanischen Börsenaufsicht gegen verschiedene Investmentbanken wegen irreführender Aktienanalysen drohe der CSFB ein Bußgeld in zweistelliger Millionenhöhe.

Die CS Group leide unter dem schwachen Kapitalmarktumfeld, was im aktuellen Kurs jedoch bereits eingepreist sei. Auf Grund der starken Positionierung in den Bereichen Investment Banking, Private Banking und Asset Management sowie der eingeleiteten Restrukturierungsmaßnahmen sollte die Aktie von einer möglichen Erholung der Finanzmärkte überproportional profitieren.

Daher bewerten die Analysten der Stadtsparkasse Köln die Aktie von CS Group mit Outperformer.




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