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AT&T Marketperformer


10.12.2002
Stadtsparkasse Köln

Die Analysten der Stadtsparkasse Köln stufen die Aktie von AT&T (WKN 157112) mit Marketperformer ein.

Die in New York beheimatete American Telephone and Telegraph (AT&T) sei die Nummer eins unter den amerikanischen Telekommunikationskonzernen. Im Zuge des Abbaus der hohen Konzernverschuldung seien in den letzten Monaten verschiedene Geschäftsbereiche (z.B. AT&T Wireless, AT&T Broadband) ausgegliedert sowie diverse Beteiligungen veräußert worden. Die "Rumpf-AT&T" konzentriere sich nun auf das traditionelle Angebot von Telefondiensten und bediene dabei ca. 4 Mio. Geschäftskunden sowie 60 Mio. private Haushalte.

Im Zuge des Schuldenabbaus sei zuletzt die Breitbandsparte AT&T Broadband, das größte Kabelfernsehsystem der USA, aus dem Konzern ausgegliedert und von der Comcast Corp. übernommen worden. Infolge der Transaktion im Gegenwert von 53 Mrd. US-Dollar hätten AT&T-Aktionäre für jede Aktie 0,3235 Comcast-Aktien erhalten. An der neuen Gesellschaft seien die AT&T-Aktionäre mit 56% beteiligt, 44% verblieben bei den Comcast-Eignern.


Im Anschluss an die Ausgliederung der Breitbandsparte habe AT&T einen Reverse-Split im Verhältnis 5:1 durchgeführt, um so dem drohenden Ausschluss aus dem Dow Jones-Index zu entgehen. Gemeinsam mit Intel und IBM plane der Konzern die Gründung eines gemeinsamen Unternehmens mit dem Namen "Cometa Networks", welches in den USA ab 2003 drahtlosen Internetzugang anbieten solle. Zahlen für das dritte Quartal des laufenden Geschäftsjahres: Der Pro-forma Gewinn habe nach einem Verlust von 2 Cent je Aktie im Vorjahr nun auf ein Plus von 6 Cent je Aktie gesteigert werden können. Damit seien die Erwartungen von 5 Cent je Aktie leicht übertroffen worden. Enttäuschend seien die Konzernerlöse ausgefallen, die sich gegenüber dem Vorjahr um 8% auf 11,96 Mrd. US-Dollar reduziert hätten. Insbesondere das schwache Privatkundengeschäft habe mit einem Minus von 26% auf 2,8 Mrd. US-Dollar zum Umsatzminus beigetragen.

Trotz der grundsätzlich verminderten Investitionsbereitschaft investiere AT&T rund 500 Mio. Dollar in den Ausbau seines MPLS-Netzwerks (Durch Multi Protocol Label Switching könnten einzelnen Anwendungen, z.B. Telefonie und Internet, zeitgleich die jeweils benötigten Bandbreiten zugewiesen werden.). Die Mobilfunktochter AT&T Wireless Inc. stehe in Fusionsgesprächen mit der Deutsche Telekom-Tochter VoiceStream. Die Transaktion hätte einen Wert von mehr als 10 Mrd. Dollar. Es entstünde die zweitgrößte amerikanische Mobilfunkfirma mit mehr als 25 Mio. Kunden und einem Umsatz von mehr als 25 Mrd. Dollar. AT&T plane ein verstärktes Engagement in Europa. Der Konzern strebe an, einer der wichtigsten internationalen Anbieter für Geschäftskunden zu werden. Zu diesem Zweck sollten 200 Mio. US-Dollar in das aus 220 Knotenpunkten bestehende europäische AT&T-Netz investiert werden.

Die Zahlen für das dritte Quartal hätten ein gemischtes Bild gezeigt. Trotz des erwirtschafteten Gewinns könne sich der Konzern von den anhaltend schwierigen Branchenbedingungen (hoher Wettbewerbsdruck, sinkende Margen) nicht lösen. Positiv sehe man den angestrebten Schuldenabbau. Damit gehe allerdings einher, dass sich der Konzern nun auf den durch Überkapazitäten und harten Preiskampf gekennzeichneten Telefonmarkt konzentrieren müsse. Die frühere Fantasie des Managements, AT&T zu einem umfassenden Kommunikationsunternehmen zu formen, bestehe infolge des jüngsten Konzernumbaus nicht mehr.

Die Analysten der Stadtsparkasse Köln sehen lediglich marktkonformes Kurspotenzial und bestätigen daher ihre Marketperformer-Einschätzung für die Aktie von AT&T.




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